DieAussenseiter sind die deutschen YouTube-Könige

DieAussenseiter sind die deutschen Könige auf der Video-Plattform YouTube. Über 572.000 Fans haben ihre Videos abonniert.
DieAussenseiter sind die deutschen Könige auf der Video-Plattform YouTube. Über 572.000 Fans haben ihre Videos abonniert.

Essen.. Sie machen keine Werbung, besitzen keinen Manager und geben keine Interviews – trotzdem sind Dimitri „Dima“ Koslowski und Alexander „Sascha“ Koslowski die deutschen YouTube-Könige. Ihr Video-Kanal DieAussenseiter hat mit Abstand die meisten Aufrufe (über 41 Millionen) im deutschsprachigen Bereich von YouTube. Mehr als 572.000 Fans haben ihre Videos abonniert. Davon gibt es mittlerweile 182 Stück, die ihnen innerhalb von gut zwei Jahren 182 Millionen Klicks bescherten.

Das Erfolgsrezept von DieAussenseiter: Eine Mischung aus absurdem Humor, Selbstironie, Parodien (zum Beispiel auf DSDS) und sinnlosen Aktionen – etwa während eines Kopfstandes ein Glas Wasser zu trinken, im Batman-Kostüm durch eine belebte Fußgängerzone zu stolzieren oder sich im Ganzkörper-Bären beim Autofahren zu filmen. Dima und Sascha zeigen dabei weder Schamgefühl noch haben sie Angst vor peinlichen Aktionen in der Öffentlichkeit. Dazu tauchen immer wieder obskure Charaktere wie die „Tokio Hotel Fans“, der „maskierte Hater“ und der leicht behinderte Herbert sowie die „Klischee“-Blondine Julia mit ihrem Sohn Max in den Videos auf. Dazu gibt es Tipps wie die Dümmsten Anmachsprüche und wie man zum Außenseiter wird.

Bei ihren Produktionen setzen DieAussenseiter auf den Amateur-Look, indem sie zwischen der Handkamera- und der klassischen Webcam-Perspektive hin und her wechseln. Da wackelt das Bild, die Lautstärke ist nicht optimal abgemischt und die Protagonisten haben gewiss keine Schauspielerausbildung. Doch genau in der Authentizität des Gesamtpaketes liegt der Reiz bei dem Kanal DieAussenseiter.

Schnelle Schnitte und Stimmverzerrungen

Dima und Sascha haben zwar im Laufe der Jahre immer häufiger kleine optische Tricks in ihre Videos eingebaut. Doch dabei handelt es sich nicht um technischen Hokuspokus, sondern um schnelle Schnitte, raffinierte Perspektiven, Stimmverzerrungen und kleine überraschende Effekte. Bestes Beispiel ist ihr meistgeklicktes Video „Ich habe mich verliebt“. Hier spielt Dima mit Donald-Duck-Stimme einen Jungen, der sich zum ersten Mal verliebt hat. Völlig überzogen berichtet er von seinen Träumen und Ängsten – das Video könnte man als böse Parodie auf RTL-Doku-Soaps wie „Schwiegertochter gesucht“ einstufen.

Die Koslowskis sind aber nicht ausschließlich Nonsens-Experten. Den ursprünglichen Antrieb zu ihrer YouTube-Karriere hatten die in Baden-Württemberg lebenden Migranten in den Vorurteilen der Deutschen gegenüber Ausländern. In verschiedenen Videos ziehen Dima und Sascha das Thema ins Lächerliche, indem sie sämtliche Klischees über Russlanddeutsche völlig überzogen darstellen. Kein Wunder, dass sie ihren Hauptkanal bei YouTube DieAussenseiter tauften. Ihren starken russischen Akzent haben sie in all den Videos nie abgelegt, was ihnen in den Kommentaren auf Youtube viele Sympathien bei Migranten aber auch Deutschen einbrachte.

Kampf gegen Neider

Selbst wenn sich DieAussenseiter gegen jede Promotion wehren, so werden sie doch mit ihrem Kanal schon den einen oder anderen Euro verdient haben. Fast vor jedes Video ist eine Werbung geschaltet. Zudem haben Dima und Sascha einen eigenen Merchandising-Shop ins Leben gerufen, wo die Fans T-Shirts, Tragetaschen, Tassen und Teddys mit speziellen Logos erwerben können.

Der Erfolg ihres Kanals DieAussenseiter beschert den Jungs natürlich auch Neider. Immer häufiger gab es schlechte Bewertungen und miese Kommentare zu ihren Videos. Doch damit gehen Dima und Sascha ganz souverän um. In „DieAntwort“ bezieht Dima Stellung: „Die Videos machen uns selbst Spaß. Wir möchten die Menschen unterhalten“. Wem der Stil nicht gefällt, soll die Videos einfach nicht schauen und keine Hass-Tiraden loswerden, heißt es weiter.

Vor wenigen Tagen haben die Amateur-Filmer mit „DieAussenseiter sind Geschichte“ ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Erst lassen sie sich von ihren Fans feiern, dann präsentieren sie mit „Heiße Hände“ einen Nonsens-Song im Elektro-Gewand. Dazu springen sie an öffentlichen Orten mit ihren Händen wackelnd durch die Gegend. Witzig? Das liegt wie bei all ihren Videos im Ermessen des Betrachters.

Von ihren Fans wurden sie prompt belohnt: Über 300.000 Aufrufe gab es in nur drei Tagen. Die Erfolgsgeschichte scheint noch lange nicht am Ende. Mal sehen, wie lange sie noch den sicherlich vorhandenen Angeboten der Vermarktung ihrer Videos in anderen Medien widerstehen können.

 
 

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