Berlin: Häftlinge fotografieren heimlich ihr Essen – irre, was sie bekommen

JVA-Insassen in Berlin haben Bilder vom Essen gepostet. #foodporn einmal anders. (Symbolbild)
JVA-Insassen in Berlin haben Bilder vom Essen gepostet. #foodporn einmal anders. (Symbolbild)
Foto: imago images / Joko

Knast ist ein kein Zuckerschlecken. Das beweisen Bilder, die Inhaftierte eines Gefängnisses in Berlin nun heimlich veröffentlicht haben.

Ein Brötchen, zwei Eier, ein kleines Stückchen Käse. „Wir haben anscheinend die beste Verpflegung“, schreiben der Gefängnisinsassen aus Berlin neben das Bild ihres Abendessens bei Twitter. Das ganze ist natürlich ironisch gemeint.

Berlin: Häftlinge beschweren sich über Essen in JVA

Mickrig sieht die Portion schon aus, die die Gefangenen der JVA Heidring in Berlin vom Twitteraccount „Gefängniscuisine“ aus ihren Zellen posten. Gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ sagten die Häftlinge sogar, ihre Versorgung sei „unterirdisch“.

Seit nunnmehr zwei Wochen zeigen die Häftlinge bei Twitter, was sie täglich auf ihre Teller bekommen. Besonders viel ist das nicht. Eine kleine Portion Nudeln mit fast durchsichtiger Soße, dazu ein Becher Joghurt, Sorte „exotische Früchte und Apfel“.

Angerichtet ist das karge Mahl auf funktionalen Metalltellern. „Für ein Kind wäre die Portion ausreichend“, schreiben die hungernden Gefängnisinsassen daneben. Ob das auf Dauer gesund ist?

Berlin: Tweets aus dem Knast mit fröhlichen Hashtags

Dazu gibt es noch ironisch-fröhliche Hashtags. Mit „#foodporn“, „#HappySunday“ oder „#foodblogger“ markieren sie ihre Bilder.

Eine Frage stellt sich aber: Dürfen die Insassen überhaupt ein Smartphone besitzen und twittern?

Legal ist das Ganze offenbar nicht, denn Mobiltelefone sind in der JVA für die Insassen eigentlich verboten. Das hin und wieder doch ein Smartphone hinter Gittern geschmuggelt wird, komme allerdings vor.

Häftlinge wünschen sich ausreichend große Portionen

Verstöße gegen diese Regel würden üblicherweise bestraft, etwa mit Freizeitentzug oder Arbeitsverbot. Und trotzdem posten die Insassen fleißig weiter.

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„Ernährung ist für uns alle ein großes Thema, und die Art und Weise wie hier mit Ernährung umgegangen wird, ist beängstigend“, sagen die Häftlinge gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“. Sie wünschen sich nährstoffhaltigeres Essen und größere Portionen, die auch satt machen.

Gesellschaft für Ernährung erstellt die Speisepläne

Jetzt wehrt man sich auf Seiten der Justiz gegen die Vorwürfe der Gefängnisinsassen. Ein Justizsprecher erklärte der „Stuttgarter Zeitung“, die Speisepläne würden nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zusammengestellt werden. Jeder Häftling erhalte eine ausreichende Kalorienmenge. Das Gefängnis gehöre zu den modernsten von Berlin.

Immerhin: Die Tweets aus dem Knast „draußen“ kommen glatt besser an als die Essens-Portionen bei den Gefangenen. Mittlerweile folgen über 2700 Menschen dem Account „Gefängniscuisine“. Die Tendenz ist steigend. Den Häftlingen gefällt die Aufmerksamkeit anscheinend. Sie posten die Berichte über „Gefängniscuisine“ und bedanken sich dafür.

Twitter-Nutzer haben Mitleid mit den Gefangenen

Die Twitter-Nutzer sind jedenfalls geteilter Meinung. Einige weisen doch darauf hin, dass die Insassen schließlich im Gefängnis sitzen und nicht im Drei-Sterne-Restaurant bestellt haben.

Andere haben aber auch Mitleid mit den halb verhungerten Gefangenen. Sie schreiben unter anderem:

  • „Brötchen sieht schon so zäh und gummiartig aus. Sicher keine Essens-Freude dort hineinzubeißen. Pappe wäre vermutlich aromatischer.“
  • „Viel zu wenig“
  • „Was ist das? Essen?“
  • „Das soll Häftlinge Satt machen? Gut, dass ihr das mal ins Netz gestellt habt. Hoffe, es bessert sich bald!“ (vh)
 
 

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