Brennnessel und Co: Wie Unkraut zum leckeren Essen wird

Löwenzahn eignet sich für Tees und auch für Honig.
Löwenzahn eignet sich für Tees und auch für Honig.
Foto: Lars Fröhlich/FUNKE Foto Services
Wildkräuter werden oft unterschätzt. Dabei enthalten sie viele Nährstoffe und eigenen sich gut zum Kochen. So werden Brennnessel und Co. zubereitet.

Essen.. Von wegen Unkraut und Kanninchenfutter: Wildkräuter gelten seit jeher als wertvolle Nahrungsmittel. Und wer sich für die Pflanzen am Wegesrand interessiert, kann ganz einfach leckere Beilagen zaubern, die unbelastet vor der eigenen Haustür wachsen.

Löwenzahn

Der Löwenzahn muss nicht immer abgemäht werden. Er kann in der Küche, wie auch in der Medizin verwendet werden, denn er enthält viel Vitamin A. Dabei sind alle Teile des Löwenzahns zu gebrauchen: die Blätter, die vor der Blüte zarter sind, die Wurzeln und auch die Blüten. Die Pflanze ist reich an Bitterstoffen, Vitaminen und Mineralien. Laut Heilpflanzenkatalog ist der Löwenzahn vielseitig verwendbar. Für Löwenzahnblütenhonig werden fünf Handvoll Löwenzahnblüten mit kalten Wasser vermischt und zum Kochen gebracht. Dann 12 Stunden in kaltes Wasser einlegen und durchfiltern. Ein Kilo Rorhrzucker und eine halbe, klein geschnittene Zitrone mit Schale dazugeben. Auf kleiner Flamme andicken, damit Honig entsteht. Nicht kochen und Vorsicht, der Honig dickt noch nach.

Aus den Löwenzahn-Wurzeln lässt sich ein Kaffeeersatz bereiten. Dazu werden die gesammelten Löwenzahn-Wurzeln gereinigt und getrocknet. Anschließend können sie im Backofen angeröstet werden. Zum Schluss mahlt man ein feines Pulver daraus, das wie Kaffee verwendet werden kann.

Brennnessel

Die feinen Haare der Brennnessel sorgen dafür, dass wir uns immer wieder schmerzlich an die Begegnung mit der Pflanze zurück erinnern. Doch wer die jungen Blätter pflügt, wird nicht verletzt, da die Nesseln noch nicht ausgebildet sind. Und da sie anpruchslos ist und überall wächst, kann die Brennnessel auch gut in der Küche verarbeitet werden. Aus einer Handvoll großer, frischer Brennnesselblätter, 3 Esslöffel Vollkornmehl, 1 Ei, eine halbe Tasse Bier, Pfeffer, Salz, Öl zum Frittieren kann man die Brennnesselblätter im Bierteig "panieren" und kross als Beilage frittieren.

Für Brennnesselspinat werden ein Kilo der jungen Blätter in einem halben Liter Gemüsebouillon etwa 5 Minuten gekocht, abgesiebt und püriert. Eine Knoblauchzehe und eine Zwiebel in Butter anschwitzen und drei Esslöffel Mehl hinzugeben, bis alles braun wird. Dann 250 Milliliter Sahne und zwei Eigelb unterrühren und die Brennnesselblätter hinzugeben.

Giersch

Giersch kann für manche Gartenbesitzer lästig sein, denn das Gewächs ist äußerst beständig und verbreitet sich schnell. Bekannt wurde das Kraut durch die heilende Wirkung bei rheumatischen Beschwerden. Als Waldgemüse eignet es sich gut zum essen, zum Beispiel für Gierschpfannkuchen. Drei Hände voller Gierschblätter waschen und entstielen. Die Blätter zwei Minuten in kochendes Wasser legen, abspühlen und klein hacken. Eine Zwiebel und Knoblauch nach Bedarf klein schneiden und vermischen. Dann einen Pfannkurchenteig machen und die Giersch-Zwiebel-Knoblauchmischung dazu geben. Die Pfannkuchen in der Pfanne ausbacken und mit Kräuterquark servieren.

Gänseblümchen

Gern gesehene Dekoration sind die Gänseblümchen, die auch heilende Wirkung bei Wunden verspricht. Es regt Appetit und Stoffwechsel an, fördert die Verdauung und kann durch seine krampfstillenden Fähigkeiten auch Husten lindern. Für eine Gänseblümchensuppe 750 Milliliter Gemüsebrühe mit acht Löffel Crème fraiche erhitzen (nicht kochen). Die Gänseblümchen vom Stiel trennen und zerkleinert in die Suppe geben. Mit dem Mixer gut zerkleinern. Die Suppe kurz aufwallen lassen und abschmecken.

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