Betrug in den Charts: Hacker zeigt, wie er Streaming-Zahlen manipuliert

Eine Reportage des Y-Kollektivs hat gezeigt, wie sich Streaming-Zahlen manipulieren lassen. (Symbolfoto)
Eine Reportage des Y-Kollektivs hat gezeigt, wie sich Streaming-Zahlen manipulieren lassen. (Symbolfoto)
Foto: imago images / ZUMA Press
  • Anscheinend lassen sich die Charts manipulieren
  • Das Y-Kollektiv hat vor kurzem eine Reportage veröffentlicht
  • Es scheint, dass die Methode aktiv verwendet wird

Klicks, Abonnenten und Aufrufzahlen haben sich im Zeitalter von Social Media zu einer ganz eigenen Währung entwickelt. Ein selbsternannter „Social Media-Experte“ hat in einer Reportage gezeigt, wie damit anscheinend sogar die Charts manipuliert werden.

Er selbst hat nach eigener Angabe den fünf erfolgreichsten Künstlern im deutschen Hip-Hop zu ihrem Erfolg in den Charts verholfen. Ohne, dass sie vermutlich etwas davon wussten.

Betrug in den Charts? Ein „Social Media Experte“ deckt auf

Das „Y-Kollektiv“, ein Youtube-Kanal des zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gehörenden Netzwerk „Funk“ hat dazu eine knapp 20-minütige Reportage herausgebracht.

In dieser soll Reporter Ilhan Coskun, der eigentlich hinter der Kamera steht, unter dem Pseudonym „Error281“ zum Star gemacht werden. Mit einem denkbar einfachen Prinzip.

Fokus liegt auf dem Streaming-Markt

Aber alles von Anfang. Der Reporter hat sich mit dem Social Media-Experten „Kai“ getroffen. Dieser zeigt ihm im Rahmen der Reportage und am eigenen Beispiel, wie simpel es anscheinend ist, die Charts zu manipulieren.

Der Rap-Hack

Er und sein Team konzentrieren sich bei ihrem Vorgehen auf den Streaming-Markt. Dabei steht vor allem Spotify im Vordergrund.

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„Es ist mega einfach, aus dem Nichts in die Charts zu kommen“

Seiner Ansicht nach, wissen die Künstler oft nichts davon. Es sind die Manager, die zu ihm kommen. Mit ihnen verhandelt er dann über die gewünschten Aufrufzahlen und die dementsprechende Bezahlung.

„Es ist mega einfach, aus dem Nichts in die Charts zu kommen“, so Kai in der Reportage. Um dem Reporter quasi „live“ zu zeigen, wie das System läuft, soll dieser ihm einen Song zwischen 2 und 2:15 Minuten bringen.

Das Endergebnis ist überzeugend

Gesagt, getan. Im Tonstudio „Verlorene Jungs“ in Bremen wird der Track produziert. Ein fertiger Beat, ein bisschen Autotune und fertig ist der erste Track des Nachwuchs-Rappers.

Damit am Ende auch alles zusammenpasst, muss natürlich noch ein passendes Musikvideo her. Gesagt, getan. Das Ergebnis könnte tatsächlich von einem bekannteren Künstler stammen.

Aufrufe werden automatisch generiert

Nun beginnt die Arbeit des Hackers. Er besorgt sich um die 150.000 bis 250.000 deutsche Spotify-Zugänge. Wie genau er das anstellt, will er in der Doku, logischerweise nicht verraten. Betriebsgeheimnis sozusagen.

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Mittels eines Programms öffnen sich dann unzählige Tabs in seinem Browser, in welchen sich die ganzen Konten anmelden. Sieht fast ein wenig aus, als ob ein Virus die Kontrolle über den Rechner übernommen hätte, bemerkt auch der Reporter.

Große Künstler profitieren ebenfalls

Auf diesen Tabs wird der gewünschte Track dann non-stop gestreamt. Um zu verhindern, dass die ungewöhnliche Aktivität auffällt, werden außerdem Playlists erstellt, in die auch die Songs von anderen erfolgreichen Künstlern eingepflegt werden.

So profitieren diese indirekt auch von dieser Masche. Ohne es zu wissen, zu wollen oder auch nur irgendwie eingreifen zu können.

Wenige Tage nach Veröffentlichung: 100.000 Aufrufe

Fünf Tage vor der Veröffentlichung wird ein Instagram-Account eingerichtet. 70.000 Abonnenten bei gerade einmal zwei Bildern. Zumindest was das angeht, hat Kai nicht zu viel versprochen.

Und auch nach Release stimmen Kais Prognosen. Die Streaming-Zahlen klettern nach kurzer Zeit auf 100.000 Aufrufe. Nicht schlecht für jemanden, der aus dem Nichts sein erstes Lied veröffentlicht hat. (db)

 
 

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