Entsetzliche Bilder: KZ-Gedenkstätte Auschwitz mit dringender Warnung – wegen dieser Besucher

Die Schienen, auf denen die Gefangenen transportiert wurden sind ein beliebtes und vor allem fragliches Motiv für Instagram.
Die Schienen, auf denen die Gefangenen transportiert wurden sind ein beliebtes und vor allem fragliches Motiv für Instagram.
Foto: imago/sepp spiegl
  • Das Museum Auschwitz hat eine Mahnung an seine Besucher ausgesprochen
  • Viele Leute schießen Fotos vor Ort
  • Die Art der Fotos ist oft nicht sonderlich angemessen

Das Auschwitz Memorial ist entsetzt.

Die Gedenkstätte beklagt, dass sich immer mehr Besucher des ehemaligen Vernichtungslagers danebenbenehmen. In einem Twitterbeitrag haben die Betreiber des Auschwitz Memorial ihre Besucher zu mehr Respekt ermahnt.

Denn ein erschreckender Trend hat sich im Internet verbreitet.

Gerade Beiträge auf Instagram, einer Plattform auf der es vielen um Selbstdarstellung geht, gerieten dabei stark in Kritik. Viele der Besucher in Auschwitz scheinen sich der grausamen Geschichte des Ortes nicht vollends bewusst sein zu wollen.

KZ Auschwitz-Birkenau: Ein weltweites Symbol für den Holocaust

Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau das größte Vernichtungslager der Deutschen während der Zeit des Nationalsozialismus. In dem Komplex wurden schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen getötet.

Der Name Auschwitz ist weltweit bekannt und wurde in der Nachkriegszeit zum Symbol des nationalsozialistischen Völkermords.

Teil des Unesco Weltkulturerbes

Menschen aus mindestens 14 verschiedenen Ländern fanden hier ihren Tod. Heutzutage sind noch viele der ursprünglichen Gebäude erhalten oder wurden originalgetreu ergänzt.

Sie sind Bestandteil des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau und wurden von der Unesco zum Teil des Weltkulturerbes erklärt. Das Museum ist gleichzeitig eine Gedenkstätte und ein internationales Begegnungs- und Holocaust-Forschungszentrum.

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Wichtiges Stück der Erinnerung

Es ist ein Ort, der erinnern soll. Erinnern daran, dass solche grausamen Taten und Zeiten sich nicht wiederholen dürfen.

Daher ist es auch verständlich, wenn Besucher Fotos schießen. Als Erinnerungsstück für sich selbst, als eigenen Beitrag gegen das Vergessen.

Fotos aus den falschen Beweggründen

Problematisch wird es allerdings, wenn es offensichtlich um reine Selbstdarstellung geht. Im Internet finden sich etliche Bilder von Personen, die fragwürdig in der Szenerie posieren.

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Ein besonders beliebtes Motiv sind die Schienen, auf denen die Gefangenen in Züge in das Lager gebracht wurden.

Die Menschen lächeln freudig in die Kamera

Auf den Schienen sitzend, mit der Sonne im Gesicht lächeln die Menschen in die Kamera. Im Hintergrund der Eingang, welcher für so viele Menschen „Endstation“ bedeutete.

Wieder andere balancieren auf den Schienen. Es scheint fast so, als würden viele Menschen verdrängen, welche Geschichte dieser Ort hat und die Architektur so toll finden, dass hier unbedingt das nächste Instabild geschossen werden muss.

„Es gibt besser Orte, um zu lernen auf einem Balken zu balancieren“

Das Museum schreibt in seinem Post auf Twitter: „Wenn du nach Auschwitz kommst, dann vergiss nicht, dass du einen Ort besuchst, an welchem über eine Millionen Menschen getötet wurden.“

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„Respektiert ihr Andenken. Es gibt bessere Orte, um zu lernen auf einem Balken zu balancieren, als einen Ort, der das Symbol der Deportation von Hunderttausenden in ihren eigenen Tod darstellt.“

Nicht nur Auschwitz wird für Fotos „missbraucht“

In den Kommentaren bekommen sie viel Zuspruch für diesen mahnenden Hinweis.

  • @Just_Fran: „Das ist ein wirklich wichtiger Beitrag. Unsere Art Fotos zu schießen ist total außer Kontrolle geraten.(...) Zu was sind wir geworden? Warum sollte man nach Auschwitz gehen, wenn man sich aufführt, als wäre man in einem Freizeitpark.“
  • @maria_dawson1: „Es gibt einen wichtigen Unterschied Fotos von Auschwitz zu machen, um sie mit anderen zu teilen oder als „Hilfe“ für die eigene Erinnerung und Fotos von sich selbst in Auschwitz zu machen.“
  • @Jordi11927404: „Ich habe mir die Killing Fields in Kambodscha angesehen. Nicht alles braucht ein Foto mit deinem Gesicht drauf.“
  • @billypleased: „Die heutige Welt in einem Tweet zusammengefasst. Es ist traurig, dass ihr das überhaupt posten musstet.“

Es ist leider nicht der einzige Fall, in welchem das Andenken der Opfer mit Fotos der Selbstdarstellung gefährlich in den Hintergrund gerät.

In Berlin beispielsweise ist es Alltag, dass Leute das Holocaust-Denkmal als Fotokulisse, setzen sich auf die Blöcke, um etwas zu essen oder spielen Verstecken auf dem Gelände. (db)

 
 

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