Deutsch-türkische Soziologin ist sich sicher – Zwangsehen werden bei uns Alltag!

Dr. Necla Kelek ist Soziologin, Publizistin – und Islam-Kritikerin.
Dr. Necla Kelek ist Soziologin, Publizistin – und Islam-Kritikerin.
Foto: imago stock&people
  • Die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek ist bekannte Islam-Kritikerin
  • Nun warnt sie davor, dass Zwangsehen in Deutschland zum Alltag werden

Berlin.  Mit der hohen Anzahl an Flüchtlingen, die in den vergangenen Jahren aus krisengebeutelten Regionen nach Deutschland kamen, halten auch vermehrt islamische Traditionen Einzug in die Gesellschaft.

Diese Entwicklung stößt auf gespaltene Reaktionen. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ äußerte sich die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek nun zu diesem Thema – und hat eine durchaus kritischen Meinung.

Deutsche Muslime sind oft streng religiös

So erzählt Kelek etwa, dass ihre Familie, die in ihrer Heimatstadt Istanbul wie viele einen eher westlichen Lebensstil pflegten, in Deutschland plötzlich mit viel strengeren religiösen Sitten konfrontiert wurden als in der muslimisch geprägten Türkei.

Ihre Familie habe sich aus gesellschaftlichem Zwang den Gegebenheiten, zumindest nach außen hin, angepasst. So durften Kelek und ihre Schwester beispielsweise keine deutschen Freunde haben, geschweige denn in die Disco gehen.

460 Fälle von Zwangsheirat in Berlin im Jahr 2013

Keleks Schwester sei dann auch früh verheiratet worden. Sie selbst sei dem Schicksal nur wegen ihres Aussehens entkommen – weil sie eine „vergleichsweise große Nase“ hat. Die Soziologin befürchtet, dass arrangierte Ehen und sogar Zwangsehen in Deutschland immer mehr zum Alltag werden.

In Berlin habe es im Jahr 2013 etwa 460 Fälle von Zwangsheirat gegeben – wobei die Dunkelziffer wahrscheinlich sehr viel höher liegt. Die Zahlen der letzten Jahre seien ähnlich. Kelek: „Mit den neuen geflüchteten Menschen aus arabischen Ländern wird die Tradition der Zwangsverheiratung auch bei uns Alltag werden.“

Verschleierung zu legitimieren sendet „katastrophales“ Signal aus

Auch das Streitthema Kopftuch spricht Necla Kelek an. Sie selbst verstehe nicht, warum gerade die Linken und Grünen, die eigentlich für progressive und feministische Ideale einstehen, das Tragen des Kopftuchs immer wieder verteidigen.

Die Verschleierung zu legitimieren sende ihrer Meinung nach ein „katastrophales“ Signal aus. Kelek sagt dazu: „Ein Blick in jedes beliebige islamisch geprägte Land reicht, um zu sehen, dass die Verschleierung dort einzig ein Instrument ist, um Frauen zu marginalisieren und auszugrenzen.“ (lhel)