Eklat beim Sportfest: Kinder laufen mit T-Shirts von rechtsextremer Partei auf

Foto: imago images / photothek

Erfurt. Die rechtsextremistische Partei „Der III. Weg“ hat ein Sportfest in Erfurt am 27. Juni für Propagandazwecke genutzt. Drei Kinder und ein Betreuer haben an diesem Tag T-Shirts getragen, die sie als Gruppenmitglieder zeigen.

Der Stadtsportbund Erfurt als Ausrichter der Sportfestes und der Landessportbund Thüringen distanzierten sich kurze Zeit später vom Auftritt der Partei in einer Pressemitteilung.

Erfurt: Kein Platz für rechtsextremistische Partei

Die gesellschaftliche und inhaltliche Ausrichtung der Partei entspreche nicht den Werten des Thüringer Sports. „Daher macht es uns als Ausrichter umso mehr betroffen, dass eine Breitensportveranstaltung für solche Zwecke der rechtsextremen Propaganda ausgenutzt wird“, erklärt Brigit Pelke, Vorsitzende des Stadtsportbundes Erfurt.

Sowohl Stadtsportbund als auch Landessportbund würden die „rassistische und verfassungsfeindliche Bestrebungen“ missbilligen, heißt es in dem Statement weiter.

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Personal hat Sportfest abgesichert

Da es bereits im letzten Jahr einen ähnlichen Vorfall gegeben hatte, habe man als Konsequenz 2019 Sicherheitspersonal aufgestellt. Das sollte Teilnehmer mit entsprechender Kleidung, also Shirts mit ideologischen Aufdrucken, mit neutraler Kleidung ausstatten oder sie von der Veranstaltung ausschließen.

Die Sportverbände planen, für das nächste Jahr weitere Strategien zu entwickeln, damit das Sportfest nicht von extremistischen Gruppen instrumentalisiert wird.

Rechtsextreme Partei zeigt klare Bezüge zum Nationalsozialismus

Ein Ex-NPD-Funktionär gründete 2013 die Kleinstpartei „Der III. Weg“, Neonazis schlossen sich ihm an. Die Partei ist derzeit nur in vereinzelt in Deutschland aktiv, zieht aber immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. In Plauen zogen sie am 1. Mai diesen Jahres im Stil der Nationalsozialisten mit Fackeln, Trommeln und Fahnen durch die Stadt.

Die Gruppierung steht unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Der wirft ihnen fremdenfeindliche, völkische und antidemokratische Positionen vor. Bei allen Aktivitäten seien klare Bezüge zum Nationalsozialismus auszumachen. (vh/mit dpa)

 
 

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