„Dazu muss ich erst Frau Merkel anrufen“: So genial kontert die Polizei Sachsen rechte Tweets

Die Polizei Sachsen reagierte ironisch auf Twitter-Nachrichten. (Symbolbild)
Die Polizei Sachsen reagierte ironisch auf Twitter-Nachrichten. (Symbolbild)
Foto: hocus-focus / Getty Images
  • In Chemnitz starb ein 35-Jähriger Mann
  • Die Polizei Sachsen forderte Nutzer in sozialen Medien auf, keine wilden Spekulationen aufzustellen
  • Und hatte deutliche Worte für diejenigen, die der Bitte nicht nachkamen

Chemnitz.  Nach dem Tod eines 35-Jährigen am Sonntag in Chemnitz rief die Polizei Sachsen dazu auf, keine Spekulationen zu verbreiten. Auf die Antworten einiger besonders ignoranter Twitter-Nutzer reagierte das Social-Media-Team der Polizei mit bissigen und ironischen Kommentaren – sehr zur Freude anderer Twitterer.

„Bitte beteiligt euch nicht an Spekulationen“, schrieb die Polizei und versuchte damit Falschmeldungen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ein Twitterer teilt seine Spekulation dennoch direkt unter dem Tweet der Polizei. Er begründet seinen Kommentar: „Solange Sie keine Informationen zur Verfügung stellen, ist es unser Gott gegeben Recht über alles und jeden zu spekulieren.“

„Das bringt genau wem was?“

Darauf reagierte die Polizei Sachsen sachlich, aber bereits merklich genervt. Er könne natürlich sein „von Gott gegebenes Recht zum Spekulieren“ nutzen, heißt es ihrer Antwort. „Das bringt genau wem was? Niemanden. Manchmal fragen wir uns was mit den Leuten los ist...“, heißt es im Tweet der Polizei Sachsen.

Ein wütender Twitter-User fordert in derselben Konversation mit zwei Ausrufungszeichen mehr als nötig und einigen anderen Satzzeichen zu wenig: „Dann klärt das Deutsche Volk richtig auf, oder habt ihr einen Maulkorb verpasst bekommen von Merkel und Co, wenn es Asylbewerber waren kommt es eh raus!!!“

„Erst wissen, dann reden“

So genial reagiert die Polizei Sachsen auf den wütenden Twitterer: „Kleinen Moment, dazu muss ich erst Frau Merkel anrufen“. Die Polizei Sachsen weist den wütenden Twitterer erneut darauf hin, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Ermittlungsergebnisse gibt. Aus diesem Grund könnten noch keine Aussagen gemacht werden. „Erst wissen, dann reden – nicht umgekehrt“, fasst die Polizei zusammen.

Nach einigen Kommentaren dieser Art schreibt ein Twitter-User, dass ein Mensch gestorben ist und dies nicht die Zeit für Witze sei. „Wir machen keine Witze. Aber absolut weltfremde Vorwürfe verdienen eine klare Antwort“, schreibt die Polizei Sachsen. Man müsse manchmal den Leuten auch einen Spiegel vorhalten, habe aber Verständnis, wenn das nicht jedermanns Geschmack treffe, heißt es in dem Tweet.

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Die Polizei Sachsen bekommt für die Twitter-Konversation reichlich Zuspruch. Sie machen einen „tollen Job an diesem stressigen Sonntag“, schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer lobt: „was hier auf Twitter gerade wieder abgeht ist auch nicht ohne und da so entgegenzutreten, verdient auch ein Lob“. (dahe)

 
 

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