„Armes Deutschland“ auf RTL2: Paar bekommt 2300 Euro vom Amt – unfassbar, was die beiden dazu sagen

Nathalie und Christian aus Frankfurt erwarten ein Baby.
Nathalie und Christian aus Frankfurt erwarten ein Baby.
Foto: RTL2

„Wenn ich jetzt die Entscheidung hätte zwischen Hartz 4 und Arbeiten, dann würde ich Hartz 4 nehmen. Das ist einfacher.“ Der Meinung ist zumindest Christian. Und posaunt die auch ohne Hemmungen in der RTL2-Sendung „Armes Deutschland“ in die Kameras.

Er lebt gemeinsam mit Freundin Nathalie in Frankfurt am Main. Mit einem mittleren Monatseinkommen von knapp 4200 Euro eine der wohlhabendsten Städte Deutschlands. Auch Christian und Nathalie leben gerne luxuriös - arbeiten gehen wollen sie aber für ihr Geld nicht. „Ich bekomme 416 Euro Hartz 4. Wenn das Amt eh alles zahlt, dann müssen wir auch nicht arbeiten gehen“, findet Christian.

„Armes Deutschland“: Paar bekommt Wohnung gezahlt – und meckert trotzdem

Doch nun wird das Pärchen vor eine neue Aufgabe gestellt: Nathalie ist im fünften Monat schwanger. Mit einem Wunschkind. Grund genug für sie, ihre Ausbildung abzubrechen und es Christian gleich zu tun: „Ich schäme mich jetzt auch nicht dafür, dass ich das jetzt nehme oder dass er das jetzt nimmt. Oder dass wir da jetzt abgestempelt werden als Asoziale. Das ist mir egal.“

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„Armes Deutschland“: „Stehe eher auf luxuriöse Dinge“

Die beiden richten sich gerade eine 50 Quadratmeter große Wohnung ein, die Miete von knapp 420 Euro übernimmt das Amt. Auch die Möbel gibt es gratis obendrauf: Der Vormieter hat sie nicht mehr gebraucht. „Kostenlos wohnen“ nennt Christian das. Und vom Jobcenter gibt's noch 2300 Euro für Einrichtung obendrauf. War auch gar nicht schwer, das Geld zu bekommen, schwärmt Nathalie.

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Türen aus Gold

Trotzdem: die werdenden Eltern sind unzufrieden. Denn „schön Einrichten, wie man's will, ist nicht drin.“ Christian ist davon genervt. Am liebsten hätte er Marmorboden in der Wohnung. „Ich stehe eher auf luxuriöse Dinge und wenn ich das Geld locker hätte, wären die Türen auch aus Gold. Nicht aus Holz“, macht der Hartz-4-Empfänger klar. Auch Nathalie findet: Die 2300 Euro vom Jobcenter sind einfach zu wenig, um eine Wohnung einzurichten.

Die Ansprüche sind hoch. Arbeiten gehen ist aber dennoch keine Option.

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„Armes Deutschland“ Martina und Paul gehen mit gutem Beispiel voran

In „Armes Deutschland“ werden aber auch andere Menschen porträtiert. Solche, die ihr Leben aus eigener Kraft finanzieren wollen. Wie Martina und Paul aus Wuppertal. Sie kämpfen jeden Tag dafür, ihre Rechnungen selbst zu bezahlen. Die beiden ziehen außerdem noch ihre Enkeltochter groß - ihre Tochter Melanie konnte sich nicht um das Kind kümmern.

Die kleine Familie hat knapp über 1000 Euro im Monat zur Verfügung - abzüglich der Miete. „Damit wir überleben können, müssen wir beide arbeiten“, erzählt Paul bei RTL2. Und auch für seine Frau Martina kommt ein Leben ohne Arbeit nicht infrage.

„Ich will kein Hartz 4. Sozialschmarotzer gibt es genug. Und die mag ich nicht“, so Martina voller Stolz. Sie hat insgesamt vier Jobs. Das Paar möchte mit gutem Beispiel vorangehen. Auch für ihre Enkeltochter.

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(bs)

 
 

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