An dieser NRW-Schule kommen die Schüler wann sie wollen - und die Lehrer finden das völlig ok

Tja, wenn die Schüler kommen und gehen wann sie wollen, bleibt die Klasse eben leer.
Tja, wenn die Schüler kommen und gehen wann sie wollen, bleibt die Klasse eben leer.
Foto: Peter Endig / dpa
In diesem Alsdorfer Gymnasium können die Schüler kommen und gehen, wann sie wollen. Sie stellen sich auch den Stundenplan selbst zusammen.

Alsdorf.  Acht Uhr morgens, die Schulglocke schrillt, doch der Schulhof ist leer. Was ist da los? Hitzefrei oder bahnt sich ein Sturm an? Nein, die Schüler des Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Alsdorf bei Aachen können zur Schule kommen und gehen, wann sie wollen. Und: Sie können die Fächer belegen, wie sie möchten.

Gleichungen bestimmen und komplizierte Formeln im Matheunterricht lösen? Nee, lass’ mal. Also dann in den Biounterricht. So sieht das Konzept oberflächlich betrachtet aus.

Aber in Deutschland besteht doch Schulpflicht – wie also geht das?

Die Idee dahinter: Wenn man freiwillig etwas selbst macht, behält man es am ehesten, heißt es auf der Internetseite der Dalton Vereinigung, das Konzept hinter dem Schulsystem. Die Schüler stellen sich ihren Stundenplan also selbst zusammen.

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Ist man in einem Fach besonders gut, schreibt man den Test einfach früher und spart sich die restlichen Stunden für ein schwächeres Fach. Außerdem werde durch die Gleitzeit der Schlafrhythmus nicht mehr durcheinander gebracht.

Selbstständigkeit fördern

Das Besondere an dem Dalton-Konzept ist, dass die Schüler zwei Mal täglich in Selbststätigkeitsstunden ihr Fach und auch noch ihren Lehrer frei wählen können.

Und es scheint zu funktionieren. Die Schule gilt als Musterschule und wurde 2013 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Aber einen Haken hat die Sache dennoch: Wer später kommt, muss auch länger bleiben. So ist das eben. (ln)

 
 

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