Diesel-Streit: Lungenfacharzt gibt Rechenfehler zu – und rechtfertigt sich mit dieser Ausrede

Im Streit um die Feinstaub-Belastung durch Diesel-Abgase hat Lungenfacharzt Dieter Köhler Fehler eingeräumt. (Symbolbild)
Im Streit um die Feinstaub-Belastung durch Diesel-Abgase hat Lungenfacharzt Dieter Köhler Fehler eingeräumt. (Symbolbild)
Foto: dpa

Neues Kapitel im Diesel-Streit: Nachdem Mediziner Dieter Köhler gemeinsam mit über 100 Lungenfachärzten die Gefahr von Feinstaub in einer Stellungnahme angezweifelt hat, sind nun Unregelmäßigkeiten aufgefallen.

So konnten mehrere Fehler in den Berechnungen des Lungenfacharztes festgestellt werden. Diese hat Köhler in der Zwischenzeit eingeräumt.

Streit um Dieselfahrverbote: Lungenfacharzt gibt Fehler zu

Die Mediziner um Köhler vertraten den Standpunkt, der Schadstoffausstoß von Diesel-Autos sei vergleichsweise harmlos.

Als Beispiel rechneten die Lungenfachärzte vor, dass ein Raucher schon innerhalb weniger Monate so viel Feinstaub und Stickoxide aufnehme, wie ein 80-Jähriger durch das Einatmen der Luft.

Dieser Theorie widersprachen national und international reihenweise Experten. Dennoch hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Stellungnahme als Anlass dazu genommen, die Grenzwerte überprüfen zu lassen.

Jetzt kommt raus: Die Rechnung, die Köhler aufstellte, ist voller Fehler. Darüber berichtet die „taz“.

------------------------------------

• Mehr Themen:

• Top-News des Tages:

-------------------------------------

Köhler: „Das ist bisher noch niemandem aufgefallen“

Demnach seien mehrere Werte falsch, auf deren Grundlage Köhler seine Berechnungen aufgestellt habe. Angesprochen auf seine Rechenfehler sagte er der „taz“: „Das ist bisher noch niemandem aufgefallen.“

Auch war Köhler von veralteten Schadstoff-Grenzwerten in Zigaretten ausgegangen. Dabei wurde der Grenzwert von der EU nach Angaben der Zeitung bereits im Jahr 2004 festgelegt.

+++ Ryanair hält Passagiere stundenlang im Flugzeug fest: „Ihr entführt uns“ +++

Seine Ausrede: „Ich mache ja praktisch alles allein“, rechtfertigt Köhler diesen Faux-Pas gegenüber der „taz“. Er habe als Rentner schließlich nicht einmal mehr eine Sekretärin.

Köhler hält an seiner These fest

Trotz der Fehler bleibe er weiter bei seinem Standpunkt, dass er die Gefahr von Feinstaub für den Menschen für vergleichsweise gering hält.

Denn die „Größenordnung“ seiner Berechnungen treffe trotzdem zu, meint Köhler.

 
 

EURE FAVORITEN