Die Simpsons sind gerettet

Dirk Hautkapp
Jubel bei den Simpsons: Es gibt neue Folgen. Foto: dapd
Jubel bei den Simpsons: Es gibt neue Folgen. Foto: dapd
Foto: AP
„Die Simpsons“ dürfen nach dem Streit zwischen Filmstudio und Synchronsprechern ihren subversiven Blödsinn fortsetzen. Es hatte zwischenzeitlich so ausgesehen, als würde die Erfolgsserie eingestellt.

Washington.  Der Bart bleibt dran. Springfield lebt. „Die Simpsons“ machen weiter. Der Fernsehsender Fox, der seit 1989 die gelbstichigste und erfolgreichste Zeichentrickserie in der US-TV-Geschichte produziert, wird zwei weitere Staffeln bei Matt Groening und James L. Brooks, den Erfindern, in Auftrag geben. Das Aus für Homer, Marge, Bart, Lisa, Maggie und Co., zuletzt im Gespräch, weil die blendend bezahlten Synchronsprecher der Serien-Charaktere mehr abhaben wollten vom Kuchen, ist nach Informationen des „Hollywood Reporter“ vom Tisch.

Dan Castellaneta, der Homer und einem halben Dutzend anderer Figuren seine markante Stimme leiht, und seine Kolleginnen und Kollegen sind dem Vernehmen nach mit einer Gehaltskürzung von 30 Prozent einverstanden. Twentieth Century Fox, das federführend Studio, wollte die Sprecher, die pro 23-Minuten-Episode jeweils 330 000 Euro beziehen, um mindestens 45 Prozent schröpfen. Begründung: die Gesamtkosten liefen davon.

Hintergrund: „Die Simpsons”, 20 Jahre lang ein todsicherer Quotengarant, weltweit erfolgreich, haben in den USA erheblich Zuschauer eingebüßt. In der Fernseh-Szene hält sich das Gerücht, Fox wolle die Simpsons demnächst komplett ausmustern. Was die bis ins Intellektuellen-Millieu reichende Fan-Gemeinde in Wallung brächte. Stellvertretend für viele stellte der Pop-Analytiker Diedrich Diederichsen einmal fest, dass in einer „Simpsons”-Folge „mehr Wissen über die Welt und den Zustand der Gesellschaft steckt als an deutschen Staatstheatern in einer ganzen Saisonproduktion”. Nun. Den Synchronsprechern ist derlei Lorbeer schnurz. Sie boten zunächst an, auf einen Teil des Fix-Gehaltes zu verzichten, wenn sie im Gegenzug an den millionenschweren Einnahmen aus dem gigantischen „Simpsons”-Devotionalienverkauf beteiligt würden. Das Studio lehnte ab – und setzte sich durch. In den USA flimmern neue Folgen ab 30. Oktober über die Mattscheibe. Wann das Material auch auf ProSieben und Sat.1 Comedy in Deutschland zweitverwertet wird, ist ungewiss.