Britin bittet Polizisten, ihren Hund nicht zu erschießen – und sitzt deshalb seit April im Gefängnis

Vater: Tochter wollte nur ihren Hund schützen. (Symbolbild)
Vater: Tochter wollte nur ihren Hund schützen. (Symbolbild)
Foto: 54° / Christian Deutzmann / imago/Agentur 54 Grad
  • Eine 25-jährige Britin wurde am Strand nahe Lissabon verhaftet, nachdem sie einen Polizisten angeschrien haben soll
  • Der Beamte hatte seine Waffe auf ihren Hund gerichtet, so ihr Vater gegenüber der Presse
  • Bei einer Verurteilung drohen ihr fünf Jahre Haft

Lissabon.  Sie wollte mit ihrem Freund ein Festival in Portugal besuchen – jetzt sitzt eine 25-jährige Britin im Gefängnis. Die gelernte Pflegerin wurde bereits im April verhaftet, weil sie einen Polizeibeamten angegriffen haben soll. Derzeit wartet sie auf ihren Prozess, der voraussichtlich Ende September stattfindet. Von dem Fall berichtet unter anderem „MailOnline“.

Was der Vater der jungen Frau gegenüber „MailOnline“ erzählt, klingt wie die Horrorgeschichte aus einem Unrechtsstaat. Die Frau sei mit ihrem Hund am Strand in der Nähe von Lissabon spazieren gewesen, als sie ihren Freund und einen Bekannten plötzlich „blutüberströmt“ vorgefunden habe. Die Männer wurden von bewaffneten Polizisten festgehalten.

Mörderin als Haftgenossin

Als einer der Beamten seine Waffe plötzlich auf ihr Tier richtete, habe sie angefangen zu schreien und gefleht, dass er ihren Hund nicht erschießen solle. Daraufhin sei sie in Handschellen gelegt und festgenommen worden. Die Frau selbst wisse gar nicht, was sie getan habe, berichtet der Vater.

Die Haftbedingungen im Frauengefängnis in Tires nahe Lissabon seien katastrophal: Sie befinde sich gemeinsam mit einer Mörderin im Gefängnis und habe pro Tag nur zwei Stunden Freigang im Innenhof. Davon habe sie dem Vater am Telefon berichtet.

Politik schaltet sich ein

Der Fall schlägt auch politisch Wellen, wie „The Sun“ berichtet: David Davies, der Abgeordnete für den Wahlbezirk der jungen Frau, hat das britische Außenministerium gebeten, Druck auf die portugiesische Regierung auszuüben. Er ist entrüstet: „Wenn das in London passiert wäre, wenn sie aufgetaucht wäre und einen Beamten angeschrien hätte, hätte man ihr gesagt, dass sie sich beruhigen solle“, gab Davies gegenüber „The Sun“ an.

Wenn die junge Frau bei dem Prozess Ende September schuldig gesprochen wird, droht ihr eine bis zu fünfjährige Haftstrafe. (raer)

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