Aufführungsverbot für Doku über Vergewaltigungen in Indien

Indische Frauen demonstrieren gegen Gewalt gegen Frauen in Neu Delhi.
Indische Frauen demonstrieren gegen Gewalt gegen Frauen in Neu Delhi.
Foto: dpa
Ein Dokumentarfilm zum Thema Vergewaltigungen in Indien, darf in eben diesem Land nicht gezeigt werden. Er "beleidigt die Sittsamkeit von Frauen".

Neu Delhi.. Eine britisch-indische Dokumentation über Vergewaltigungen in Indien darf auf dem Subkontinent vorerst nicht gezeigt werden. Gegen "Indiens Tochter" wurde eine einstweilige Verfügung ausgesprochen. Der Film "beleidigt die Sittsamkeit von Frauen und gefährdet den Frieden", sagte Polizeisprecher Rajan Bhagat.

In der Doku spricht Filmemacherin Leslee Udwin mit einem der Vergewaltiger und Mörder einer Studentin in einem Bus vor zwei Jahren. In dem Gespräch sagt der zum Tode verurteilte Mann, die Schuld für das Verbrechen liege beim Opfer: "Eine Frau trägt eine weitaus größere Verantwortung für eine Vergewaltigung als ein Mann."

"Affront gegen die Würde"

Das Verbot des Films wurde am Mittwoch auch im Unterhaus des Parlaments in Neu Delhi diskutiert. Der Film sei ein Affront gegen die Würde der ermordeten Frau, sagte Innenminister Rajnath Singh. Städtebauminister Venkaiah Naidu meinte, die Dokumentation verfolge die Absicht, Indiens Ansehen in der Welt zu schaden. Der Film soll zum Frauentag am Sonntag in mehreren Ländern gezeigt werden. (dpa)

 
 

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