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Désirée Nick – Dschungel-Queen sucht Mann

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Foto: imago stock&people

Essen. Sie rutschen auf Küchengeräten Eisbahnen herunter, stolpern über das Tanzparkett oder ziehen in den Busch. Um ins Fernsehen zu kommen, ist Deutschlands B-Promis alles recht. Jetzt suchen sie sogar den Partner fürs Leben vor laufenden Kameras.

Sie ist Schauspielerin, Kabarettistin und war mal Dschungel-Königin bei RTL. Was in Deutschland schon ein Titel ist. Jetzt will Désirée Nick einen Mann. Sat.1 soll dabei helfen. Montags um 20.15 Uhr. Dann läuft „Die Promi-Singles – Traumfrau sucht Mann”.

Attraktiv, gute Figur, wahrscheinlich auch nicht unvermögend. Muss so eine Frau über das Fernsehen einen Partner suchen? Désirée Nick kann die Frage nicht nachvollziehen. „Ein großer Luxus”, sei das findet die 52-Jährige. „Im Vergleich zu Online-Dating ist TV doch ein vergleichsweise konservatives Medium der Partnersuche.” Schon wegen der persönlichen Nähe. „Man kann sich riechen, hören, spüren und in die Augen schauen.”

700 Bewerber wollten ein Date

Letzteres ist allerdings auch ohne Unterstützung eines privaten TV-Senders möglich. Theoretisch. Doch die ehemalige Religionslehrerin winkt ab. „Wann denn?”. Immer unterwegs, kein geregeltes Leben. Und dann ausschließlich Leute aus der Branche. „Da rennt man doch nur aneinander vorbei.” Deshalb also das Fernsehen.

Und weil bei den Promi-Singles angeblich alles anders war als bei Giulia Siegel, die bei Pro7 weder die große Liebe noch ausreichend Zuschauer fand. Für Nick kein Wunder. Elf Männer und eine Frau in einem Haus. „Das ist nicht Reality oder Doku, im Gegenteil – dabei kann ja auch gar keine Intimität aufkommen.”

Für ein Date mit Frau Nick haben sich angeblich 700 Kandidaten beworben. 700, die sich nicht von ihrem Ruf als Zicke mit lockerem Mundwerk abschrecken ließen. „Privat bin ich ja auch ganz anders.” Anders als im australischen Urwald, wo sie manchen Teilnehmer des Dschungelcamps mit ihrer spitzen Zunge an den Rand des Aufgebens trieb. Anders auch als in den Interviews, in denen sie gerne gegen Kolleginnen vom Leder zieht, bis diese sie medienwirksam verklagen. Angeblich ist sie viel netter. „Deshalb haben sich die meisten auch sofort in mich verliebt.”

„Nichts war inszeniert“

Zehn Bewerber wurden zum Speed-Dating geladen, drei davon kamen ins Finale. Gemeinsam haben sie auf dem Roten Teppich gestanden und die Familie besucht, haben sich kennengelernt. Vor laufenden Kameras. „Aber nichts war inszeniert”, behauptet Nick. Einer hat tatsächlich ihr Herz erobert. „Weil die Chemie stimmte, die Magie der Liebe da war.” Wochen ist das schon her und noch immer sind die beiden zusammen – auch nachdem die Kameras längst aus sind. Selbst das Wort Hochzeit ist nicht tabu. Motto: „Ganz oder gar nicht.”

Dabei hatte Nick vor einiger Zeit noch verkündet, sie habe es sich mit ihrem Sohn idyllisch eingerichtet und wolle nicht, dass ein Mann ihren Frieden störe. Den Sinneswandel begründet sie so: „In der Mitte des Lebens ändern sich die Prioritäten.”

Das glaubt ihr offenbar nicht jeder. Bei einer Umfrage der Internet-Partnervermittlung neu.de wurde gefragt, warum Prominente bei solchen Shows mitmachen. Weniger als 15 Prozent der Befragten sahen die ernsthafte Partnersuche als Motiv. 70 Prozent der Mitglieder glaubten dagegen, es gehe den Promi-Frauen um etwas ganz anderes.

Um Publicity.