Armbrust-Drama: Eltern von Opfer (†19) äußern herzzerreißenden Wunsch

Armbrust-Drama in Passau

Mysteriöse Todesfälle in Bayern und Niedersachsen. Am Samstag hat die Polizei in einer Pension in Passau drei Leichen gefunden.In der Wohnung einer der Toten in Wittingen wurden zwei Tage später noch zwei weitere Tote entdeckt.

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  • Rätsel um drei Tote in Passau
  • Ihre Körper sind von Pfeilen durchbohrt – daneben liegen Armbrüste
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Passau. Das Armbrust-Drama von Passau gibt weiter Rätsel auf. Am Samstag, 11 Mai, hat die Polizei in einer Pension in Passau drei Tote gefunden. In den Körpern zweier Frauen und eines Mannes steckten Pfeile, neben den Leichen lagen zwei Armbrüste.

Zwei Tage später stießen die Ermittler in der Wohnung einer der Toten in Wittingen bei Gifhorn in Niedersachsen noch auf zwei weitere Leichen. Das vorläufige Obduktionsergebnis hat Licht ins Dunkel gebracht.

Armbrust-Drama in Passau: Carina wurde nur 19 Jahre alt

Derweil kommen groteske Details aus dem Leben der Toten und des „Gurus“ Torsten W. (†53) ans Licht. Ein Aussteiger aus der Szene enthüllt erschreckende Details seiner furchtbaren Herrschaft. Die Eltern eines der Opfer, Carina, haben in einem Interview berichtet, wie sie ihre Tochter an Torsten W. verloren.

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Hier alle Infos zum Armbrust-Drama von Passau:

Freitag, 24. Mai:

Carina U. wurde nur 19 Jahre alt - bereits mit 16 geriet sie in die Fänge von „Guru“ Torstn W. Das wurde der jungen Frau letztlich zum Verhängnis. Zehn Tage nach ihrem grausamen Tod wurde Carina in ihrem Heimatort im Westerwald beerdigt. Ihre Eltern schildern gegenüber RTL, was sie sich jetzt wünschen. „Wir hoffen für Carina, dass sie jetzt ihren Frieden gefunden hat, den sie hier auf Erden vielleicht die letzten drei Jahre nicht hatte“, sagt ihre Mutter vor der RTL-Kamera.

Donnerstag, 23. Mai:

15.49 Uhr: Im Interview mit dem Stern (Print-Ausgabe) haben die Eltern eines der Opfer des Armbrust-Mörders auch deutliche Kritik an der Polizei geübt: „In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder gehört, es gebe Dinge, die eben so seien und die nicht aufgeklärt werden könnten. Wir sollten uns damit abfinden - Aber wir haben uns nicht abgefunden. Wir wollten wissen, warum unser Kind nicht mehr uns war. Mein Mann und ich, wir daraufhin selbst recherchiert und versucht, die Strukturen um Torsten W. ermitteln zu lassen - leider ohne die Hilfe der Polizei.“

Sie hätten versucht verschiedene Institutionen darauf aufmerksam zu machen, dass ihre Tochter in eine sektenähnliche Gruppierung abgedriftet war, so Carinas Mutter. Ohne Erfolg!

Mittwoch, 22. Mai:

19.55 Uhr: Sie war eines der Opfer des irren Armbrust-Mörders: Die erst 19-Jährige Carina U. Sie ist die Tochter eines Physiker-Ehepaares aus dem Westerwald. Wuchs wohlbehütet in der Provinz auf. Wie konnte es soweit kommen?

Im Stern sprechen nun ihre Eltern über den schrecklichen Verlust ihrer Tochter. Ihr Mädchen sei „nicht auffällig oder sozial isoliert. Sie hatte eine beste Freundin und einen ersten festen Freund. Sie war vielseitig interessiert, mochte Geschichte, Griechisch und Altlatein und hat viel gelesen“, so die Eltern.

Sie habe Torsten W. bei einem Wandertag kennengelernt. Trat kurze Zeit später in seinen Kampfsport-Club ein. Danach habe sie eine „Wesensveränderung“ durchgemacht. Die Eltern waren skeptisch. Bereits 2016 informierten sie Carinas Schule, erstatteten im Sommer 2016, nachdem sie in eine Jugendhilfeeinrichtung gezogen war, auch Strafanzeige gegen Torsten W.

„Sie erzählte immer öfter seltsame Sachen, zum Beispiel, dass Torsten W. blaue Flecken wegmassieren könne. Sie sprach über Aura-Fotografie, das hatte sie auch von Torsten W. Ich fragte sie: Was soll Aura-Fotografie denn bitte sein? Carina erklärte mir, dass man, wenn man einen Menschen nach seinem Tod fotografiere, an einem Lichtschein erkennen könne, woran er gestorben sei. Ich habe meine Tochter nur fassungslos angeguckt“, erzählt Carinas Mutter.

Doch das Verfahren wurde eingestellt. Ihr Vater zum Stern: „Ich bin fest davon überzeugt, dass der Tod unserer Tochter hätte verhindert werden können, dass Carina nicht hätte sterben müssen, wenn man uns ernst genommen hätte. Wenn sich irgendjemand mal in die richtige Richtung bewegt hätte.“

Dienstag, 21. Mai:

11.29 Uhr: „Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Involvierung der Gruppe in die SM-Subkultur“, sagte Kriminalpsychologin Lydia Benecke im Gespräch mit DER WESTEN. Zuletzt hatten Medien spekuliert, dass Thorsten W. (†53) und die getöteten Frauen in der SM-Szene unterwegs waren.

Bei ihren Recherchen habe sie keine Anhaltspunkte gefunden, dass die Toten in der SM-Subkultur aktiv gewesen sind, so die Kölner Kriminalpsychologin. „Ob sexuelle Fantasien eine Rolle spielten oder es sich um eine Sonderform von Beziehungsgewalt in einer Gruppe handelt, die nicht zwangsläufig mit einer sexuellen Vielfantasie zusammenhängen muss, wird noch sachlich zu prüfen zu sein.“

09.48 Uhr: Mitte der vergangenen Woche wurde die Wohnung des 53-jährigen Thorsten W. im Westerwald durchsucht. „Die Auswertung der sicher gestellten Gegenstände ist noch nicht abgeschlossen. Und das wird auch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, so ein Sprecher Staatsanwaltschaft Hildesheim gegenüber „WAZ-online“.

Auch zu noch ausstehenden weiteren Untersuchungen in Folge der Obduktion der Frauenleichen wollte der Sprecher keine Angaben machen.

Sonntag, 19. Mai:

09.16 Uhr: Thorsten W. (†53) soll seine Gefolgschaft unter hohen psychischen Druck gesetzt haben. Glaubt man seinem Ex-Kampfsportschüler Nils Konrad (42), der nach eigenen Angaben nur durch seine Frau und sein Kind den Absprung aus der Szene geschafft habe, soll es dem Guru aber nicht allein um Macht gegangen sein, sondern auch um Geld.

Im RTL-Interview behauptet er, dass sich Thorsten W. in der Vergangenheit an die Konten der Mitglieder des Kampfsportvereins gegangen sei. Immer wieder sei innerhalb des Vereins Geld verschwunden.

Thorsten W. habe seinen Angaben zufolge unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass man ihm Geld gebe: „Wenn man gesagt hat, es ist nichts mehr da, was man haben könnte, was man holen könnte, dann wurde einem schon ziemlich drastisch zu verstehen gegeben, dass man doch irgendwie gucken muss, dass man das Geld herbeischafft“, zitiert der TV-Sender Nils Konrad.

Der Szene-Aussteiger habe unter psychischem Druck und physischer Gewalt mehrere Kredite aufgenommen. Am Ende habe er Privatinsolvenz anmelden müssen. Warum er das dubiose Treiben des Gurus nicht anzeigte, verriet der Mann nicht.

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Ex-Schüler enthüllt Details über Thorsten W. (†53)

14.51 Uhr: Was genau in dem Pensionszimmer in Passau abgelaufen ist und welche Rolle Thorsten W. (†53) dabei gespielt hat, ist noch immer unklar. Allerdings kommen immer mehr erschreckende Details über das Leben des angeblichen Gurus ans Licht. Jetzt hat sich einer seiner ehemaliger Kampfsportschüler einem RTL-Interview gestellt. Nils Konrad (42) behauptet darin, 15 Jahre lang an der Seite von Thorsten W. verbracht zu haben, einer seiner engsten Vertrauten gewesen zu sein.

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Genau wie die tote Carina (19) sei Nils Konrad fasziniert gewesen von Thorsten W. „Ich bin ihm gefolgt“, sagt Nils Konrad. Schnell habe der psychische Druck dann zugenommen. Thorsten W. habe seiner Aussage zufolge mit Schlägen gedroht, um seinen Willen durchzusetzen. Auch Drohungen gegen die Familienmitglieder seiner Gefolgschaft seien ihm zufolge üblich gewesen.

Frauen gegenüber habe Thorsten W. dabei noch mieser behandelt als Männer: „Der Platz einer Frau ist an den Füßen ihres Mannes“, sei Nils Konrad zufolge oft aus dem Mund des Gurus zu hören gewesen sein.

09.40 Uhr: Noch immer ist die Todesursache der beiden in Wittingen gefundenen Frauen ungeklärt. Die Untersuchungen dazu dauern an.

Nach Auswertung der Spuren am Tatort in Passau ist der Hergang im Pensionszimmer hingegen praktisch unzweifelhaft. Eine 30-Jährige soll erst Thorsten W. (53) und seine Partnerin (33) und dann sich selbst mit einer Armbrust getötet haben.

Bislang gibt es keine Hinweise auf Alkohol- oder Drogenkonsum. Doch nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen“ mehren sich die Zweifel daran. Sollten sich die Ereignisse in Passau so zugetragen haben, wie die Ermittler skizziert haben, erscheint es außerordentlich erstaunlich, dass alle Beteiligten das Prozedere seelenruhig über sich ergehen lassen konnten. Vor allem das Verhalten der mutmaßlichen Schützin erscheint außergewöhnlich. Sie müsste nach bisherigem Ermittlungsstand mehrfach nachgeladen haben, um dann aus nächster Nähe auf die Beteiligten zu schießen. Eine brutale Vorstellung. Und ohne Drogeneinfluss möglich? Kaum vorstellbar

Deshalb sollen jetzt „feingewebliche Untersuchungen“ Hinweise liefern, ob das Trio nicht doch verbotene Substanzen wie NpS (neue psychoaktive Stoffe) eingenommen hatten.

Freitag, 17. Mai:

19:08 Uhr: Die 19-jährige Carina war eine der beiden toten Frauen in Wittingen. Im Alter von 16 Jahren soll sie Torsten W. kennen gelernt haben. Nun beschuldigen die Eltern der Verstorbenen den ehemaligen Lehrer von Carina.

Der von der Familie engagierter Privatdetektiv Rolf Will sagte den Eltern, dass Torsten W. und andere Frauen zusammen auf einem Hof lebten. So berichtet Will über die Beziehung der Frauen zu Torsten W. in der RTL-Doku: „Sie mussten sich alle gleichzeitig die Glatze schneiden. Sie mussten die Fugen mit Zahnbürsten putzen. Das alles war bestimmt von ihm“.

Ausgerechnet eine Vertrauensperson, ein ehemaliger Lehrer von Carina, habe das Mädchen in die Szene gebracht. Phillip W. habe dem Mädchen das Kampfstudio empfohlen, wo sie Torsten W. schließlich kennen gelernt hat.

16:21 Uhr: Am Mittwoch durchsuchten die Ermittler das Haus des in Passau getöteten 53-Jährigen. Wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim am Donnerstag mitteilte, war der Mann aus Borod in Rheinland-Pfalz ein Bekannter der beiden in Niedersachsen tot gefundenen Frauen.

Die Durchsuchung sei angeordnet worden, um dafür weitere Belege zu finden. Es seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden.

Am Donnerstag teilte die Staatsanwaltschaft Passau neue Details bezüglich der in der Pension gefundenen Waffen mit.

Es handle sich nicht um mittelalterliche Armbrüste aus Holz, sondern um moderne Sport- oder Freizeitwaffen, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die zwei kleineren seien etwa einen halben Meter lang, die größere 80 Zentimeter bis einen Meter.

13:45 Uhr: Es sei denkbar, dass der Mann erst das Vertrauen der drei Frauen gewonnen hätte, sagte Kriminalpsychologin Lydia Benecke dem Focus. Möglicherweise habe er das später für seine Zwecke ausgenutzt.

Daraus könne allerdings nicht abgeleitet werden, dass er der Boss der Gruppe war. Es gebe unzählige Varianten, wie die Machtverhältnisse innerhalb der Gruppe wirklich ausgesehen haben. Für die weiteren Ermittlungen müssten sie alle in Betracht gezogen werden.

11.30 Uhr: Die Kriminalpsychologin Lydia Benecke hält es für „absolut voreilig“, anhand der aktuellen Faktenlage darauf zu spekulieren, dass die Opfer womöglich in der BDSM- oder SM-Szene aktiv waren. Einige Medien hatten zuvor diesen Zusammenhang zwischen den Personen und der Tat hergestellt.

Die Spekulationen würden sich nur auf Aussagen von Nachbarn beziehen und seien für derartige Schlüsse nicht ausreichend.

08.33 Uhr: Mehrere Menschen töten sich und andere aus der gleichen Gruppe – das bezeichnet der Kriminalpsychologe Rudolf Egg gegenüber der Bild-Zeitung als „ungewöhnlich“. Er sieht in dem Fall Parallelen zu sektenähnlichen Strukturen, denn in denen „gibt es eine dominante Persönlichkeit und andere Personen, die ihr nachgeordnet sind. Möglicherweise war das in dieser Gruppe ähnlich.“

Der Anführer hätte demnach eine charismatische Persönlichkeit und wirke auf bestimmte Menschen anziehend. So vielleicht auch auf die Frauen: Womöglich waren sie einsam, hatten ein geringes Selbstbewusstsein und ordneten sich gern unter.

Donnerstag, 16. Mai:

16.53 Uhr: Viele Fragen sind in dem bizarren Fall weiter offen. So sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau, müssten auch diese Fragen noch geklärt werden: „Was ist Tatsache, was Gerücht, was Wichtigtuerei?“

16.07 Uhr: In der TV-Doku von RTL zu den Armbrust-Morden „Wie unsere Tochter in die Fänge des Gurus geriet“ spricht Privatdetektiv Rolf Will über das Verhältnis einer jungen Frau (19) zu dem 53-Jährigen Torsten W. Bei ihr dürfte es sich um eine seit Jahren vermisste Frau handeln. Vor Jahren sei der Detektiv von den Eltern engagiert worden, weil Torsten W. die Kontrolle über die Tochter übernommen hatte.

19-Jährige lernte Torsten W. im Kampfsport-Club kennen

Die beiden sollen sich in einem Kampfsport-Club kennen gelernt haben, erzählen die Eltern der toten 19-Jährigen Carina. „Sie hatte sich von ihrer Familie abgewandt“, erzählt der Detektiv. „Sie wurde so manipuliert, dass sie ihre Eltern auch angezeigt hat“, so Will. Er packt über die merkwürdige Beziehung aus. Die Mädchen sollten sich beispielsweise eine Glatze schneiden, mit Zahnbürsten die Fugen putzen uns sich unterwerfen, habe er gehört.

Die Getöteten sollen wohl in der Mittelalter-Szene verankert gewesen sein, nahmen an Ritterkämpften teil. Torsten W. soll einen Mittelalterladen betrieben haben. Sie sollen zurückgezogen gelebt haben, erzählen auch Nachbarn in der Doku. Was in deren Testament aber stehe, das neben dem Tatort gefunden wurde, wolle die Polizei nicht verraten.

Die 19-Jährige war eine der beiden Leichen, die in Wittingen gefunden wurden, zwei Tage nach den Armbrust-Morden in Passau, bei denen Torsten W. und zwei weitere Frauen (30 und 33 Jahre alt) starben.

15.05 Uhr: Der Fall wird die Experten wohl noch länger beschäftigen. Mehrere Gutachten wurden in Auftrag gegeben. Unter anderem soll auch, wie der br berichtet, geklärt werden, ob und wie es überhaupt möglich sei, sich selbst mit einer Armbrust umzubringen. Denn die Ermittler gehen bisher davon aus, dass sich eine 30-Jährige zuletzt mit der Waffe selbst getötet haben muss.

10 Uhr: Die Polizei hat jetzt die Wohnung des 53 Jahre alten Armbrust-Toten durchsucht. Nach jetziger Erkenntnis waren der Mann und die beiden 19 und 35 Jahre alten Frauen, die am Montag tot in Wittingen gefunden worden waren, miteinander bekannt.

„Es liegen bislang laut keine Anhaltspunkte dafür vor, dass weitere, bisher unbekannte dritte Personen in das Geschehen involviert sind“, heißt es vonseiten der Polizei.

Die Beamten fanden eine „Vielzahl von Beweismitteln“, wie es weiter heißt. Deren Auswertung werde eine „nicht unerhebliche Zeit in Anspruch“ nehmen.

Am vergangenen Samstag waren die Leichen des 53-Jährigen sowie einer 33 und einer 30 jahre alten Frau in einer Pension in Passau gefunden. In den Körpern steckten Pfeile, die Polizei entdeckte drei Armbüste in der Nähe. Zwei Tage später fand die Polizei zwei tote Frauen in Wittingen - in der Wohnung einer toten Frauen aus Passau.

Mittwoch, 15 Mai

20.34 Uhr:

Bis die Ermittlungen in Sachen der fünf Getöteten abgeschlossen werden, können noch zwei bis drei Wochen vergehen. Dann sei mit einem Abschlussbericht zu rechnen, sagte ein Sprecher der Passauer Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Auch im niedersächsischen Wittingen arbeiten die Ermittler weiter intensiv an dem Fall. Die Todesursache der beiden am Montag dort tot gefundenen Frauen war weiter unbekannt. Völlig unklar ist bislang das Motiv für das gesamte Geschehen.

„Das liegt völlig im Dunklen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zuvor hielt sich das Trio jedenfalls in Österreich auf, wo es mindestens eine der drei Armbrüste kaufte. Das belege eine sichergestellte Quittung.

14.28 Uhr

Steckt hinter dem Armbrust-Drama eine Botschaft? Davon geht die Psychologin Ruth Belzner aus. Sollte es sich bei den Todesfällen in Passau und Wittingen um einen gemeinsamen und damit geplanten Suizid handeln, seien die Gründe dafür höchst unterschiedlich, sagt die Vorsitzende der Evangelischen Konferenz für Telefonseelsorge in einem Interview mit der „Welt“: „Es kann sein, dass die Bereitschaft größer ist, diesen letzten Schritt zu tun, wenn man ihn gemeinsam tut. Dass es ihnen subjektiv leichter fällt“, so Belzner.

Vor allem die Wahl der Armbrust als Tatwaffe sei ein Indiz für eine Botschaft, möglicherweise an Hinterbliebene: „Ich würde vermuten, dass es darum ging, ein Signal zu senden und nicht einfach nur zu gehen.“

13.15 Uhr:

Noch immer fehlt jedes Motiv für die mutmaßlichen Suizide in Passau und Wittingen. Aufschluss über die Hintergründe der Todesfälle könnten sich aus der Vergangenheit der Beteiligten ergeben. So soll es nach Informationen von „Focus Online“ bereits zwischen 2015 und 2018 einen Suizid im Umfeld des 53-Jährigen gegeben haben. Davon sei offenbar ein jüngerer Mann, der Mitglied in dessen Kampfsportgruppe war, betroffen. Die genauen Hintergründe seien jedoch unklar.

11.10 Uhr:

Die Verbindung zwischen den beiden Fällen in Passau und Wittingen sehen die Ermittler bislang in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. So lebte die mutmaßliche Schützin von Passau (30) mit der in Wittingen tot aufgefundenen 35-Jährigen zusammen.

Als die 35-jährige Grundschullehrerin über den Tod ihrer Partnerin informiert werden sollte, war sie schon tot. Genau wie eine 19-Jährige, die wohl lange Zeit als vermisst galt. Im Gegensatz zum Tatort in Passau wurden in Wittingen keine Armbrüste oder andere Waffen gefunden. Wie die Polizei Gifhorn mitteilte, wurden keine Hinweise auf Gewalt- oder Fremdeinwirkung gefunden. Ein Indiz, das für einen Suizid spricht. Gesichert ist das allerdings auch nach einer ersten Obduktion am Dienstagnachmittag nicht. So ist die genaue Todesursache noch unklar. Fest steht allerdings, dass beide Frauen bereits einige Tage tot waren.

10.21 Uhr

53-Jährer war gleich mit mehreren Frauen liiert

Aus dem Leben des getöteten 53-Jährigen kommen derweil bizarre Details ans Licht. Der ehemalige Inhaber eines Mittelalter-Shops in Hachenburg (Rheinland-Pfalz) soll nach Informationen der „Bild“ gleich mit mehreren Frauen zusammen gewesen sein, darunter die 33-Jährige, mit der er Hand in Hand im Bett aufgefunden wurde.

Weiter berichtet die Zeitung, dass der 53-Jährige zeitweise mit drei Frauen auf einem Hof in Wietze (Niedersachsen) gelebt habe. Der Vermieter berichtet von grotesken Szenen. Der Mann habe die Frauen rau herumkommandiert: „In kurzen Imperativsätzen: ,Hast du auch sauber gemacht? Aber zackig!‘ Die Körpersprache der Frauen war devot, Kopf nach unten. Er hat Befehle gegeben“, sagt der Vermieter der „Bild“. Die Frauen hätten seine Befehle wie Sklaven befolgt.

09.48 Uhr

Polizei rätselt über entscheidende Frage

Die Obduktionsergebnisse aus Passau haben erste Erkenntnisse zum Hergang des Armbrust-Dramas geliefert. Die Ermittler gehen von einem gemeinschaftlichen Suizid aus. Doch vor allem eine Frage bleibt: Warum? Das Motiv des gemeinschaftlichen Suizids ist bislang völlig unklar. Im Pensionszimmer in Passau haben die Ermittler zwei Testamente gefunden. Deren Inhalt könnte Aufschluss über das Motiv bringen.

Neue Erkenntnisse gibt es hingegen zur Identität einer der toten Frauen (†19) aus Wittingen. Wie „RTL“ unter Verweis auf Ermittler berichtet, dürfte es sich bei der 19-Jährigen um eine seit mehreren Jahren vermisste Jugendlich handeln. Deren Eltern berichteten in einem Interview, dass ihre Tochter den in Passau getöteten 53-Jährigen in einem Kampfsportclub kennengelernt habe. Wenig später sei der Kontakt zur Familie abgebrochen.

Dienstag, 14. Mai

14.26 Uhr:

Noch immer gibt es viele Fragen nach dem Armbrust-Drama von Passau. Unklar ist zum einen, wie der Fall genau mit dem tot aufgefundener Frauen im niedersächsischen Gifhorn zusammenhängt. Außerdem sind die Todesumstände der beiden Frauen noch nicht geklärt.

Das Obduktionsergebnis aus Gifhorn steht noch aus. Laut Polizei wurden am Fundort der Leichen im Gegensatz zum Fall in Passau keine Armbrüste gefunden.

Staatsanwaltschaft geht von Suizid aus

13.15 Uhr:

Die Ermittler haben die wichtigsten Spuren nach dem Armbrust-Drama in Passau ausgewertet. Das Ergebnis: Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Suizid aus. Es gebe weiterhin keine Hinweise darauf, dass eine vierte Person an dem Geschehen beteiligt gewesen sein könnte, sagte am Dienstag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau.

Die Obduktion der Leichen aus Passau ergab, dass ein 53-jähriger Mann und eine 33-jährige Frau, die Hand in Hand in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet wurden. Bei einer 30-Jährigen aus Wittingen, die in dem Zimmer auf dem Boden lag, sei ein Schuss in den Hals sofort tödlich gewesen. Es deute alles darauf hin, dass die 30-Jährige erst die beiden anderen und dann sich selbst erschossen habe. Man könne das Geschehen auch als erweiterten Suizid betrachten.

Obduktion ergab: Mann und Frau durch Schuss ins Herz getötet

Am Dienstag haben die Ermittler das vorläufige Obduktionsergebnis präsentiert. Demnach wurden der Mann und die Frau, die gemeinsam in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Passau am Dienstag sagte. Bei der 30-Jährigen, die in dem Zimmer auf dem Boden lag, sei ein Schuss in den Hals sofort tödlich gewesen.

Die beiden Leichen im Bett waren mit weiteren Pfeile durchbohrt, die den Erkenntnissen nach jedoch erst nach den tödlichen Schüssen ins Herz abgeschossen worden seien. Bei keiner der drei Leichen gebe es Kampf- oder Abwehrspuren.

Zudem seien in dem Pensionszimmer zwei Testamente gefunden worden, die von den beiden im Bett liegenden Personen stammten, sagte der Sprecher. Nun stellt sich vor allem die Frage, wie authentisch die Schriftstücke sind, die am Leichenfundort entdeckt wurden. Die genauen Todesumstände sind weiterhin unklar.

Montag, 13 Mai:

20.06 Uhr:

Ein möglicher Grund für die Armbrüste als Tatwaffe steht fest. Die Staatsanwaltschaft Passau bestätigt gegenüber der BILD-Zeitung, dass die drei Toten aus Passau Mitglieder im Ritterverein waren. Sie sollen alle drei angeblich die Armbrüste in Österreich gekauft haben und auf dem Weg zurück gewesen seien.

19.47 Uhr:

Die Kripo Passau geht nicht davon aus, dass noch mehr Personen an der Tat beteiligt waren.

17.16 Uhr:

Bei den beiden weiteren Leichen, die am Montag in Niedersachsen gefunden wurden, handelt sich um zwei tote Frauen.

Ein neues Detail bringt etwas mehr Licht in die Sache: Eine der beiden Frauen soll die Lebenspartnerin der 30 Jahre alten Frau gewesen sein, die am Samstag neben einer 33-Jährigen und einem 54 Jahre alten Mann tot in einer Pension in Passau gefunden worden war, so die Polizei.

Eine Nachbarin beschreibt die mutmaßliche tote Lebenspartnerin als ein „bisschen komisch“, wie die Allgemeine Zeitung (AZ) berichtet. Sie sei immer schwarz gekleidet gewesen, so „gothic-mäßig“, zititert die AZ die Nachbarin.

15.14 Uhr:

Neue Details im Fall der drei Armbrust-Toten in Passau: Die Leichen des 53-jährigen Mannes und der 33-jährigen Frau lagen Hand-in-Hand auf dem Bett gelegen, so der Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler.

Der 53-Jährige und die 33-Jährige waren dem Oberstaatsanwalt zufolge in einem kleinen Ort bei Altenkirchen im Westerwald in Rheinland-Pfalz gemeldet, die 30-Jährige im niedersächsischen Wittingen. Bisher ist laut Polizei unklar, in welchem Verhältnis die drei, die am Freitag in der Pension in Passau eingecheckt hatten, zueinander standen.

14.26 Uhr:

Im Zusammenhang Armbrust-Fall in Passau haben Ermittler zwei weitere Leichen in Niedersachsen gefunden. Die toten Frauen sind in der Wohnung eines der drei Opfer in Wittingen im Landkreis Gifhorn entdeckt worden, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Passau am Montag.

Am Samstag waren die Leichen von zwei Frauen (30 und 33 Jahre alt) und eines Mannes (53) in einer Pension in Passau gefunden worden. Die drei hatten am Vortag eingecheckt. Neben den Leichen lagen zwei Armbrüste, in einer Tasche fand die Polizei später eine dritte Armbrust.

In den Körpern der Toten steckten Pfeile. Die Leiche des Mannes war besonders verstörend: Der Pfeil hat sich durch seine Stirn gebort und den Kopf fast komplett durchstoßen.

11.48 Uhr:

Die 30 Jahre alte Frau, die tot in der Pension in Passau gefunden wurde, war zuletzt in Wittingen (Landkreis Gifhorn) gemeldet. Das teilte jetzt die Polizei mit.

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Ob sie auch aus dem Ort stammt, wusste ein Polizeisprecher am Montag in Gifhorn nicht. Die 30-Jährige war am Samstag neben den Leichen eines 53-jährigen Mannes und einer 33-jährigen Frau aus Rheinland-Pfalz in einem Gästezimmer der Unterkunft in Passau entdeckt worden. Die Ermittler fanden bei den Toten Armbrüste.

10.54 Uhr:

Die Polizei hat grausige Details zu den drei Leichen in einer Pension in Passau bekanntgegeben.

Demnach lagen die Leichen des 53-jährigen Mannes und die der 33-jährigen Frau aus Rheinland-Pfalz in einem Gästezimmer in einem Bett. Die tote 30-Jährige aus Niedersachsen lag auf dem Boden. Zudem stellten die Ermittler eine dritte Armbrust sicher, die sich noch in einer Tasche befand, so ein Sprecher der Polizei Niederbayern. Zuvor war nur die Rede von zwei Armbrust-Waffen gewesen.

Eine Obduktion sollte am Montag weitere Erkenntnisse zu den Todesumständen liefern. Die Ergebnisse dürften am Dienstag vorliegen.

6 Uhr :

Zwei Tage nach dem Fund von drei Toten in einer Pension in Passau sind die Umstände des Dramas noch völlig unklar. Zu Wochenbeginn ist die Obduktion der Leichen geplant, wie die Polizei am Wochenende mitteilte. Sie soll Hinweise unter anderem zur Todesursache geben.

In einem Pensionszimmer hatten Mitarbeiter am Samstag die drei toten Gäste gefunden, in den Körpern steckten Pfeile. Die Ermittler stellten zwei Armbrüste sicher. Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Menschen gibt es den Erkenntnissen nach nicht.

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Bei den Toten handelt es sich um einen 53-jährigen Mann sowie um zwei Frauen im Alter von 33 und 30 Jahren. Sie sind deutsche Staatsangehörige. Der 53-Jährige und die 33-Jährige stammen nach Angaben der Ermittler aus Rheinland-Pfalz, die 30-Jährige aus Niedersachsen.

Sonntag, 12. Mai:

16.40 Uhr:

Zwei Frauen und ein Mann sind am Samstag in einer Pension in Passau tot gefunden worden. In ihren Körpern steckten Pfeile, die womöglich aus einer Armbrust stammen.

Die Polizei fand neben den Toten zwei Armbrüste. Was genau in der Pension in Passau passiert ist, ist derzeit noch nicht klar. Die Polizei steht vor einem Rästel.

Die Menschen in Passau sind erschüttert - und ratlos. Die Pension in Passau liegt am Waldrand, nahe dem Fluss Ilz. Zu den drei Toten will sich die Wirtsfamilie nicht äußern. „Keine Zeit“, wimmelt eine Frau vor Ort ab und verschwindet in der Küche. Im Stockwerk darüber liegen die Pensionszimmer. Dort bezieht gerade eine junge Frau die Betten. Sofort stürmt ihre Kollegin herbei, hebt abwehrend die Hände. „Wir geben keinen Kommentar dazu.“ Die beiden verschwinden im Bügelzimmer.

„Die können doch auch nichts dafür“, meint eine junge Frau, die vor dem Wirtshaus gerade einen Kinderwagen aus dem Auto hievt. „Stell dir vor, du bist das Zimmermädchen und entdeckst die Leichen...“ Sie bricht mitten im Satz ab. „Das ist wie ein schlechter Krimi“, sagt ihr Mann und schüttelt den Kopf.

Bei den Toten handelt es sich um einen 53-jährigen Mann sowie um zwei Frauen im Alter von 33 und 30 Jahren. Sie sind deutsche Staatsangehörige. Der 53-Jährige und die 33-Jährige stammen nach Angaben der Ermittler aus Rheinland-Pfalz, die 30-Jährige aus Niedersachsen. Sie hatten sich am Freitag in der Pension eingemietet. In welchem Verhältnis sie zueinander standen, war unklar. Die Ermittlungen dauern an.

12.30 Uhr:

Der Tod von drei Menschen in einer Pension in Passau gibt Rätsel auf: In den Körpern des Mannes und der zwei Frauen fanden sich Pfeile, die Ermittler stellten zwei Armbrüste sicher.

Die Staatsanwaltschaft ordnete die Obduktion der Leichen an, wie die Polizei am Sonntag weiter mitteilte. Mitarbeiter der Pension hatten die Toten am Samstag in einem Zimmer entdeckt. Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Menschen gibt es laut Polizei nicht.

Was sich in der Pension in Passau genau abgespielt hat, ist noch unbekannt. Fragen, ob sich möglicherweise zwei Beteiligte gegenseitig erschossen haben oder sich eine Person selbst erschossen hat, blieben zunächst offen.

Bei den Toten handelt es sich um einen 53-jährigen Mann sowie um zwei Frauen im Alter von 33 und 30 Jahren. Sie sind deutsche Staatsangehörige.

Der 53-Jährige und die 33-Jährige stammen laut der Ermittler aus Rheinland-Pfalz, die 30-Jährige aus Niedersachsen. Sie hatten sich am Freitag in der Pension eingemietet. In welchem Verhältnis sie zueinander standen, war unklar. Die Ermittlungen dauern an. Die Pension liegt mitten im Grünen am Rande von Passau an dem Fluss Ilz.

Samstag, 11. Mai:

Am Samstag haben die Mitarbeiter einer Pension in Passau in einem der Zimmer drei Leichen entdeckt. Gegen 12 Uhr wurde die Polizei Passau informiert. Auch die Kripo war vor Ort.

Passau: zwei Frauen und ein Mann werden im Hotel tot aufgefunden

Bei den Leichen handelte es sich um zwei Frauen (33 und 31) und einen Mann (54). Alle drei haben erst am Vorabend in der Pension eingecheckt.

Im Zimmer konnten zudem zwei Armbrüste von der Polizei sichergestellt werden.

Zurzeit ist noch unklar, woran die drei Menschen gestorben sind. Unklar ist auch, in welcher Beziehung die Personen zueinander standen. (pen/ak/dpa)

>>Anmerkung der Redaktion<<

Normalerweise berichten wir nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wer unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet oder jemanden kennt, der daran leidet, kann sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

 
 

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