Einfach weg: In Deutschland gelten fast 25.000 Waffen als „verloren gegangen“

In Deutschland ist die Zahl der als verschwunden gemeldeten Waffen stark gestiegen.
In Deutschland ist die Zahl der als verschwunden gemeldeten Waffen stark gestiegen.
Foto: Friso Gentsch / dpa
In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 25.000 Waffen als verloren oder gestohlen gemeldet. Ein starker Anstieg zum Vorjahr.

Berlin.  Wer in Deutschland legal in Besitz einer Schusswaffe ist, muss sich darum kümmern, dass diese sicher aufbewahrt wird – und dass sie nicht in falsche Hände gerät. Immer mehr Sportschützen und Jäger melden ihre Waffen als verschwunden.

Ende Januar 2018 waren insgesamt 24.531 Waffen im Nationalen Waffenregister als gestohlen oder abhandengekommen registriert, ein Anstieg von 18 Prozent zum Vorjahr. Die meisten dieser Waffen (19.282) wurden als „verloren“ gemeldet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Grünen-Politiker zeigen sich alarmiert

Politiker nennen diese Entwicklung alarmierend. Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz zieht daraus folgenden Schluss: „Wir müssen besser werden im Kampf gegen Waffenkriminalität“, wie er der „Bild“ sagte. Und er kritisiert: „Die Bundesregierung betreibt Arbeitsverweigerung, obwohl Vorschläge seit Jahren im Parlament vorliegen.“

Die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic meinte: „Da stellt sich schon die Frage, in welchen dunklen Kanälen diese Waffen landen und welche Straftaten damit noch begangen werden.“

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Schärfere Regeln für Waffenbesitzer

Weil die Sorgfaltpflicht für die Aufbewahrung einer Schusswaffe beim Besitzer liegt, lässt der Verlust einer Waffe an dessen Zuverlässigkeit zweifeln, was zum Entzug der Waffenerlaubnis führen kann.

Im Juli 2017 gab es bereits eine Debatte zu dem Thema im Bundestag, die zu verschärften Regelungen führte. In diesem Zuge warf die Union den Grünen vor, sie kriminalisierte mit ihrer „Verbieteritis“ unbescholtene Bürger. Dabei seien die illegalen Waffen das eigentliche Problem.

Waffenkriminalität in Deutschland

Ausgehend von Ermittlungen im französischen Bordeaux waren in Österreich und Deutschland im vergangenen November neun mutmaßliche Mitglieder einer Bande von Waffenhändlern als Tatverdächtige ermittelt worden. Bei zeitgleichen Razzien in Süddeutschland und Österreich wurden mehr als 160 Schusswaffen sichergestellt.

Auch bei der Bundeswehr verschwinden immer wieder Waffen, allerdings in sehr geringer Zahl. Laut Medienberichten fehlten 2015 und 2016 insgesamt neun Schusswaffen, darunter fünf Sturmgewehre. (dpa)

 
 

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