Deutscher wollte in die USA einreisen – und bekam 40 Tage Knast

Ein kleiner Fehler brachte einen deutschen Urlauber in den USA hinter Gitter. (Symbolbild)
Ein kleiner Fehler brachte einen deutschen Urlauber in den USA hinter Gitter. (Symbolbild)
Foto: AlxeyPnferov / Getty Images/iStockphoto
  • Oliver R. wurde auf seiner Amerika-Reise für 40 Tage ins Gefängnis gesteckt
  • Der Grund war ein Fehler bei der Einwanderung von Mexiko zurück in die USA
  • Der Mann plant nun, die USA zu verklagen

Bammental.  Donald Trump ist bekannt für eine rigide Einwanderungspolitik. Den strikten Umgang mit illegalen Einwanderern der USA bekam nun auch Oliver R. zu spüren. Auf seiner Amerika-Reise wollte er nur kurz nach Mexiko, um danach wieder in die USA zurückzukehren.

Wegen eines Fehlers bei der Einreise steckten die US-amerikanischen Behörden den Mann aus Bammental bei Heidelberg für 40 Tage ins Gefängnis – sein Urlaub wurde zur Odyssee. Der „stern“ berichtet über den Fall.

„Ich war 40 Tage grundlos eingesperrt“

Als Oliver R. nach einem kurzen Aufenthalt in Tijuana wieder in die USA einreisen wollte, fand er sich kurze Zeit später mit Hand- und Fußfesseln von den Grenzbeamten festgenommen. Den Grund dafür erfuhr er erst Tage später.

„Ich war 40 Tage grundlos eingesperrt. Zuerst waren wir 36 Gefangene auf fünf mal zehn Metern, hatten drei Toiletten hinter einer Metallblende, ausreichend Hygieneartikel gab es nicht“, sagte der 30-Jährige dem „stern“.

Verlegung in mehrere Gefängnisse

Laut „stern“ ist Oliver R. am 14. November 2017 festgenommen und daraufhin mehrere Male in verschiedene Gefängnisse verlegt worden. Viele US-Gefängnisse wie das berüchtigte Stewart Detention Center werden von privaten Frimen betrieben, die Geld mit den Häftlingen verdienen.

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Oliver R. beschreibt die Verlegungen als strapaziös: „Man wird, meist nachts, aus seiner Zelle gerufen, es werden einem Hand- und Fußschellen angelegt, man bekommt seine Sachen ausgehändigt, wird in einen Bus gesetzt und in die nächste Anstalt gefahren.“

Die Gefängnisaufnahme könne schon einmal drei oder vier Stunden dauern.

Der Grund für die Festnahme

Erst nach vier Tagen hätte der Mann aus Bammental den Grund für seine Festnahme erfahren. Oliver R. war mit dem Visa-Waiver-Programm in die USA eingereist, welches besagt, dass nur ein Aufenthalt von 90 Tagen in den USA möglich ist, ohne Verlängerung.

Zwar ist eine Ausreise nach Kanada oder Mexiko während dieser Zeit möglich, jedoch wird die dort verbrachte Zeit zu den insgesamt 90 Tagen dazu gerechnet. „Wer 70 Tage in den USA verbringt und 20 in Mexiko, den wird der US-Grenzbeamte in der Regel nicht wieder zurück in die Vereinigten Staaten lassen“, weiß Thomas Schwab, Experte für US-Visumsrecht bei der Frankfurter Kanzlei Weinheller.

Dieses Detail sei Oliver R. nicht bekannt gewesen. Als der 30-Jährige von Tijuana zurück nach San Diego wollte, war sein Visum nur noch einen Tag gültig – seine Rückreise nach Deutschland hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebucht.

Kurz vor Weihnachten kam Oliver R. frei

Laut Thomas Schwab wüssten viele Reisende nicht von dem Fehler, der Oliver R. zum illegalen Einwanderer machte. Der Mann kam schließlich frei, nachdem er herumgenervt und psychische Probleme vorgebracht habe. Kurz vor Weihnachten sei er dann zurück nach Deutschland geflogen.

Abgeschlossen sei die Angelegenheit für den 30-Jährigen jedoch noch lange nicht. „Wenn es nach mir geht, gibt es ein Nachspiel, mein Ziel ist es, die USA zu verklagen“, erklärte Oliver R. (alka)

 
 

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