Chirurg vergaß Scheren im Bauch

Antwerpen.. Ein Jahr lang hatte Glenn Godecharle wahnsinnige Schmerzen in seinem Unterleib. „Ganz normal“, so der Arzt. Dabei hatte er bei einer OP zwei Scheren im Bauch vergessen.

,,Es war als würden tausend Messer permanent in meinen Bauch stechen. Ich konnte nicht mehr liegen, kaum mehr laufen, kaum mehr schlafen, nicht mehr arbeiten,“ berichtet Glenn Godecharle. Die Schmerzen kamen nach einer Darmoperation.,,Es war als würden tausend Messer permanent in meinen Bauch stechen. Ich konnte nicht mehr liegen, kaum mehr laufen, kaum mehr schlafen, nicht mehr arbeiten,“ berichtet er.

Karge Abfindung

Als Glenn Godecharle bei dem Chirurgen, der ihn operiert hatte, darüber klagte, machte sich der aber nicht die Mühe, seinen Patienten zu röntgen, sondern verschrieb ihm Schmerzstiller mit dem Argument: Bauchschmerzen seien nach einer Darmoperation ganz normal. Das waren sie in diesem Fall aber nicht. Denn der Chirurg hatte nach der Operation gleich zwei Scheren im Bauch von Glenn Godecharle vergessen.

Ein Jahr lang peinigten die beiden 16 Zentimeter langen Scheren den Mann. Dann ging er endlich zu einem anderen Arzt. Der ließ ihn sofort röntgen. Auf dem Röntgenbild waren die beiden Scheren klar zu erkennen. In einer Notoperation wurden sie entfernt.

Es ist auch unbegreiflich, dass die Nachlässigkeit des Chirurgen nicht aufgedeckt wurde. Denn das Krankenhauspersonal stellte nach der OP fest, dass zwei Scheren fehlten, fragte sich aber nicht, wo die denn geblieben sein könnten. Es wurden einfach zwei neue bestellt.

Nun will das Krankenhaus von Wilrijk bei Antwerpen, wo Godecharle operiert wurde, die Pfuscherei des Chirurgen auch noch als Lappalie abhandeln. Der Chirurg, der die Scheren vergaß, soll nicht bestraft werden, weil er ein erfahrener Arzt ist, der schon 25 Jahre lang operiert. Glenn Godecharle soll mit einer kargen Abfindung von nur 5000 Euro Schmerzensgeld abgespeist werden. Doch er fordert mindestens 80 000 Euro Schmerzensgeld und will den Chirurgen jetzt auch verklagen. Doch bis er vor Gericht steht, darf der vergessliche Chirurg erst einmal einfach weiter operieren.

 
 

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