"Die Alm" - ein Format auf rasanter Talfahrt

Am Vorbild gescheitert: „Die Alm“ hat schamlos beim RTL-Dschungelcamp abgekupfert, bietet aber leider nur eine peinliche Kopie.

Essen.. Um mal mit der guten Nachricht zu beginnen: Die Hälfte ist um. Nur eine Woche noch, dann kann man ProSieben wieder einschalten, ohne Angst zu haben, einer Herde von blöden Ziegen und anderem Mistvieh zu begegnen. Nur eine Woche noch, dann ist „Die Alm“ vorbei.

Das ist natürlich ungerecht. Eigentlich müssen wir dankbar sein. Denn seit wir erleben dürfen, wie Menschen, die gern C-Promis wären, Ferien auf dem Bergbauernhof machen, wissen wir endlich, was wir am Dschungel-Camp hatten. Nun muss man das Format deshalb immer noch nicht gut finden. Doch angesichts dieser peinlichen Camp-Kopie in den Alpen, die sich nicht scheut, aufs Schamloseste beim Original abzukupfern, wird wenigstens eines klar: Es war gut gemacht.

Pannen gibt´s reichlich

Statt Dschungelprüfung machen die Kandidaten Muh-Proben: Müssen statt Maden Rinderzunge essen, statt in tausenden Kakerlaken mit einem Aal und ein paar Quietsche-Entchen baden. Es könnte tatsächlich komisch sein – doch von Parodie ist leider überhaupt nicht die Rede.

Stattdessen sitzt das Moderatorenpaar Janine Kunze und Daniel Aminati in Dirndl und Krachlederner allabendlich im (Tannen-)Baumhaus und macht auf Sonja Zietlow und Dirk Bach. Leider haben die beiden weder die guten Texter noch das Timing ihrer Vorbilder – und wirken daher eher so spontan und witzig wie die beiden plumpen Pausenclowns von „Upps, die Super-Pannenshow“.

Immerhin: Das passt. Denn Pannen gibt’s reichlich. Und auch bringen dem Zuschauer neue Erfahrungen. Als am Dienstag ein Kabelbrand das Sendezentrum lahmlegte und die Alm nonstop weiterlief, hätte man sich erstmals in der Fernsehgeschichte eine Werbepause herbeigesehnt. Denn selbst die ist unterhaltsamer – kommt doch wenigstens dann mit Bach und Zietlow ein bisschen Leben in die Bude.

Ein bisschen Aufstand, ein bisschen Beichte

Ansonsten herrscht gähnende Langeweile. Die Kandidaten, deren herausragendste Eigenschaft es ist, sich eine gewisse TV-Bekanntheit verschafft zu haben, inszenieren für die allgegenwärtigen Kameras ein bisschen geprobten Aufstand, ein bisschen peinliche Lebensbeichte, ein bisschen Streit: „Halt die Fresse!“ Da können die Moderatoren das Ganze noch so hypen, spannender wird es nicht.

Entsprechend sind die Quoten auch schon lange vor den Promis auf dem Abstieg ins Tal. Doch um mit einer guten Nachricht zu enden: Die erste Staffel 2004 wurde wegen des großen Erfolgs kurzfristig verlängert. Das bleibt uns diesmal vermutlich erspart.

 
 

EURE FAVORITEN