Eichenprozessionsspinner: So bedrohlich sind die Insekten

Eichenprozessionsspinner: Die Raupen sind für Mensch und Tier sehr gefährlich.
Eichenprozessionsspinner: Die Raupen sind für Mensch und Tier sehr gefährlich.
Foto: imago images / blickwinkel

Seit Jahren kämpft ganz Deutschland gegen Eichenprozessionsspinner. Die Insekten befallen massenhaft Bäume in Parks und Wäldern. Für Menschen und Tiere sind sie besonders gefährlich. Hier erfährst du, wie du dich schützen kannst.

Die Eichenprozessionsspinner sind Nachtschmetterlinge, obwohl mit dem Wort meistens ihre Larven in Verbindung gebracht werden. Sie stammen von den Iberischen Inseln und bevorzugen ein warm-trockenes Klima. Augrund von Klimaveränderungen verbreiten sich nun die Eichenprozessionsspinner bis in den Süden von Skandinavien.

Eicheprozessionsspinner: Ganz Deutschland von der Insekten-Plage betroffen

In Deutschland sind alle Bundesländer und Regionen vom Eichenprozessionsspinner betroffen. Jeden Frühling und Sommer müssen die Feuerwehren gegen die Insekten kämpfen. Zahlreiche Parks müssen dabei aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

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2019 Population größer als im Vorjahr

In diesem Jahr ist die Population der Eichenprozessionsspinner größer als in 2018. Im vergangenen Jahr begünstigten dies der milde Frühling und Spätsommer. Deswegen konnten die Schmetterlinge mehr Eier ablegen als sonst.

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In Deutschland gab es in diesem Jahr Meldungen aus allen Bundesländern. Im Ruhrgebiet in NRW wurde gegen die Insekten vorgegangen. Auch in Niedersachen waren vor allem die Landkreise Gifhorn, Lüneburg und die Gemeinden Wietmarschen und Gartow betroffen.

Sechs Entwicklungsstadien : In der dritten Stufe wird es gefährlich

Die Larven der Eichenprozessionsspinner durchlaufen in ihrer Entwicklung drei Stadien, schriebt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Ab dem 3. Larvenstadium, das in den Monaten Mai und Juni eintrifft, werden die Insekten für die Menschen und Tiere gefährlich.

In diesem Stadium entwickeln sie Brennhärchen, die mit dem Nesselgift Thaumetopein versehen sind. Die Haare sind etwa 0,2 Millimeter lang, stellen aber auch wegen ihrer Größe eine Gefahr dar.

Brennhärchen reizen die Haut und die Schleimhäute

Die Härchen können durch die Luft leicht transportiert werden. Kommen sie mit der Haut oder den Schleimhäuten in Berührung, verursachen die Haare schwere Reizungen. Mit dem fortschreitenden Entwicklungsstadium der Larven werden auch ihre Härchen immer gefährlicher.

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Durch das Einatmen der Haare können die Reizungen der Mund- und Nasenschleimhaut zu Bronchitis oder sogar zu Asthma führen.

Nester stellen das ganze Jahr über eine Gefahr dar

Besonders vorsichtig muss man außerhalb der Raupen-Saison mit deren Häutungsnestern und den verbleibenden Verpuppungsgespinsten sein. Die Härchen der Eichenprozessionsspinner bleiben über mehrere Jahre hinweg giftig.

Sogar das Brennholz der befallenen Bäume kann für Mensch und Tier gefährlich sein. Am gefährlichsten sind die Raupen aber nach wie vor bei einem direkten Kontakt. Bei besonders empfindlichen Menschen können ihre Haare sogar einen allergischen Schock hervorrufen.

So kannst du dich gegen die Eichenprozessionsspinner schützen:

  • Berühre auf gar keinen Fall die Raupen oder ihre Nester.
  • Bei Verdacht auf Kontakt mit giftigen Haaren wechsle deine Kleidung im Freien, damit die Härchen keinen Weg in die Wohnung oder ins Haus finden.
  • Reinige deine Schuhe nass und wasche deine Kleidung bei mindestens 60 Grad.
  • Wenn du Gifthaare erkennen kannst, entferne diese mit einem Klebstreifen.
  • Nimm eine Dusche: Diese muss gründlich sein! Wasche ebenfalls gut deine Haare und spüle deine Augen mit Wasser aus.
  • Sollten die Härchen sich auf Gegenständen oder im Auto absetzen, wasche und sauge diese umgehend.
  • Wenn du bereits eine allergische Reaktion entwickelst, suche unbedingt einen Arzt auf.
  • Solltest du oder Menschen in deiner Umgebung Atemnot wegen der Haare bekommen, rufe sofort den Rettungsdienst an.

Für die Haustiere können die Raupen ebenso gefährlich werden. Zwar leiden die Tiere aufgrund ihres Fells nicht an Hautreizungen, die Gefahr durch Einatmen besteht aber weiterhin.

So kannst du deinem Haustier helfen:

  • Sollte dein Hund oder deine Katze in Berührung mit Eichenprozessionsspinnern kommen, solltest du das Tier gründlich mit warmen Wasser waschen.
  • Benutze beim Waschen des Tieres unbedingt Handschuhe und Mundschutz.
  • Achte darauf, dass dein Tier sich nicht kratzt, um zusätzliche Verletzungen vorzubeugen.
  • Entwickelt dein Tier Anzeichen einer allergischen Reaktion, gehe mit ihm sofort zum Tierarzt oder in eine Tierklinik.

Kontakt mit den Raupen sollte immer vermieden werden

Allgemein gilt: Kontakt mit den Raupen auf jeden Fall vermeiden! Wenn du einen Befall durch Eichenprozessionsspinner entdeckst, versuche nicht, die Nester oder Prozessionen selber zu bekämpfen oder zu entfernen.

In solchen Fällen solltest du die Feuerwehr informieren. (ses)

 
 

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