Atze Schröder im Exklusiv-Interview: „,Alles Atze' war eine Tortur!“

Atze Schröder im Exklusiv-Interview.
Atze Schröder im Exklusiv-Interview.
Foto: imago images

Atze Schröder ist ein Phänomen. Kaum einer hat den Komiker jemals ohne Perücke und Brille gesehen. Um seinen echten Namen macht der Mann, der sich Atze Schröder nennt, ein riesiges Geheimnis. Wir haben exklusiv mit Atze Schröder gesprochen. Über seine Show, über „Alles Atze“ und sogar ein wenig Privates...

Lieber Atze, du trittst zusammen mit Till Hoheneder beim ‚Zeltfestival Ruhr‘ auf. Was darf der Zuschauer erwarten?

Es ist eigentlich eine Allround-Show. Till galt ja immer als Deutschlands bester Parodist. Er singt, er macht den Joe Cocker, den Grönemeyer. Und es gibt natürlich auch noch Geschichten und Anekdoten, von hinter den Kulissen von ‚Wetten, dass…‘, von der ‚Schlagerparade‘.

Wenn du heute vor der Aufgabe stehen würdest, eine Comedy-Figur zu entwerfen. Würdest du alles noch einmal genauso machen?

Vielleicht würde ich eher einen ‚geprügelten Hund‘ entwerfen. Den Jammerlappen. Eine Figur, die für alles Verständnis hat. Die versucht, alles richtig zu machen und trotzdem auf den Sack kriegt.

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  • Atze Schröder tritt am 24. August mit Comedy-Kumpel Till Hoheneder beim Zeltfestival Ruhr auf
  • Tickets gibt es noch an allen Vorverkaufsstellen

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Man kennt dich als Atze, deine wahre Identität versuchst du zu schützen. Hast du manchmal auch den Drang, aus deiner Figur auszubrechen?

Ne, den habe ich tatsächlich gar nicht. Klar, manchmal denkt man ‚Leute, das könnt ihr doch nicht glauben, dass ich das wirklich ernst meine‘… Okay, das sind schon so Stellen, wo man manchmal sagen möchte: ‚Hallo, das ist der Witz! Ironielampe an!‘ Aber diese diebische Freude, dass es dann auf der anderen Seite funktioniert, überwiegt.

Wie kamst du damals auf die Figur ‚Atze Schröder‘?

Das war Zufall, das hat sich so ergeben. Heutzutage sieht das natürlich aus wie von langer Hand vorbereitet, aber ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich so lange Erfolg haben könnte. Oder überhaupt Erfolg haben könnte. Die erste Brille habe ich damals geschenkt bekommen. Die hatte eine solche Stärke, dass ich das Publikum gar nicht sehen konnte. Ich hatte mir aber das erste Jahr auch gar keine Neue gekauft, weil ich dachte, dass das im nächsten Jahr eh wieder vorbei wäre.

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Gibt es Eigenschaften von Atze, die du auch in dir als Privatperson wiederfindest?

Die Grenzen sind schon sehr fließend. Jeder Komiker versucht, auf der Bühne die Comedy zu machen, die er auch selbst lustig findet. Das, was ich auf der Bühne mache, finde ich auch privat sehr lustig. Ich glaube zum Beispiel, dass ich auch privat ein sehr guter Partygast bin.

Würdest du ‚Alles Atze‘ heute noch einmal machen?

Es gibt immer wieder Anfragen. Auch was aus dem ‚Alles Atze‘-Film für RTL geworden ist. Aber das war echt anstrengend, um das mal auf den Punkt zu bringen. Ich guck mir das gerne an, aber das zu drehen, das war eine echte Tortur. Sieben Jahre lang habe ich die Sommer im Studio verbracht. Da würde ich lieber zum Tiefbau gehen, als das noch mal zu machen.

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So schlimm?

Es ist unfassbar viel Arbeit. Wir haben ja noch auf Film gedreht. Das heißt: Jede Richtung, jede Einstellung musste entsprechend eingerichtet werden. Wir haben Zwölf- bis 17-Stunden-Drehtage gehabt. Dann kommst du nach Hause und darfst erst einmal zehn Seiten Text für den nächsten Tag lernen. Dreieinhalb Monate am Stück. Als Hauptdarsteller musst du immer da sein. Dann wird man irgendwann neidisch auf die Nebenrollen, die nur mal kurz vorbei kommen.

 
 

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