Das Opfer filmte die ganze Zeit mit: Mann in Berlin schlägt mit Gürtel auf Juden ein

Antisemitische Attacke in Berlin – das Opfer filmt alles

Antisemitische Attacke in Berlin – das Opfer filmt alles

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  • In Berlin kam es zu einer antisemtischen Attacke auf offener Straße
  • Ein Handyvideo dokumentiert die Tat
  • Die Zahl antisemtischer Angriffe in Berlin steigt seit Jahren

Berlin.  Erst im Dezember war der Betreiber eines israelischen Restaurants angegriffen worden, nun kam es am Dienstagabend in Berlin erneut zu einer antisemitischen Attacke auf offener Straße. Gegen 20 Uhr wurden im Stadtteil Prenzlauer Berg zwei Kippa tragende, 21 und 24 Jahre alte Männer von einer unbekannten dreiköpfigen Gruppe judenfeindlich beleidigt und attackiert, teilte die Berliner Polizei am Mittwoch mit.

Einer der Pöbler schlug demnach mit einem Gürtel auf den 21-Jährigen ein. Der attackierte Mann schaffte es, den Angriff mit seinem Handy zu filmen. Einer der Betroffenen stelle das Handyvideo später auf Facebook. Nach der Attacke ermittelt nun der Staatsschutz und fahndet nach den unbekannten Tätern.

Video zeigt die Tat

Wie im Video oben zu sehen, ist in der Aufnahme zu erkennen, wie einer der mutmaßlichen Täter mit einem Gürtel auf den Filmenden einschlägt und ihn wiederholt als „Yahudi“ (arabisch für „Jude“) bezeichnet, ehe ein anderer Mann ihn wegzieht. Nach der Attacke filmt das Opfer rote Striemen auf seinem Körper, die mutmaßlich durch die Schläge mit dem Gürtel entstanden sind.

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Als sich die Täter entfernten, habe der 21-jährige Mann versucht, die Gruppe zu verfolgen. Daraufhin habe einer der Schläger versucht, ihn mit einer Glasflasche zu schlagen. Eine couragierte Zeugin sei dazwischen gegangen und habe weitere Schläge des Täters verhindert, so die Polizei.

Junge Muslime in Auschwitz
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Reaktionen auf die Tat

Die Tat sorgt für Empörung und die Aufforderung an die Politik, zu handeln. Der Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JDFA), Levi Salomon, sagte noch in der Nacht: „Das zeigt, dass jüdische Menschen auch hier nicht sicher sind“, sagte Salomon und betonte: „Wir brauchen keine Sonntagsreden mehr, sondern es muss gehandelt werden.“

Die Berliner CDU forderte vom rot-rot-grünen Senat, „endlich repressiv wie präventiv entschlossen tätig zu werden“. Laut „tagesspiegel“ steige die Zahl antisemitischer Straftaten in Berlin seit Jahren stetig an. Seit 2013 seien bei der Polizei doppelt so viele antisemitisch motivierte Taten registriert worden.

Die Gründe für den Anstieg seien bisher unklar, Analysen dazu würden fehlen. Doch: „Von Lehrern, Polizisten und Sozialarbeitern heißt es, man nehme an, die Steigerung der Vorfälle hänge auch damit zusammen, dass in der Stadt nun mehr Einwanderer aus dem Nahen Osten lebten.“ (epd/dpa/alka)