Derby mit Tee undGurken-Sandwich

Gegen den „Tatort“ aus Münster sendet das ZDF keine Frischware. Die Inga-Lindström-Folge „Frederiks Schuld“ stammt aus dem Jahr 2011. Aber danach kommt Neues.

Fiebrige Erregung macht sich im verschlafenen Midsomer breit. Das jährliche Cricket-Turnier steht vor der Tür. Für das englische Dorf so wichtig wie bei uns Schalke gegen Dortmund. Mit dem Unterschied, dass man auf dem Land das Spiel mit stoischer Gelassenheit verfolgt. Und dabei Tee und Gurken-Sandwiches genießt.

In „Inspector Barnaby – Sportler und Spione“ (Sonntag, 22 Uhr, ZDF) trifft es den beliebten Ermittler diesmal hart. Zum einen wird ihm gegen seinen Willen die Rolle als Schiedsrichter im Cricket-Derby des Jahres aufs Auge gedrückt. Stress mit den Verlierern ist da programmiert.

Als dann noch ein Mord im Umfeld des exzentrischen ehemaligen Meisterspions Malcolm Frazer geschieht, der in Midsomer seinen Ruhestand verlebt, wird Barnaby (John Nettles) der Fall entzogen. Ein Geheimdienst-Schnösel vom MI 6 übernimmt, schließlich geht es um das nationale Interesse, da dürfen Dorfpolizisten nicht mitmachen. Entrüstet schmeißt der Inspector die Brocken hin.

Als weitere Morde mit denselben Merkmalen geschehen – die Gesichter der Opfer wurden von einer riesigen Tierklaue zerfleischt – holt man ihn zurück. Schließlich kommt eine Korruptionsaffäre aus dem Kalten Krieg ans Licht, mit vielen offenen Rechnungen. Ziemlich schräg diese Barnaby-Folge von Regisseur Renny Rye, fast schon überzeichnet. Und wie immer very british.

 
 

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