Bafög, Kredite, Jobs: Wie sich das Studium finanzieren lässt

Auch eine Möglichkeit: mit dem Nebenjob die Kosten für den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Auch eine Möglichkeit: mit dem Nebenjob die Kosten für den Lebensunterhalt zu bestreiten.
Foto: Getty Images
Nicht jeder Student kann oder möchte sich von seiner Familie finanziell unterstützen lassen. Welche Geldquellen Studenten stattdessen nutzen können.

Essen.. Die Studiengebühren sind in Nordrhein-Westfalen zwar seit acht Semestern passé, der erste eigene Haushalt, Semesterticket, Bücher und Co. finanzieren Studenten aber auch nicht mal eben so im Vorbeigehen – gerade wenn sie keine Hilfe von den Eltern erwarten können oder wollen. Wir zeigen, welche Möglichkeiten Studenten haben, um für Leben und Studium aufzukommen.

Bafög

Der Klassiker unter den Finanzspritzen: Seit 1971 haben Millionen junger Erwachsener in Deutschland Mittel nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten, kurz Bafög. Ob man es bekommt, hängt sowohl vom eigenen Vermögen und Einkommen als auch vom Einkommen der Eltern ab.

Weiter ist relevant, ob man einen eigenen Haushalt führt und ob sich Geschwister ebenfalls noch in der Ausbildung befinden. Das Bafög wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Staatsdarlehen gewährt und beim Studentenwerk beantragt. Das Darlehen ist fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer zurückzuzahlen. www.bafoeg.de

Nebenjob

Wer kein oder nicht genug Bafög bekommt, kann sich nach einem Job umschauen. Das können klassische Studentenjobs sein wie Kellnern oder Nachhilfe geben, kurzfristige Beschäftigungen als Aushilfe in einer Fabrik, oder Jobs, die einen bereits für den späteren Beruf qualifizieren – etwa als freier Mitarbeiter bei einer Zeitung.

Wichtig ist dabei, dass man bestimmte Grenzen beachtet. Bafög-Empfänger dürfen zum Beispiel nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen, sonst werden ihnen Leistungen gekürzt.

Wer jünger als 25 Jahre ist, darf nur solange kostenlos bei einem Familienangehörigen mitversichert sein, wie er nicht mehr als 405 Euro netto pro Monat oder 450 Euro in einem steuerfreien Minijob verdient. Und auch für den Anspruch auf Kindergeld kann ein Nebenjob schädlich sein. Nämlich dann, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt.

Daka-Darlehen

Keine derartigen Gedanken muss sich machen, wer ein zinsloses Darlehen bei der Daka, der Darlehenskasse der Studentenwerke im Land NRW e.V., aufnimmt. Dafür muss man in NRW als Student eingeschrieben sein und einen Bürgen als Sicherheit vorweisen können. Die maximale Höhe des Darlehens beträgt 9000 Euro, die maximale Auszahlungsrate 1000 Euro im Monat. Die Förderung beginnt frühestens drei Semester vor Studienende, beantragt wird sie beim Studentenwerk.

Zwischen dem ersten Kontakt und der Zahlung liegen in der Regel zwei bis vier Wochen. Getilgt werden muss das Darlehen zwölf Monate nach der letzten Zahlung in monatlichen Raten von 150 Euro. Absolviert man noch ein Masterstudium, kann die Rückzahlung verschoben werden. www.daka-nrw.de

Bildungskredit

Auch die Bundesregierung gewährt einen Kredit, der unabhängig vom Vermögen und Einkommen des Antragsstellers und seiner Eltern ist. Innerhalb eines Ausbildungsabschnitts können bis zu 7200 Euro bewilligt werden. Den Antrag dafür kann man online oder schriftlich beim Bundesverwaltungsamt stellen, sofern man jünger als 36 Jahre ist und weniger als zwölf Studiensemester auf dem Buckel hat. Für den Bildungskredit werden Zinsen fällig. Da die Mittel begrenzt sind, kann sie nicht jeder erhalten, der die Voraussetzungen erfüllt. Die Rückzahlung erfolgt vier Jahre nach der Bewilligung in Raten von monatlich 120 Euro. www.bmfg.de

Kfw-Studienkredit

Über einen Vermittler beim Studentenwerk besteht die Option, einen Kredit bei der staatlichen KfW-Bank aufzunehmen. Dafür gibt man im Online-Kreditportal der Bank an, mit welchem monatlichen Betrag man unterstützt werden möchte (möglich sind zwischen 100 und 650 Euro), und zeigt das entsprechende Vertragsangebot sowie einen Leistungsnachweis für höhere Semester dann beim Studentenwerk vor. Dort wird es geprüft und an die KfW weitergeleitet, die dann endgültig entscheidet. Das Studentenwerk erhält eine Aufwandsentschädigung von 238 Euro, die die KfW vorstreckt. Die Tilgung erfolgt ab 18 bis 23 Monate nach der letzten Auszahlung. www.kfw.de

Stipendium

Nichts zurückzahlen müssen Studenten, die ein Stipendium ergattern konnten. Diese sind in Höhe und Dauer unterschiedlich und richten sich an verschiedenste Zielgruppen – nicht nur an überdurchschnittlich gute Studenten. Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und Firmen fördern ausdrücklich auch junge Leute, die sich gesellschaftlich stark engagieren, ein bestimmtes Fach studieren oder an einem bestimmten Ort wohnen. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigt die Datenbank des Bildungsministeriums: www.stipendienlotse.de

Andere Hilfen

Sollte das Geld mal akut knapp werden, kann auch der Sozialfonds der Asten helfen. Er springt etwa bei Mietrückständen oder ausstehenden Krankenkassenbeiträgen ein, wenn Studenten unverschuldet in finanzielle Not geraten sind. Zudem kann man Geld sparen, indem man sich von der Rundfunkgebühr befreien oder das Semesterticket erstatten lässt. Letzteres funktioniert zum Beispiel während eines Auslandssemesters. Wer kein Bafög bekommt, aber einen selbstständigen Haushalt führt, kann beim Amt für Wohnungswesen Wohngeld beantragen. Die Höhe hängt unter anderem vom Einkommen, dem Baujahr des Gebäudes und der Zahl der Haushaltsmitglieder ab.

 
 

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