Polizei nahm diese Oma (86) wegen ihres rebellischen Graffitis fest – sie tat es für ihren verstorbenen Mann

Sie kämpft auch mit 86 Jahren noch für den Frieden: Aktivistin Louise Schneider
Sie kämpft auch mit 86 Jahren noch für den Frieden: Aktivistin Louise Schneider
Foto: Anthony Anex / dpa
  • Die 86-Jährige Louise Schneider sprühte auf die Wand vor einer Schweizer Bank ein politisches Graffiti
  • Sie hatte pazifistische Motive – und wurde von der Polizei festgenommen
  • Doch Louise tat es nicht nur für den Frieden, sondern auch für ihren toten Mann

Bern.  Sie ist bereits 86 Jahre alt, doch ihre rebellische Haltung hat sie noch nicht verloren! Die Aktivistin Louise Schneider besprühte am Montag mit roter Farbe die Absperrwand vor der Schweizer Nationalbank mit den Worten: „Geld für Waffen tötet“. Die Polizei ließ nicht lange auf sich warten und nahm die Frau für ihr politisches Graffiti fest.

Doch die Beamten waren höflich, halfen ihr behutsam über die hohe Einstiegskante in den Streifenwagen. Mit der pazifistischen Protestaktion wollte Louise nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, dass die Bank in Waffen investiere, wie sie dem „Blick“ im Interview mitteilte. „Das muss aufhören!“ fügte sie hinzu.

„Ich tat es für meinen verstorbenen Mann“, sagt Louise

Louise, die ihr gesamtes Leben dem Kampf gegen Gewalt und Krieg widmete, hatte aber nicht nur politische Motive, als sie die Wand besprühte. „Ich tat es für meinen verstorbenen Mann“, sagte sie dem „Blick“, „An Neujahr schlief Paul friedlich bei mir ein. Es war ein wunderbarer Tod.“

Schon letztes Jahr wollte die Witwe die Nationalbank besprühen. Doch der erste Herzinfarkt ihres Mannes hielt sie davon ab – sie wollte ihm den Trubel ersparen. Kurz bevor er dann mit 96 Jahren starb, erinnerte er Louise daran, dass sie noch etwas zu erledigen habe.

Louise unterstützt mit ihrer Aktion eine pazifistische Initiative

Mit ihrem Graffiti möchte Louise die Welt offenbar ein kleines Stückchen besser machen – und das könnte ihr auch gelingen. Denn ihre Aktion war äußerst medienwirksam: Überall standen Kameras, als Louise die Wand besprühte. Das Medienspektakel kommt einer Anti-Kriegs-Initiative zugute, die Louise unterstützt.

Es ist eine Unterschriftenaktion mit dem Titel „Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten“ von der pazifistischen Organisation „Schweiz ohne Armee“. Wenn Louise und andere Mitglieder von „Schweiz ohne Armee“ für diese Initiative innerhalb von 18 Monaten insgesamt 100.000 Unterschriften zusammenbekommen, muss das Volk über ein Verbot abstimmen.

Louise selbst hatte die Idee zu dem Graffiti

Im Interview stellt Louise klar, dass das Graffiti ihre Idee gewesen sei und sie nicht von anderen Mitglieder von „Schweiz ohne Armee“ instrumentalisiert wurde. Erstaunlich, dass Louise in ihrem hohen Alter noch solche kreativen Ideen und zudem eine enorme politische Willenskraft hat. Von dieser rebellischen Oma können wir alle noch etwas lernen! (leve)

 
 

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