„Bares für Rares“ im ZDF: Händlerin weint nach Rekord-Deal – Jurist hält Kauf für ungültig

Sie ist eine der beliebtesten Nachmittagsshows im deutschen Fernsehen: Die ZDF-Sendung "Bares für Rares".

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Es ist ein Fernsehmoment, den man vermutlich so bald nicht mehr vergessen wird. Ein echtes Stück „Bares für Rares“-Geschichte. Wohl aber auch das am meisten diskutierte Stück „Bares für Rares“-Geschichte. Doch was war eigentlich passiert?

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das ist ein Stück, wo einem als Händler einfach das Herz aufgeht, wo man sein Leben nach sucht. Das ist quasi die Nadel im Heuhaufen. Die habe ich heute Abend hier gefunden. Ich bin wahnsinnig glücklich und mir fehlen einfach nur die Worte“, stammelt „Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger am Ende der Abendausgabe der ZDF-Trödelshow.

Sie hat Tränen in den Augen, kann kaum fassen, was gerade passiert ist.

„Bares für Rares“ im ZDF: Händlerin zahlt Rekordpreis für Jesus Kreuz

Wobei, Trödel war es nun nicht gerade, was die 36-Jährige an diesem Tag gekauft hatte. Im Gegenteil. Sie hatte gerade das teuerste Stück erstanden, das jemals über den Verkaufstresen bei „Bares für Rares“ gewandert ist.

42.000 Euro hat Susanne Steiger gezahlt. 42.000 Euro für ein mit Diamanten besetztes Kreuz, bei dem nicht die 40-karätigen Diamanten den Hauptwert ausmachten.

Denn das Kreuz hatte ein Innenleben, das Händler Lucki noch während der Verhandlungen dazu veranlasste, das wertvolle Schmuckstück zu küssen.

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Kreuz mit Splitter aus dem Kreuz Jesu hat den Wert einer kleinen Kirche

Das Kreuz stammte aus dem 17. Jahrhundert. Eine Reliquie. Im Inneren des Jesus-Kreuzes befanden sich drei Holzsplitter, die aus dem Kreuz Jesu stammen sollen. Ein Stück von nahezu unschätzbarem Wert.

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Das ist „Bares für Rares“:

  • Die Nachmittags-Sendung läuft seit 2013 im ZDF
  • Seit dem Start wird die Show von Horst Lichter moderiert
  • Zunächst lief die Sendung im Spartenprogramm von ZDFneo
  • Seit 2015 läuft „Bares für Rares“ im Hauptprogramm und gilt schon länger als erfolgreichste Sendung im Nachmittagsprogramm des Senders
  • Bisher wurden mehr als 750 Folgen produziert
  • Die Sendung läuft Montag bis Freitag von 15 bis 16 Uhr
  • In unregelmäßigen Abständen gibt es auch spezielle Abendsendungen der beliebten Trödelshow
  • Dabei kommen dann ganz besondere Stücke auf den Händlertisch

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Und doch, Stefanie, der das Kreuz von ihrer Tante vererbt wurde, die wiederum es als Geschenk von einer alten Dame bekommen hatte, weil sie immer zusammen zur Kirche gingen, wollte das Stück veräußern.

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Schätzung lag bei 60.000 bis 80.000 Euro

Und auch „Bares für Rares“-Expertin Heide Rezepa-Zabel war baff: „Das ist fantastisch“, sagte sie immer wieder. Allein der Materialwert liege bei 15.000 bis 17.000 Euro. Vom eigentlichen Wert könne man sich auch eine kleine Kirche kaufen, so die „Bares für Rares“-Expertin. Sie schätzte den Wert des Kreuzes schließlich auf 60.000 bis 80.000 Euro.

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Dazu hatte es bei den Händlern nun bekanntlich nicht gereicht. Und doch: Stefanie war glücklich über 42.000 Euro.

Händlerin wollte Kreuz an Museum übergeben

Die Händlerin Steiger war von dem Kauf ganz überwältigt. Nach der Sendung soll zu zu Bild gesagt haben, dass sie derzeit keinen Verkauf des wertvollen Kreuzes plane. Obwohl sich schon zwei Interessenten gemeldet hätten, denkt sie daran, das Kreuz als Leihgabe an ein Museum zu übergeben. „Damit interessierte Menschen es sich ansehen können“, sagte sie der Zeitung.

Das bekräftigte sie auch in einer Botschaft via Facebook:

„Bares für Rares“: Fans finden Spende toll

Bei ihren Fans kam die Entscheidung gut an:

  • „Sehr schöne Entscheidung. Ein solches Objekt gehört der Öffentlichkeit zugängig.“
  • Genau richtig so!
  • Tolle Entscheidung liebe Susanne. Respekt.

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Vorwürfe gegen „Bares für Rares“

Doch trotz der großzügigen Geste der Käuferin, werden nun Stimmen laut, die den Sendungsmachern Betrug vorwerfen.

Auf Facebook hatten sich viele Fans zu Wort gemeldet, die den „Bares für Rares“-Produzenten vorwerfen, die Verkäuferin nicht zu einem Auktionshaus geschickt zu haben. Dort hätte sie viel mehr Geld erzielen können, als die 42.000 Euro, die Susanne Steiger schlussendlich zahlte, so die Fans.

Darauf reagierte auch das Team von „Bares für Rares“: „Wie alle Verkäufer, so wurden auch die Verkäuferinnen des Brillantkreuzes von der 'Bares für Rares'-Redaktion im Vorfeld und während der Aufzeichnung immer wieder daran erinnert, dass sie sich jederzeit gegen einen Verkauf entscheiden können. Mutter und Tochter gaben keinen Anlass zu der Vermutung, dass sie den Wert des Kreuzes nicht kennen und ihre Verkaufsentscheidung nicht gründlich überdacht haben.“

Rechtsanwalt hält Kauf für rechtswidrig

Dies würde aber in diesem Fall gar nicht so stark ins Gewicht fallen, so der ehemalige Rechtsanwalt und Notar Friedemann Ungerer. Er hält den Kauf für rechtswidrig, führt dazu Paragraph 138 an. Darin ist Folgendes festgehalten: „Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.“

Ungerer führt in diesem Fall besonders die Unerfahrenheit der Verkäuferin an. „Ich habe die Sendung auch gesehen, und fand das unerhört“, so der frühere Rechtsanwalt.

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