Terroranschlag in Straßburg: Das wissen wir über Chérif C. (29), den mutmaßlichen Attentäter

Einsatzkräfte der Polizei sichern einen Eingang zur Altstadt und damit zum Weihnachtsmarkt. Nach einem Angriff in der Gegend des Straßburger Weihnachtsmarkts haben Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.
Einsatzkräfte der Polizei sichern einen Eingang zur Altstadt und damit zum Weihnachtsmarkt. Nach einem Angriff in der Gegend des Straßburger Weihnachtsmarkts haben Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.
Foto: dpa

Straßburg. Er soll gegen 20 Uhr rund um den Weihnachtsmarkt in Straßburg gleich an drei Orten „Terror“ verbreitet haben.

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Beim Attentäter soll es sich laut dem „Figaro“ um Chérif C. handeln. Er sei im Februar 1989 in Straßburg geboren. Er sei zusammen mit sechs Geschwistern im Elternhaus in Straßburg aufgewachsen, habe einen dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Abschluss, aber keine Ausbildung gemacht.

Nach der Schule habe er bei der Gemeinde gearbeitet, seit 2011 sei er arbeitslos gewesen und nach eigener Aussage viel gereist.

Chérif C: Das wissen wir über den Attentäter von Straßburg

Der Mann wurde sowohl in Frankreich als auch in Deutschland schon verurteilt. Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg hat nach Kenntnis der deutschen Justiz bereits etliche Jahre im Gefängnis verbracht - in allen Fällen ging es um Einbrüche. Wie die Pariser Staatsanwaltschaft bekannt gab, habe er sich im Gefängnis radikalisiert.

So verurteilte das Amtsgericht Singen Chérif C. Mitte 2016 zu zwei Jahren und drei Monaten Haft, weil er in eine Zahnarztpraxis in Mainz und eine Apotheke in Engen im Süden Baden-Württembergs eingebrochen war.

Laut deutscher Presse-Agentur wurde Chérif C. nach einer Haftstrafe in Deutschland 2017 nach Frankreich abgeschoben.

Am Dienstag sollte er von der Polizei in seiner Wohnung festgenommen werden, doch die Beamten trafen ihn nicht an. Wie der „Figaro“ berichtet, war Chérif C. wegen Diebstahl mit Mordversuch festzunehmen.

Granaten gefunden

Bei der Wohnungsdurchsuchung des französischen Staatsbürgers mit nordafrikanischen Wurzeln fanden Beamten mehrere Granaten in seinem Appartment.

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Die französischen Sicherheitsbehörden hatten ihn als Gefährder eingestuft. Er soll auf der Sicherheitsakte „Fiche S“ gelistet gewesen sein. Dabei handelt es sich um eine Liste von Personen, die verdächtigt werden, sich radikalisiert zu haben.

Chérif C. könnte nach Deutschland geflohen sein

Wo der Attentäter sich aktuell aufhält, ist unklar. Die französische Regierung schließt nicht aus, dass der Straßburger Attentäter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. „Aber was ich sagen möchte, ist, dass natürlich sofort die Grenzschließung sichergestellt wurde und Straßburg (...) abgeriegelt wurde“, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, am Mittwochmorgen dem Sender RTL.

Dass Chérif C. dennoch ins benachbarte Deutschland geflohen sein könnte, könne aber nicht ausgeschlossen werden. (ms mit dpa)

 
 

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