Jugendliche reisen als blinde Passagiere im Flugzeug-Radkasten: Dann passiert das Drama

Aus einer Maschine der Fluggesellschaft Latam stürzten die beiden Jugendlichen ab. (Archivbild).
Aus einer Maschine der Fluggesellschaft Latam stürzten die beiden Jugendlichen ab. (Archivbild).
Foto: Paulo Lopes / imago/ZUMA Press
Sie wollten als blinde Passagiere in die USA. Beim Start des Jets in Ecuador stürzten die Jugendlichen aus dem Radkasten in den Tod.

Guayaquil.  Die aus dem Radkasten eines startenden Flugzeugs in Ecuador abgestürzten blinden Passagiere sind nach Angaben der Polizei Minderjährige gewesen. Kriminalexperten hätten die Leichen als die eines 16 und eines 17 Jahre alten Jugendlichen identifiziert, teilte die Polizei am Dienstagabend (Ortszeit) mit.

Die Maschine der Gesellschaft Latam war am Montagmorgen mit Ziel New York gestartet. Neben den Leichen entdeckte die Polizei auch einen kleinen Koffer am Boden, in dem sich Wäsche sowie 20 Dollar befanden – offenbar für ein neues Leben in den USA.

Ermittler vermuten Helfer am Flughafen

Fingerabdrücke im Radkasten zeigten, dass die Jugendlichen versucht hätten, sich festzuhalten, als sich nach dem Start die Türen öffneten, um die Räder einzufahren, sagte der örtliche Polizeichef Marcelo Tobar. Unklar war weiterhin, wie die beiden alle Sicherheitsvorkehrungen überwinden und auf das Rollfeld gelangen konnten. Man schließe nicht aus, dass sie Helfer am Flughafen hatten, so Tobar weiter. Es gebe noch keine Festnahmen.

Die beiden Jugendlichen aus der südlichen Provinz Cañar hatten den Informationen zufolge am Sonntag ihren Wohnort verlassen und gesagt, sie gingen zu einem Fußballspiel. Angehörige reisten nach Guayaquil, um die Leichen in Empfang zu nehmen.

Flughafen zeitweise geschlossen

Nach dem Vorfall vom Montag war der Flughafen vorübergehend geschlossen worden, wie die Behörde für zivile Luftfahrt DGAC mitteilte. Die Maschine wurde für weitere Ermittlungen nach Guayaquil zurückbeordert. „Wir bedauern den Vorfall am Flughafen Guayaquil zutiefst und drücken unser Beileid aus“, sagte der Exekutivdirektor von Latam Ecuador, Manuel van Oordt. „Wir arbeiten mit den Behörden zusammen und hoffen, dass die Ursache der Unglücks ermittelt werden kann.“ (dpa)

 
 

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