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Diese emotionale Botschaft richten „DSDS“-Wegbegleiter an Daniel Küblböck

Mo, 10.09.2018, 11.31 Uhr

  • Daniel Küblböck soll von Bord des Kreuzfahrtschiffes AIDAluna gesprungen sein
  • Rettungskräfte suchen derzeit nach dem Ex-DSDS-Sänger
  • Küblböck wird mit Flugzeugen und Hubschraubern vor Neufundland gesucht
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Berlin.  Mit einer emotionalen Botschaft reagieren sieben „DSDS“-Wegbegleiter auf die Geschehnisse um Ex-TV-Star Daniel Kaiser-Küblböck. „Mit großer Bestürzung hat jeder einzelne von uns die traurigen Nachrichten der vergangenen Tage über Dich verfolgt! Es tut uns unendlich leid, auf diese Weise zu erfahren, welche grausame Traurigkeit Dich die letzten Monate umgeben haben muss“, schreiben Küblböcks Mitstreiter aus der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ in einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

„Was wir sehen und kennenlernen durften, war ein Mensch mit unglaublich vielen Facetten, einem riesigen unvoreingenommenem Herzen aber auch einer sehr zerbrechlichen Seele!“ In der ersten Ausgabe von „DSDS“ hatte Küblböck im Jahr 2003 den dritten Platz belegt.

DSDS-Wegbegleiter bedanken sich bei Küblböck

Unterschrieben ist das gemeinsame Statement von den sieben „DSDS“-Teilnehmern Juliette Schoppmann, Stephanie Bauckmayer, Andrea Josten, Daniel Lopes, Vanessa Struhler, Nektarios Bamiatzis und Gracia Baur.

„Manche Menschen, die Dich nicht kannten und vor allem nicht „erkannten“, empfanden Dich möglicherweise als Clown. Jedoch auch Clowns weinen! Und die sehr guten Clowns besitzen die Fähigkeit, ihre Tränen vor den Menschen zu verbergen, denen sie sie nicht zeigen wollen!“, heißt es in der Botschaft.

Trotzdem habe Küblböck es geschafft, alle mit seiner positiven Energie anzustecken. „Wo immer Dich Deine Reise auch hinführt: Du wirst in unseren Herzen weiter leben! Danke, dass wir einen Teil Deines Weges mit Dir gehen durften!“

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Küblböck war am frühen Morgen über Bord gegangen

Küblböck war mit dem Kreuzfahrtschiff AIDAluna nach New York unterwegs und am frühen Sonntagmorgen über Bord gegangen. Es gebe Grund zur Annahme, dass Küblböck, der privat an Bord des Schiffes war, absichtlich gesprungen sei, hatte ein Sprecher der Reederei AIDACruises der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag gesagt. „Das ist unsere Vermutung.“

Suche nach Daniel Küblböck am Montag eingestellt

Der Kapitän und die Crew hätten sofort Rettungsmaßnahmen eingeleitet. „Ein Kabinencheck wurde durchgeführt, der bestätigte, dass ein männlicher Gast vermisst wurde“, so der Sprecher. Dabei handele es sich um Daniel Küblböck.

Seit Sonntag hatte die kanadische Küstenwache nach dem Sänger gesucht. Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. „Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden“, sagte Mark Cough, Sprecher der Küstenwache in Halifax.

Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei am Montag die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen. Die Wassertemperatur nordöstlich von Neufundland liegt bei etwa 10,5 Grad. Ohne Hilfe liege die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden, hieß es.

Daniel Küblböck sprach offenbar von Mobbing

Inzwischen ist ein Facebook-Post aufgetaucht, gepostet Anfang August auf der offiziellen Fanclub-Seite. Er soll von Daniel Küblböck selbst geschrieben worden sein. Nachprüfen lässt sich das nicht, denn der Post wurde inzwischen gelöscht. Eine Anfrage unserer Redaktion an den Fanclub blieb bisher unbeantwortet.

In dem Post ist von Mobbing an seiner Schauspielschule in Berlin die Rede. „Liebe Fans, leider geht es mir psychisch und physisch immer noch nicht besser“, heißt es in dem Post. „Ich muss diesen Schmerz der letzten Monate erst noch verkraften. Dieses monatelange Mobben an meiner Schule, in meiner Klasse, hat mich doch zutiefst in meiner Seele erschüttert.“

Laut Posting musste der Sänger „Wochen mit hohen Hacken über Steine laufen, dann wurde mir meine Bühnengarderobe zerschnitten und mir wurde Sabotage unterstellt, da jemand Wasser über die Technik geschüttet hat.“ Das Schlimmste: Seine Dozentin habe alles stillschweigend hingenommen. „Diese Gesamtsituation macht mich einfach nur fertig“, heißt es in dem Post.

Die Schule wies die Mobbing-Vorwürfe zurück. „Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück“, hieß es in einer Erklärung der Schule am Montag in Berlin.

„Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck. Die ETI Schauspielschule Berlin möchte zum Schutz der Privatsphäre von Daniel zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu den im Internet kursierenden Gerüchten tätigen“, zitiert die „Berliner Morgenpost“ aus der Erklärung. In Gedanken sei man bei seiner Familie, den Freunden und Fans.

Daniel Küblböck war am Sonntag über Bord gegangen

Laut Berichten von Urlaubern an Bord in einem Kreuzfahrt-Forum ereignete sich der Zwischenfall gegen 5.15 Uhr Ortszeit (11.15 Uhr MESZ) am Sonntag. Die Passagiere sollen den Schilderungen zufolge mit Durchsagen geweckt und über die Suchmaßnahmen informiert worden sein.

Das Kreuzfahrtschiff AIDAluna kehrte zunächst an die mutmaßliche Unglücksstelle zurück. In dem Seegebiet vor der kanadischen Küste fand eine intensive Suche in enger Zusammenarbeit mit der Küstenwache statt. Flugzeuge und Hubschrauber wurden eingesetzt. Neben der kanadischen Küstenwache untestützte auch ein Kreuzfahrtschiff der Holland-America-Line, die MS Zuiderdam, die Suche nach dem Vermissten.

Die Unglücksstelle liegt nach Angaben von Aida Cruises in der Labrador See, ungefähr 100 Seemeilen (etwa 185 Kilometer) nördlich von St. John’s/Neufundland. Auf einer Karte, die den zurückgelegten Weg der AIDAluna zeigt, ist zu erkennen, wie das Schiff von der geplanten Route abwich und mehrere Schleifen fuhr.

Mittlerweile hat das Kreuzfahrtschiff seine Reise fortgesetzt. Es ist auf dem Weg vom neufundländischen St. Johns nach Halifax. Das Schiff befindet sich auf einer 17-tägigen Reise von Hamburg über Norwegen, Island, Grönland und Neufundland nach New York. Dort sollte die AIDAluna am 14. September ankommen, die Reise endet einen Tag später.

Das Leben an Bord geht offenbar weitestgehend seinen normalen Gang. Kapitän Marc-Dominique Tidow soll die Passagiere regelmäßig über Lautsprecherdurchsagen auf dem Laufenden halten.

Daniel Küblböck war Kandidat bei DSDS

Daniel Küblböck wurde 2002/2003 als bunter Vogel durch seine Teilnahme an der ersten Staffel der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) bekannt. Er wurde damals Dritter. Es folgten ein Album, eine Autobiografie und ein Auftritt im Dschungelcamp. 2011 wurde Küblböck von einer 70-jährigen Immobilien-Millionärin adoptiert.

Danach wurde es ruhiger um den Sänger. Der 33-Jährige vollzog einen Imagewandel und machte eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin. Er wohnt auf Mallorca und in Berlin und war immer mal wieder im TV zu sehen. 2015 zum Beispiel in der RTL-Show „Let’s Dance“.

Familie veröffentlicht Statement auf Küblböcks Webseite

Daniel Küblböcks Familie hatte die Hoffnung zunächst noch nicht aufgegeben: „Wir denken mit all unserer Kraft und Liebe an Daniel und hoffen auf ein großes Wunder“, heißt es in einer Stellungnahme, die Angehörige und enge Freunde auf der Internet-Seite des 33-Jährigen veröffentlichten.

Vater Günther Küblböck (54) sagte der „Bild“-Zeitung (Bezahlangebot): „Ich klammere mich jetzt nur an die Hoffnung, dass irgendwie doch noch alles gut wird!“

Auch Dieter Bohlen äußerte sich zu dem Verschwinden von Küblböck. Der Musiker und Produzent, der Küblböck als Juror bei „Deutschland sucht den Superstar“ kennenlernte, veröffentlichte ein Video auf Instagram, mit dem er viele Fans verärgerte. Bohlen trägt in dem Video ein Pullover mit der Aufschrift „Be One With The Ocean“ – „Sei eins mit dem Ozean“. Das löste bei einigen Instagram-Nutzen Empörung aus.

In dem Video sagt Bohlen: „Ich kann es im Moment weder fassen noch glauben.“ Küblböck sei auf einer Seite ein unglaublich „lustiges Kerlchen“ gewesen, aber wenn er bei Bohlen zu Hause war, hätte es auch das krasse Gegenteil gegeben, so der Entertainer. Das sei in Richtung Depression gegangen. Entsprechend könne er sich vorstellen, dass Küblböck versucht hat, sich das Leben zu nehmen. „Ich hoffe immer noch, dass jetzt irgendwie kommt, die haben den noch irgendwo gefunden“, sagt er. „Ich bin total geschockt.“

Am Montagnachmittag äußerte sich Bohlen erneut und bezog Stellung zu seiner umstrittenen Kleiderwahl. „Sorry, ich hab es nicht so gemeint“, steht über einem Video, das er auf Instagram gepostet hat. „Das ist völlig falsch rübergekommen“, betont Bohlen in dem kurzen Clip.

Und weiter: „Mir tut das total leid, wenn ihr es falsch verstanden habt. Daniel war echt ein Freund, den hab ich total lieb gehabt, wir haben uns gut verstanden und ich wollte ihm etwas Nettes sagen. Wenn ihr das falsch verstanden habt, dann tut es mir wirklich, wirklich leid.“

Im Schnitt mehr als 20 Vermisste pro Jahr

Dass Menschen von Kreuzfahrtschiffen verschwinden, ist weniger ungewöhnlich als man vermuten könnte. Erst vor wenigen Wochen machte der Fall einer britischen Urlauberin Schlagzeilen, die von Bord eines Kreuzfahrtschiffes in die Adria gestürzt war. Sie konnte gerettet werden, nachdem sie zehn Stunden im Meer getrieben war. Experten zufolge hatte die Frau Glück im Unglück, weil das Meer relativ ruhig und warm war.

„Tatsächlich verschwinden im Schnitt jedes Jahr über 20 Menschen von Bord eines Kreuzfahrtschiffes“, erläutert Ross Klein, Professor für Maritime Studien von der kanadischen Universität Neufundland auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Teil der Vermisstenfälle sei auf Suizide zurückzuführen, erklärt der Experte, andere Fälle seien das Resultat unglücklicher Unfälle, oft als Folge von Alkoholmissbrauch. „Besorgniserregend ist jedoch, dass es in rund 30 Prozent aller Fälle keinen Anhaltspunkt gibt, was mit den Passagieren geschehen sein könnte“, sagt Klein. (jha/dpa/kge/sgx)

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• Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de.

Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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Fr, 10.08.2018, 10.49 Uhr