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Die Firma hinter der TV-Serie „Cobra 11“ feiert 20-Jähriges

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Foto: RTL
Wenn’s im Fernsehen kracht und knallt, steckt meist Action Concept dahinter. Das Unternehmen steht für den Langzeiterfolg der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“. Dahinter steckt ein kluger Kopf: Hermann Joha.

Köln. 

Wenn’s im Fernsehen knallt und kracht, hat meistens einer seine Finger im Spiel: Hermann Joha. Ohne ihn sind Serien wie „Cobra 11“ (Donnerstag, RTL, 20.15 Uhr) oder, ganz aktuell, „MEK 8“ (RTL II, Samstag, 22.55 Uhr) nicht denkbar. Jetzt feiert der TV-Produzent mit seiner Firma Action Concept das 20-jährige Jubiläum.

Joha ist ein gemütlicher Mann. Seine Stimme klingt ruhig, mit der Sprachmelodie der Mainfranken, der 52-Jährige stammt aus dem malerischen Lohr. In seinem Geburtsort betreibt der Fernsehmann ein Hotel. Sein Hauptgeschäft indes sitzt in Hürth bei Köln. Die räumliche Nähe zum wichtigsten Auftraggeber RTL ist nicht zu übersehen.

Als Joha 1992 Action Concept gründete, füllte der Stuntprofi und Hubschrauber-Pilot eine Marktlücke: Das junge, amüsierwütige Publikum steht auf Action, und Joha inszenierte fürs Fernsehen das, was lange Zeit dem Kino vorbehalten schien: Stunt-Spektakel, Verfolgungsjagden, Feuerbälle.

Kein Wunder, dass Joha bald einen Ruf wie Donnerhall hatte. „Das absolute Highlight war natürlich 1995 der Auftrag der (Produktionsfima) Polyphon für „Cobra 11“, weil wir die Serie selbst entwickeln konnten. Dazu gehörte der Stunt, bei dem ein Polizeiwagen in einen Anker reinraste, der von einer Brücke herunterhing.“ Die Szene schrieb TV-Geschichte, noch heute ist sie als YouTube-Clip zu sehen.

Joha steckt Herzblut in Erfolgsprojekt „Der Clown“ 

Damit nicht genug: „In ein anderes Projekt habe ich mein ganzes Herzblut reingegeben“, erzählt Joha weiter, „es war meine erste Regie: ,Der Clown’, ein Fernsehfilm vom November 1996, den wir im Sommer gedreht hatten. Sven Martinek spielte die Hauptrolle, und wir hatten über zehn Millionen Zuschauer und annähernd 40 Prozent (Marktanteil) in der Zielgruppe (der werberelevanten 14- bis 49-Jährigen).“

Aber Joha wirkt keineswegs wie ein Egomane, der glaubt, alles im Alleingang erledigen zu können. Im Gegenteil. In seiner Bilanz stellt Joha sein Team in den Vordergrund: „Ich bin stolz, dass mein Team die ganzen Jahre dem Druck standgehalten hat, dass wir alle Herausforderungen gemeistert haben.“ Joha zählt auf eine eingeschworene Truppe, die teilweise schon seit Jahren zusammenarbeitet. Kein Wunder, dass er über sein Unternehmen sagt: „Wir sind ein klassischer handwerklicher Familienbetrieb.“

Computer revolutionierte die Stunts

Der Chef selbst legt nur noch selten Hand an. Aus gutem Grund: „Bei Stuntmen ist es so ähnlich wie bei Formel-1-Fahrern oder Bundesliga-Spielern: Zwischen 30 und 40 gibt es die normale biologische Schranke. Ich selbst habe mit 42, 43 noch die eine oder andere Sache gemacht – aber nur im Rahmen meiner Möglichkeiten…“

[kein Linktext vorhanden] Neue Möglichkeiten der Inszenierung ergaben sich durch die digitale Revolution, die in den letzten Jahren die Branche komplett aufmischte. Joha: „Wir können heute Action-Sequenzen in Teilen drehen und am Rechner zu einer einheitlichen Sequenz zusammensetzen. Das hat den Vorteil, dass du Dinge zeigen kannst, die du mit Schauspielern niemals in einem Rutsch drehen könntest. Du kannst beispielsweise kein Auto über einen Schauspieler fliegen lassen, und nebenher explodiert noch ein Tanklastzug. In Teilen gedreht, funktioniert das aber.“

Demnächst ermittelt der „Mallorca-Detektiv“

Aber auch auf der Kreativ-Ebene sind Joha die Ideen nicht ausgegangen. In jüngerer Vergangenheit ließ er den Kampfmönch „Lasko“ mit respektablem Erfolg aufs Publikum los. Der „Mallorca-Detektiv“ soll daran anknüpfen.

Joha weiß, was er kann – und was nicht. Ihm geht es um „pures Entertainment“. Joha: „Wir sind nicht Feuilleton, wir sind nicht Grimme-Preis, wir sind Rummelplatz.“