Elf Verletzte nach Tornado in Bayern

Bei einem Tornado sind am Mittwochabend in Niederbayern elf Menschen teils schwer verletzt worden. Das Unwetter mit orkanartigen Sturmböen und heftigen Niederschlägen richtete einen Millionenschaden an.

Straubing. Das schwere Unwetter am Mittwochabend in Niederbayern hat elf teils schwer verletzte Menschen gefordert und einen Millionenschaden angerichtet. Diese vorläufige Bilanz zog die Polizei in Straubing am Donnerstag. Der Landkreis Deggendorf wurde nach Einschätzung von Meteorologen vermutlich von einem Tornado heimgesucht.

In Obermotzing im Landkreis Straubing-Bogen wurde ein 60 Jahre alter Mann von einem Blitz getroffen. Der Mann erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Er wurde nach Polizeiangaben wegen seines kritischen Zustandes in eine Münchner Spezialklinik verlegt.

Das Unwetter mit orkanartigen Sturmböen und heftigen Niederschlägen war am Mittwochabend über Teile Niederbayerns gezogen. Auf einem Feld im Landkreis Deggendorf wurden zehn Menschen zum Teil schwer verletzt, als der Sturm einen „Gurkenflieger“ umwarf. Das Erntegerät sei samt Traktor umgeweht worden, berichtete die Polizei.

Strommasten umgeknickt

Bei Aholming knickte der Wind fünf Starkstrommasten um. Besonders schwer getroffen wurde die kleine Ortschaft Sautorn ebenfalls im Landkreis Deggendorf. Dort wurden zahlreiche Gebäude zum Teil schwer beschädigt, das Dach einer Reithalle wurde durch eine Windböe teilweise weggerissen. Augenzeugen berichteten, dass mehrere Scheunen komplett einstürzten. Laut Polizei vermuten Experten des Deutschen Wetterdienstes in München angesichts der Schäden, dass ein Tornado wütete.

Auf der Autobahn 92 bei Plattling warf eine starke Windböe einen Lkw um. Auch im Zugverkehr kam es durch das Unwetter zu Beeinträchtigungen. Umgestürzte Bäume blockierten bis Donnerstagmorgen die Strecke zwischen Zwiesel und Grafenau. Auch die Bahnstrecken zwischen Dingolfing und Landshut sowie zwischen Dingolfing und Landau waren zeitweise gesperrt.

Schäden auch im Bayerischen Wald

Auch der Bayerische Wald wurde von dem Unwetter heimgesucht. In Frauenau bei Zwiesel wurden der Polizei zufolge mehr als 25 Häuser zum Teil abgedeckt. In einem Waldstück nahe Spiegelau habe der Wind eine Schneise geschlagen. Auf einer Länge von mehreren Kilometern und bis zu hundert Metern Breite stehe dort kein einziger Baum mehr.

Eine detaillierte Schadensprognose wollte die Polizei am Donnerstag noch nicht abgeben. Man gehe aber von einem Millionenschaden aus, sagte ein Sprecher. (dapd)