Bald auch bei uns? Hier gibt es einen eigenen Gehweg für Smartphone-Nutzer

Zu erkennen ist der zweispurige Handy-Fußweg anhand eines speziellen Schilds.
Zu erkennen ist der zweispurige Handy-Fußweg anhand eines speziellen Schilds.
Foto: Alexander Welscher / dpa
  • In Vilnius gibt es nun einen Fußgängerweg extra für Smartphone-Nutzer
  • Die Regierung möchte die litauische Stadt damit als Technologie-Standort berühmter machen
  • Bei der Einführung der Sonderspur geht es aber auch um mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Vilnius.  Neben Alkohol am Steuer und zu schnellem Fahren gilt eine Sache im Straßenverkehr als zunehmend gefährlich: Smartphones. Dabei geht es keinesfalls nur um die Menschen, die während der Fahrt mit einem Auto auf ihr Handy schauen, auch Fußgänger können durch den Blick auf ihr Smartphone sich selbst und auch andere gefährden.

Aus diesem Grund könnten sie auf der Straße künftig auch hierzulande eine Sonderspur bekommen, einen Fußweg für Smartphone-Gucker, wie es ihn bereits in anderen Ländern gibt. Nun hat auch die litauische Stadt Vilnius einen solchen Gehweg eingeführt, der in Deutschland noch Zukunftsmusik ist.

Fußweg für „Smombies“ soll andere schützen

Realität ist er bereits an diesen Orten: Die chinesische Millionenmetropole Chongqing hat seit 2014 einen solchen Fußgängerweg für Smartphone-User, Antwerpen holte sich bald darauf auch einen in die Stadt. Vilnius ist also die dritte Stadt, die einen 300 Meter langen Gehweg für sogenannte „Smombies“, also Smartphone-Zombies, eingeführt.

Der Grund ist einfach: Damit die Menschen in Ruhe beim Laufen auf den Bildschirm schauen können, ohne dabei sich und andere zu gefährden. Aufgemalte weiße Pfeile am Boden weisen den Handynutzern mit dem gesenkten Blick die Richtung.

Verordnung gegen Smartphones bei Fußgängern

„Vilnius ist eine wahre Technologiestadt“, sagt Bürgermeister Remigijus Simasius. Mit dem Handy-Fußweg will das Oberhaupt der rund 550.000 Einwohner zählenden Stadt die Bedeutung von Programmierern im Alltag hervorheben. Auch soll damit für den IT-Sektor in Vilnius geworben werden – auch mit dem Ziel, Fachkräfte anzulocken.

Die Einführung eines Fußweges für Smartphone-Nutzer ist allerdings auch eine Weiterführung einer Verordnung der litauischen Regierung, die diese Anfang Oktober erlassen hat. Sie verbietet es Fußgängern, ihr Telefon zu nutzen, wenn sie eine Straße überqueren.

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Smartphones: Drittgrößte Gefahr im Verkehr

Der Auto Club Europa (ACE), zweitgrößter Autoclub Deutschlands, zählt die Ablenkung durch das Smartphone als drittes großes Unfallrisiko im Verkehr – neben Alkohol am Steuer und überhöhter Geschwindigkeit. Fußgänger seien zum Teil so unkonzentriert, dass sie Autos und sogar Straßenbahnen übersähen oder das Rot an der Ampel missachteten, teilte der ACE im vergangenen Jahr mit.

Über konkrete Pläne, einen solchen Gehweg in Deutschland einzuführen, ist bisher nichts bekannt. (dpa/alka)

 
 

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