Asteroid: Riesiger „Gott des Chaos“ fliegt auf Erde zu – „Haben aktuell keine Verteidigung“

Der Asteroid „99942 Apophis" (benannt nach dem ägyptischen Gott des Chaos), rast auf die Erde zu.
Der Asteroid „99942 Apophis" (benannt nach dem ägyptischen Gott des Chaos), rast auf die Erde zu.
Foto: dpa

Allein sein Name verheißt Unheilvolles. Asteroid „99942 Apophis" rast auf die Erde zu. Der Mega-Asteroid (340 Meter breit) wurde nach dem ägyptischen Gott des Chaos benannt und wird die Erde in schätzungsweise zehn Jahren erreichen - und zwar ganz genau am 13. April 2029. Apophis gilt bei der Nasa als „Near Earth Obejct“, also als erdnaher Gegenstand.

Tatsächlich wird der Gesteinsbrocken der Erde ungewöhnlich nahe kommen. In gerade einmal 31.000 Kilometern Entfernung wird der „Gott des Chaos“ die Erde nach aktuellen Berechnungen passieren. Damit kommt er unserem Planeten sogar näher, als die Umlaufbahn der meisten Satelliten. Die fliegen in einem geostationären Orbit nämlich 35.000 Kilometer von der Erde entfernt.

Asteroid für die Nasa eine „unglaubliche Chance“

Trotzdem bereitet die US-Raumfahrtbehörde Nasa sich schon jetzt auf den Asteroiden vor. „Der so nahe Vorbeiflug von Apophis im Jahr 2020 ist eine unglaubliche Chance für die Wissenschaft“, so Marina Brozović von der Nasa.

Riesiger Asteroid rast am 10. August an der Erde vorbei

Schließlich sei es ungewöhnlich, dass ein Asteroid der Erde so nahe komme, erklärt die Nasa in einer Mitteilung. Gerade große Asteroiden sind von der Erde aus selten so gut zu beobachten. Apophis werde sogar mit bloßem Auge zu erkennen sein, so die Nasa - allerdings nur für die Menschen zwischen Australien und den USA.

Wie gefährlich isst Apophis wirklich?

Doch wie ungefährlich ist der Asteroid wirklich? Da Apophis sich mit rasanten 40.000 Stundenkilometern bewegt, könnten Fehlbererechnungen schnell katastrophale Folgen haben. Die Nasa beruhigt die Menschen aber und spricht von einem „harmlosen“ Vorbeiflug. In einem Memo zu „erdnahen Objekten“ geht die Nasa sogar weiter und versichert, dass in den kommenden 100 Jahren kein Asteroid die Erde gefährden werde.

Und auch der als kritische Denker bekannte Elon Musk, Besitzer und Betreiber des privaten Raumfahtunternehmens „SpaceX“, gibt Entwarnung: „Cooler Name! Aber ich würde mir um diesen Asteroiden keine Sorgen machen. Aber ein großer Brocken wird uns irgendwann treffen und wir haben aktuell keine Verteidigung.“

So könnte ein Asteroid gestoppt werden

NASA und ESA denken schon länger darüber nach, wie man Asteroiden-Einschläge abwehren könnte. Wie der „Spiegel“ berichtet, gab es im Mai eine Art Planspiel, in der die Experten den Abschuss durchspielen.

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Was sind Asteroiden?

  • Asteroiden sind astronomische Kleinkörper, die sich auf Umlaufbahnen durch das Sonnensystem bewegen. Sind sind nicht zu verwechseln mit den wesentlich kleineren Meteoriden
  • Ihre Größe reicht von einigen Dutzend Metern bis hin zu gewaltigen Asteroiden mit einem Durchmesser von mehr als 500 Kilometern
  • Aktuell wurden fast 800.000 Asteroiden im Sonnensystem erfasst. Es werden aber jeden Monat zahlreiche neue Objekte entdeckt

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„Wir nehmen die Bedrohung sehr ernst. Und ein Planspiel wie dieses hilft uns bei der Vorbereitung auf solche Ereignisse. Das ist wie bei einem Feueralarm, den muss man auch üben“, sagte ESA-Mathematiker Rüdiger Jehn dem Magazin.

Die gangbarste Möglichkeit, einen Asteroiden zu stoppen, wäre demnach nicht etwa ein Abschuss, zum Beispiel mit Nuklearwaffen, sondern eine Attacke mit einer großen Sonde. Die könnte durch ihren Einschlag dann die Flugbahn des Asteroiden entscheidend verändern.

 
 

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