Der Sänger mit dem Kaftan ist tot

Er hat so viele Lieder gemacht, aber für die meisten Deutschen ist Demis Roussos immer der vollbärtige Mann mit weitem, weißen Kaftan geblieben, der in den 1970ern mit trauriger Stimme Abschied von seiner Liebsten nahm: „Goodbye My Love, Goodbye“. Wie erst gestern bekannt wurde, ist Roussos bereits am Samstag im Alter von 68 Jahren in Athen gestorben.

Geboren wird er in Alexandria, Ägypten, der Vater war Grieche, die Mutter Italienerin. In den 60ern flüchtet Roussos vor der Militärjunta in Griechenland nach London. Dort lernt er Vangelis Papathanassiou kennen, der später unter seinem Vornamen berühmt werden wird. Zusammen gründen die beiden Aphrodite’s Child, haben Hits wie „Rain And Tears“ und „It’s Five O Clock“, bevor sie sich über die musikalische Ausrichtung zerstreiten.

Roussos verlässt die Band, etabliert sich als Solokünstler, erobert erst Großbritannien, dann auch Deutschland, singt von der schönen Mona Lisa oder von Mädchen aus Arcadia. Weltweit verkauft er 60 Millionen Tonträger.

In die Schlagzeilen gerät Roussos aber nicht nur wegen seiner Musik. 1985 sitzt er an Bord eines TWA-Fluges von Athen nach Rom, der von der libanesischen Hisbollah entführt wird. Er wird vier Tage später in Beirut freigelassen, andere Passagiere bleiben 17 Tage in der Gewalt der Entführer.

Über die Ursache seines Todes ist nichts bekannt. Angeblich aber soll Roussos bereits längere Zeit in einer Privatklinik behandelt worden sein.

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