Chef der Radfahrer-Lobby: Merkel sollte Radler ernster nehmen

dapd
Die Lobby der deutschen Radfahrer verlangt von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr persönlichen Einsatz für den umweltfreundlichen Verkehr auf zwei Rädern. "Solange Frau Merkel mit dem Fahrrad nichts zu tun hat, bewegt sich auch kaum etwas zugunsten der Radfahrer", sagte der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Ulrich Syberg.

Berlin (dapd). Die Lobby der deutschen Radfahrer verlangt von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr persönlichen Einsatz für den umweltfreundlichen Verkehr auf zwei Rädern. "Solange Frau Merkel mit dem Fahrrad nichts zu tun hat, bewegt sich auch kaum etwas zugunsten der Radfahrer", sagte der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Ulrich Syberg. Er bemängelte im dapd-Interview das fehlende Interesse vieler Politiker. Am (heutigen) Freitag kürt der ADFC in Berlin die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands.

Syberg unterbreitete der Bundeskanzlerin ein Angebot für ein Gespräch: "Ich würde gerne mit Frau Merkel übers Radfahren reden. Sie muss ja nicht selbst fahren. Aber darüber reden sollte sie." Das Interesse müsse von "ganz oben" signalisiert werden, damit das Thema Radfahren mehr Gewicht bekomme. "Immerhin zeigen sich einige Prominente mittlerweile auf dem Fahrrad", sagte Syberg.

Seinem Eindruck nach vernachlässigen es einige Städte noch immer, bessere Verhältnisse für Radfahrer zu schaffen. "Es passiert viel, aber noch nicht ausreichend", sagte Syberg. Dies betreffe nicht nur den Straßenbau. Noch immer gebe es Bauplanungen, bei denen Radfahrer gar nicht berücksichtigt werden: "Supermärkte etwa denken nicht immer an Stellplätze für Räder."

Zudem ärgerte sich Syberg, dass auch in diesem Winter vielerorts zwar Straßen, aber nicht die Radwege vom Schnee befreit wurden: "Bei 42 Millionen Menschen in Deutschland, die regelmäßig Rad fahren, wünsche ich mir einfach, dass da mehr passiert."

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