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Die prominenten Seiten der Liebe

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Foto: Getty Images
Die beiden Journalisten Justus Bender und Jan Phillip Burgard haben Prominente gefragt, ob sie noch an die Liebe glauben. Die Lektüre gibt Antworten, gesammelt in dem Buch „Glauben Sie noch an die Liebe?“, das am Montag erscheint, gleichen einem winterlichen Spaziergang vorbei an hell erleuchteten Fenstern, die so manchen Blick ins Private erhaschen lassen.

Nichts ist so altmodisch, peinlich wie die Liebe, nichts kann uns so sehr enttäuschen. Und nichts vermag uns so sehr zu begeistern, zu erheben. Die Liebe bleibt vermutlich das letzte große Rätsel, allen biologistischen Erklärungsversuchen zum Trotz – eine unberechenbare Kraft, vor der alle Menschen gleich sind. Oder sind prominente Menschen gleicher?

„Ich wollte nie, dass es lau wird. Ich habe Beziehungen immer beendet, wenn das passiert ist.“ Hannelore Elsner, Schauspielerin

Man kann die Geschichte eines Menschen anhand seiner Erfolge und Misserfolge, anhand seiner Karriere, seiner Besitztümer erzählen. Aufschlussreicher aber ist die Frage nach seinem Liebesleben. Um diese Frage zu stellen, bedarf es wohl eines so naiven, hoffnungsvollen Blickes, wie die Journalisten Justus Bender und Jan Phillip Burgard ihn haben. Beide wollen demnächst heiraten, beide trieb die Frage um: Können wir heute wirklich noch an die Liebe glauben? Die Antworten, die ihre prominenten Gesprächspartner ihnen gaben, kann man wohl als entschiedenes „Jein“ beschreiben.

„Monogamie über lange Zeit ist eine Lüge. Sie macht unglücklich.“ Feridun Zaimoglu, Schriftsteller

Da erzählt Roger Willemsen in einem Lokal der Hamburger Reeperbahn, dass er auch platonisch lieben kann. Claudia Roth, Grüne und Single, berichtet, warum die Rolle „der Mann an ihrer Seite“ auch heute noch schwer zu besetzen ist. Und Manager Jürgen Großmann verrät, warum er mit einer „nicht gerade pflegeleichten“ Frau verheiratet ist – und selbst einen Streit mit ihr wunderbar findet.

„Noch nie in meinen Leben habe ich eine so starke, große, fantastische Liebe erlebt. Brigitte ist eine großartige Frau, obwohl sie ja jetzt schon über dreißig ist.“ Rolf Eden, Playboy

Die Lektüre des Buches, das am Montag erscheint („Glauben Sie noch an die Liebe?“, C. Bertelsmann, 288 S., 16,99 €), gleicht einem winterlichen Spaziergang vorbei an hell erleuchteten Fenstern, die so manchen Blick ins Private erhaschen lassen. Top-Model Franziska Knuppe ist seit Jahren glücklich verheiratet und kocht gerne Rouladen. Eckart Witzigmann hingegen ist das Kochen wichtiger als die Liebe, trotzdem hat er viele Affären genossen. Therapeutin Margarete Mitscherlich verrät, in einem der letzten Interviews vor ihrem Tod, was sie von ihren Patienten gelernt hat: Sexualität braucht Geheimnisse. Bitter nur, wenn sie auffliegen – nicht wahr, Herr Friedman?

„Ich kann Ihnen nur raten: Seien Sie autonom! Es wird sie glücklicher machen, Ihre Bedürfnisse zu leben, auch wenn die Gesellschaft sie stigmatisiert.“ Michel Friedman, Anwalt

Am Ende drängt sich der Eindruck einer sehr differenzierten Einigkeit auf: Jeder der Gesprächspartner glaubt an die Liebe – doch, irgendwie. Es meinen nur nicht alle dasselbe mit diesem Wort.