Dramatische Szenen im Video: Achtjährige von Polizei aus Schule gezerrt – das sagt der Vater dazu

Ein Video bewegt das Netz. Darin wird eine schreiende Achtjährige von der Polizei aus der Schule gezerrt. Ihr Vater erklärt, warum.

Helbra.  Ein Video, das die „Mitteldeutsche Zeitung“ auf Youtube veröffentlichte, sorgte im Netz für Aufregung: Dort ist ein achtjähriges Mädchen vor der Grundschule in Helbra in Sachsen-Anhalt zu sehen, das von einem Polizeibeamten auf die Rückbank eines grauen VW gezwungen wird. Das Mädchen wehrt sich, klammert sich an das Autodach, schreit: „Nein, nein!“ und „Papa, bitte!“

Das Video zeigt den Tiefpunkt eines Sorgerechtsstreits, der sich zwischen dem Vater Roger E. und der Mutter des Kindes abspielt. Über zwei Jahre lang lebte Nina* bei ihrem Vater, nachdem die Mutter den Haushalt verlassen hatte. Vor einem Jahr entschied das Oberlandesgericht, dass das Kind künftig bei der Mutter aufwachsen soll.

Achtjährige wurde Mutter von Polizei übergeben

Um den Gerichtsbeschluss durchzusetzen, holten die Polizisten Nina gemeinsam mit einem Gerichtsvollzieher am Montagmorgen aus der Schule. Dabei entstanden die dramatischen Szenen. Die Beamten übergaben die Achtjährige der Mutter, die in dem grauen Auto vor dem Schulgelände saß. Das alles geschah gegen den Willen des Vaters.

-------------

Auch interessant:

Schülerin (12) wird am Valentinstag übel gemobbt – mit dieser rührenden Aktion muntert ein 15-Jähriger sie wieder auf

12-Jährige schießt in Schule auf Mitschüler – versehentlich

-------------

Roger E. gelang es jedoch, gemeinsam mit Freunden zu filmen, wie seine Tochter gewaltsam aus ihrer Grundschule geholt wurde. Zuvor wurde er von Lehrern aufgefordert, das Schulgelände zu verlassen. „Ich sollte das Gebäude lieber verlassen, damit ich keinen Ärger bekomme, sagte man mir“, erklärt Roger E. der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Ihm sei sofort der Gedanke gekommen, dass man ihm seine Tochter nehmen wolle. Also habe er vor der Grundschule gewartet, das Video gedreht. Für ihn gilt der Clip als Beweis dafür, dass Nina nicht bei ihrer Mutter leben und lieber bei ihm bleiben wolle.

„Es ist der blanke Wahnsinn“

Das Gericht hatte jedoch entschieden, dass Nina bei ihrer Mutter aufwachsen soll, weil diese besser dazu in der Lage sei, die Bindung des Kindes zu beiden Elternteilen aufrechtzuerhalten, hieß es.

„Es ist der blanke Wahnsinn“, sagt Roger E. zu dieser Begründung. Er möchte nun behördlich gegen die Entscheidung vorgehen. An diesem Donnerstag hat er deswegen einen Termin bei der Kreisverwaltung, kurz darauf noch einen beim Amtsgericht in Eisleben.

Mutter hat neuen Lebensgefährten

Auf die Frage, weshalb er sich von Ninas Mutter getrennt habe, antwortet er, es habe „Differenzen“ gegeben, wohl auch, weil die Mutter einen neuen Lebenspartner hat. Roger E. konnte seit dem Zwischenfall wieder Kontakt mit Nina aufnehmen.

In einem kurzen Telefonat redeten sie miteinander, wie er erzählt: „Ich sagte ihr, sie soll sich keine Sorgen machen und fragte, wie es ihr geht.“ Da habe sie angefangen zu weinen. (leve)

*Name geändert

 

EURE FAVORITEN