Sänger verschwindet spurlose von Kreuzfahrtschiff – Schulfreund erzählt vom letzten Gespräch

Der britische Sänger Arron Hough stürzte an Heiligabend von der „Harmony of the Seas“
Der britische Sänger Arron Hough stürzte an Heiligabend von der „Harmony of the Seas“
Foto: dpa

Drama auf dem Kreuzfahrtschiff „Harmony of the Seas“. Mehrere hundert Kilometer vor Puerto Rico stürzte der 20-jährige Sänger Arron Hough (20) an Heiligabend von Bord. Das berichte der „Miami Herald“ unter Berufung auf die US-Küstenwache.

Das Kreuzfahrtschiff hatte in Fort Lauderdale für eine siebentägige Karibik-Kreuzfahrt abgelegt. Hough arbeitete an Bord als Sänger und Entertainer.

Küstenwache stellt Suche ein: Für sie eine der schwierigsten Entscheidungen

Zwei Tage nach dem Verschwinden des Sängers Arron Hough stellte die US-Küstenwache ihre Suche im Bereich San Juan ein.

Der Kommandant Christopher Douglas äußerte sich über diese Entscheidung in den britischen Medien: „Eine Suche einzustellen ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die wir zu treffen haben und das machen wir uns nie leicht.“

Er betonte, dass es der Küstenwache schwer gefallen sei, die Suche einzustellen: „Während unserer Anstrengungen standen wir ständig mit der Familie von Mr. Hough in Kontakt und wir wissen, dass es eine sehr schwierige wie schmerzhafte Zeit für sie ist.“

„Das ist ein totaler Schock“ - Klassenkamerad des Sängers äußert Entsetzen

Das Entsetzen über das Geschehene ist groß, auch bei Kollegen aus der Theaterschule von Aaron Hough. „Das ist ein totaler Schock“, so zitiert die „Sun“ einen früheren Schulkameraden des Sängers.

„Ich habe noch vor Weihnachten mit ihm gesprochen. Er hatte keine Probleme, so viel ich weiß. Er war talentiert und jung und wollte einfach nur auftreten“, so der Schulkamerad gegenüber der Zeitung.

Unglück auf Kreuzfahrtschiff: Sänger erschien nicht zur Arbeit

Die Reederei Royal Caribbean berichtet in einem Statement, dass Hough an Heiligabend nicht zur Arbeit erschien. Bei der Durchsicht von Überwachungsaufnahmen stellte die Crew dann fest, dass der 20-Jährige auf Deck 5 verschwand. Die Reederei geht davon aus, dass er über Bord stürzte.

Die Küstenwache suchte auch am Mittwoch die Gewässer rund um die Unglücksstelle ab. Das Schiff setzt derweil seine Kreuzfahrt durch die Karibik fort.

Die Küstenwache sucht mit einem Flugzeug und Schiffen nach dem jungen Mann. Hough galt als beliebtes Mitglied der Crew. Familie und Freunde geben die Hoffnung nicht auf und twittern unter dem Hashtag „#prayforarron“ ihre Unterstützung, darunter auch die Schauspielschule, die der junge Mann besucht hat:

Wie der „Miami Herald“ berichtet, ist Hough seit Anfang November schon die fünfte Person, die von einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik stürzte.

  • Am 22.November verschwand ein Crewmitglied der „Adventure of the Sea“ und wurde nie gefunden
  • Am 8.Dezember Stürzte eine Niederländerin von der MSC Preziosa
  • Am 14.Dezember stürzte ein 26-Jähriger von der Carnival Victory, als das Schiff auf dem Weg nach Miami war
  • Am 15. Dezember stürzte ein 22-Jähriger von einem Schiff der Carnival Cruise Line, während das Schiff auf dem Weg nach Mexiko war

Wenige Tage vor seinem Verschwinden twitterte der Sänger mysteriöse Botschaften.

Übersetzt schrieb er: „Unter dem Wasser ist Schönheit.“ In einem anderen Post schreibt er: „Ich habe gerade eine volle Flasche Wasser in den steilen Abgrund des Schiffes herunterfallen lassen und ich kann fühlen, wie es in mir rumort.“

Das Unglücksschiff, die „Harmony of the Seas“, galt lange Zeit als das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Es gehört zur Oasis-Klasse und hat eine Verdrängung von 100.000 Tonnen. Damit hat das Schiff eine ähnlich große Verdrängung wie das aktuell größte Kriegsschiff der Welt, der US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford. Mittlerweile gilt die „Symphony of the Seas“, ein Schwesterschiff der „Harmony of the Seas“ als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt.

Im September 2016 gab es auf dem Schiff einen Unfall, bei dem ein Mensch starb. Während einer Übung stürzte ein Rettungsboot im Hafen von Marseille ins Wasser. Fünf Menschen befanden sich an Bord, einer von ihnen starb bei dem Sturz aus zehn Metern Tiefe. (fel/dö)

 
 

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