Armes Deutschland: Hartz 4 – Empfänger erhält Morddrohungen nach Auftritt bei RTL2

Ein junger Familienvater hat bei der Hartz-IV-Sendung „Armes Deutschland“ mitgemacht – jetzt rechnet er mit dem Sender ab, weil er Morddrohungen erhält.
Ein junger Familienvater hat bei der Hartz-IV-Sendung „Armes Deutschland“ mitgemacht – jetzt rechnet er mit dem Sender ab, weil er Morddrohungen erhält.
Foto: imago images/epd
  • Junger Vater lebt von Hartz 4 seit er 18 ist
  • „Armes Deutschland“: RTL2-Sendung machte ihm zum Opfer
  • Jetzt wehrt er sich gegen die Hasskommentare

Ein junger Vater aus Celle hat jetzt mit der RTL2-Sendung „Armes Deutschland“ abgerechnet. Millionen Menschen sahen den 25-Jährigen als Opfer von Hartz 4 und verurteilten ihn für sein Leben. Die Show stellte ihn angeblich in ein falsches Licht – er sei kein Opfer. In einem Interview mit dem Onlineportal „watson.de“ erklärte er seine Situtation.

Nach RTL2-Sendung: Junger Familienvater rechtfertigt sich

Der junge Familienvater von drei Kindern hatte es nicht einfach. Mit 14 Jahren starb sein Vater und mit seiner Mutter kam er nicht mehr zurecht. Er lebte danach fast ein Jahr auf der Straße. 2012 lernte er seine jetzige Ehefrau kennen und bekam mit ihr ein Kind. 2015 heirateten die beiden und wurden darauf noch zweimal Eltern.

Der 25-Jährige weiß heute selbst, dass er sich in seiner Lebenssituation ins Aus manövriert hatte. „Dass wir uns mit unserer Situation völlig übernommen hatten, ich mir vor allem selbst zu viel vorgenommen hatte, war mir lange Zeit erstmal überhaupt nicht klar.“

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„Armes Deutschland“ würde ihn in Opferrolle setzen

Doch die Sendung stellte ihn in eine komplette Opferrolle des deutschen Sozialsystems. Mit der Darstellung sei er absolut nicht zufrieden, da er sich für seine Probleme schämte. Er wäre kein guter Vater gewesen, da er auch noch nach der Sendung wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe im Gefängnis saß. Dabei trennte seine Ehefrau sich kurze Zeit von ihm, da sie die Hasskommentare der Zuschauer auch nicht mehr ertragen konnte.

Sie beschimpften den jungen Familienvater so sehr, dass er sich nur noch selbst hasste. Ein Nutzer schreibt: „Was machst du bei armes Deutschland? Bist du behindert habe ich dich gefragt?“ Er schäme sich für sein Verhalten, doch die Zuschauer hätten kein Recht seine Situation so zu beurteilen.

Familienvater will sein Leben umkrempeln

Der 25-Jährige will sein Leben jetzt nach der abgeschlossenen Haftstrafe wieder auf die Kette bekommen. Seine Ehefrau ist zu ihm zurück gekehrt und er ist zurzeit auf Arbeitssuche. Durch die Sendung hätte er beinahe alles verloren, doch dass will er laut „watson.de“ in nächster Zeit ändern – und vor allem ein guter Vater sein. (el)

 
 

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