Edeka landet mit neuer Werbung (mal wieder) einen Netz-Hit – und erntet dafür nicht nur Lob

Der Hauptdarsteller in der neuen Edeka-Werbung: „Eatkarus“ will fliegen wie ein Vogel, hat es damit aber anfangs schwer.
Der Hauptdarsteller in der neuen Edeka-Werbung: „Eatkarus“ will fliegen wie ein Vogel, hat es damit aber anfangs schwer.
Foto: Jung von Matt/Edeka
  • Edeka hat eine neue Viral-Kampagne gestartet
  • Das Video „Eatkarus“ sammelte in zwei Tagen mehr als eine Million Klicks
  • Der Spot soll für gesunde Ernährung werben – es gibt aber auch vereinzelt Kritik

Berlin.  Spätestens seit dem „Edeka-Opa“ weiß man, dass es der Supermarktkette mit dem gelb-blauen Logo wichtig ist, im Netz zu punkten. Die Video-Kampagne #heimkommen, die vor Weihnachten 2015 erschien und die Geschichte von einem einsamen, alten Mann erzählt, sammelte bis heute 55 Millionen YouTube-Klicks.

Ganz so groß dürfte die neue Kampagne von Edeka nicht werden, trotzdem ist „Eatkarus“ schon jetzt, zwei Tage nach dem Erscheinen, ein Thema im Netz. Allerdings nicht nur wegen der Geschichte, die bereits mehr als eine Million User auf YouTube und rund 7,5 Millionen Facebook-Nutzer im Netz erzählt bekommen haben.

Es geht um einen dicken Jungen, der in einer Welt mit ausschließlich dicken Menschen lebt, wo ausschließlich grauer (Einheits-)Brei gegessen wird. Allerdings ist es der Traum des Jungen, zu fliegen wie ein Vogel.

Kampagne liefert auch Rezepte und Ernährungstipps

Ein großes Ziel, das er am Ende auch (zumindest im Kopf) erreicht, weil er seine Ernährung umstellt. Passend dazu läuft der Song „All i can do“ von Ben Kendrick. Edekas Hashtag dazu: #issso. Der Slogan: „Iss wie der, der du sein willst“.

Und die Kette liefert dazu auch mehr als nur die Botschaft. Auf einer eigenen Kampagnen-Seite gibt es unter anderem noch Rezept-Videos, Ernährungstipps und einen BMI-Rechner. Ein gut gemeinter Ansatz, der im Netz von sehr, sehr vielen Usern gelobt wird – aber an dem es auch vereinzelt Kritik gibt.

Einige User monieren Diskriminierung

„Diskriminierung ist das“, schreibt eine Facebook-Nutzerin, „Demnächst werden Menschen mit Behinderung bloß gestellt.“ An anderer Stelle heißt es bei Facebook, „Man kann gesunde Ernährung auch bewerben ohne dicke Menschen zu dissen“. Eine Youtube-Kommentatorin merkt an: „Die meisten Personen leiden hauptsächlich (und oft ausschließlich) durch solche Werbebotschaften oder andere Seitenhiebe.“

Edekas Antwort im Netz: „Mit unserem neuen Video möchten wir das Bewusstsein für gesunde und bewusste Ernährung schärfen und keinesfalls übergewichtige Menschen diskriminieren! Mit einer gewissen Überzeichnung wollen wir den Alltag - zwischen Fast Food und Einheitsbrei - ein Stück weit aufrütteln, ganz unabhängig davon welchen Körperumfang jeder Einzelne aufweist. Es ist uns bewusst, dass manche Menschen aus krankheitsbedingten Gründen unter Übergewicht leiden, welches sich nicht mit einer einfachen Ernährungsumstellung beheben lässt.“

So oder so: Für Edeka dürfte der „Eatkarus“, der wie schon #heimkommen und der Weihnachtsclip 2016 #zeitschenken von der Agentur Jung von Matt entwickelt wurde, wieder zum Erfolg werden. Auch wenn er nicht ganz so hoch fliegen wird wie der „Edeka-Opa“.

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