Nach Auftritt bei RTL2-Doku „Hartz und herzlich“: Arbeitgeber fordert von Protagonistin 484 Euro zurück

Nach der Ausstrahlung von „Hartz und herzlich“ bekam eine junge Mutter eine Rückzahlungsaufforderung ihres Arbeitgebers.
Nach der Ausstrahlung von „Hartz und herzlich“ bekam eine junge Mutter eine Rückzahlungsaufforderung ihres Arbeitgebers.
Foto: Jens Wolf / dpa
  • Ein Pflegebetrieb hat von einer Angestellten Geld zurückgefordert
  • Die junge Frau war zuvor in einer RTL2-Doku zu sehen

Bitterfeld.  Eine junge Mutter stand für die RTL2-Sendung „Hartz und herzlich“ vor der Kamera. Nun bekommt sie wegen des Formats Ärger mit ihrem Arbeitgeber. Der schickte nach Ausstrahlung der Sendung nämlich eine Rückzahlungsaufforderung in Höhe von 484 Euro an die Frau.

Die 27-jährige Alexandra ist Aufstockerin und bezieht neben ihres Jobs Geld vom Amt. Davon berichtet sie in der Dokumentation. Der Pflegebetrieb, in dem sie einen auf ein Jahr befristeten Vertrag hatte, will aber nun den gezahlten Zuschuss für die Kita von Alexandra zurück, wie die „Mitteldeutschen Zeitung“ berichtet.

„Aufgrund Ihrer Äußerungen im Fernsehbeitrag ,Hartz und herzlich’ mussten wir feststellen, dass Sie von der Komba ABI (Anm. d. Red: dem Jobcenter) monatlich die Kita-Kosten in voller Höhe von 180 Euro erhalten, neben dem von uns seit 1. November 2016 an Sie monatlich geleisteten Kita-Zuschuss in Höhe von je 44 Euro“, heißt es in einem Schreiben, das der Zeitung vorliegt.

Zuschuss für Kita-Verpflegung genutzt

Die zweifache Mutter ist entsetzt und versteht die Forderung nicht. Der Zuschuss des Arbeitgebers, der 2016 per Zusatzvereinbarung vertraglich geregelt wurde, werde für die Vollverpflegung genutzt, die der Junge in der Kita bezieht. Und die Kosten dafür liegen zwischen 40 und 70 Euro im Monat. Diese Leistung zahle das Amt laut der Zeitung nicht.

Die Frau aus Sachsen-Anhalt hat sich aufgrund der Rückforderung einen Anwalt genommen. Dessen Schreiben wurde von dem Pflegeunternehmen bislang jedoch nicht beantwortet, heißt es.

Die Chancen, dass Alexandra die 484 Euro behalten darf, schätzt ein Fachanwalt für Arbeitsrecht auf Anfrage der Zeitung als gut ein. „Ich gehe davon aus, dass das Rückforderungsbegehren der Arbeitgeberin zu Unrecht erfolgt ist“, sagt Hermann Gloistein. (jei)

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel