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Darum ist das Netz nach der Terror-Attacke von Barcelona voller Katzen-Fotos

Mi, 10.05.2017, 18.13 Uhr

Es Menschen, die sagen, das Internet wurde nur für Katzenvideos erfunden. Tatsächlich gehören Clips mit Vierbeinern zu den beliebtesten Inhalten im Netz. Wir zeigen, warum das so ist.

  • Nach dem Anschlag von Barcelona posten viele Nutzer Fotos von Katzen
  • Das Phänomen hat sich als nützliche Waffe gegen Spekulationen erwiesen
  • Das hilft übrigens auch gegen Tweets von Donald Trump
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Barcelona.  Es hat schon etwas Merkwürdiges: In Barcelona fährt ein Auto in eine Menschenmenge, tötet mindestens 13 Menschen – und Internetnutzer haben nicht anderes zu tun, als Fotos von niedlich dreinschauenden Katzen zu posten. Das, was sich erst einmal bizarr anhört, hat einen ernsten und vor allem sehr nützlichen Hintergrund.

Die auf Twitter unter den Hashtags #Ramblas und #Barcelona verbreiteten Katzenfotos sollen verhindern, dass die mutmaßlichen Attentäter an Informationen über polizeiliche Maßnahmen kommen. Denn durch die schiere Menge an Tweets, die sich nicht auf die Anschläge beziehen, geraten Posts, die den Terror thematisieren, schlicht in den Hintergrund. Zudem soll so die Arbeit der Polizei, die ebenfalls auf Twitter aktiv ist, nicht behindert werden.

Katzen-Fotos sorgen für etwas Ruhe

Die Katzenfotos sind somit eine richtige Waffe gegen Nutzer, die die Anschläge für ihre Propaganda instrumentalisieren wollen und Gerüchte über den Täter und den Tathergang streuen. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass Katzenfotos dafür sorgen, dass die verstörenden Fotos von Toten oder schwer Verwundeten wenigstens etwas in den Hintergrund rücken.

Das Phänomen ist übrigens nicht neu: Bereits nach dem Terror in Brüssel wurde das Netz mit Katzenfotos geflutet, nachdem die Polizei darum gebeten hatte, nicht reflexartig ungesicherte Informationen zu verbreiten.

Diese Anweisung könnte sich auch US-Präsident Donald Trump zu Herzen nehmen, der kurz nach dem Anschlag von Barcelona eine widerlegte Legende twitterte . Aber auch hier kontern Nutzer – natürlich – mit Katzen.

#katzenstattspekulationen“

Die Katzenfotos sind mittlerweile so etabliert, dass sie sogar von der Polizei selbst genutzt werden, um wenigstens für etwas Ruhe zu sorgen. Auch als letztes Jahr ein Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gerast ist, postete die Polizei ein Foto von einer Katze auf Twitter – als eine Art Aufforderung.

Etliche Nutzer kamen dem natürlich nach. Der passende Hashtag damals: „#katzenstattspekulationen“. (bekö)

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