Arabische Clans in Deutschland: Blogger wollen mit kurioser Idee Geld machen

Einsatzkräfte stehen vor einem Kiosk im Stadtteil Neukölln. Die Berliner Polizei ist erneut gegen kriminelle arabische Großfamilien vorgegangen. Mit einem Großaufgebot durchsuchten Einsatzkräfte zwei Objekte eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds.
Einsatzkräfte stehen vor einem Kiosk im Stadtteil Neukölln. Die Berliner Polizei ist erneut gegen kriminelle arabische Großfamilien vorgegangen. Mit einem Großaufgebot durchsuchten Einsatzkräfte zwei Objekte eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds.
Foto: dpa

Auf den Spuren von Pablo Escobar durch Kolumbien. Für Touristen kein Problem. Auch die Mafia Walking Tour in Italien ist längst buchbar. Nun gilt das auch für arabische Clans.

Warum sollten sich Touristen also nicht auch in Deutschland auf die Spuren von kriminellen Anti-Helden machen? Dachten sich die „Dandy Diary“-Blogger David Kurt Karl Roth und Carl Jakob Haupt. Was lag da näher, als die arabischen Clans, die derzeit die Schlagzeilen bestimmen.

Herausgekommen ist die „Dandy Diary Clan Map“. Eine Stadtkarte von Berlin – auf den Spuren der arabischen Clans.

Arabische Clans in Deutschland: Geschäftsleute wollen mit kurioser Idee Geld machen

Rund 13 Millionen Besucher kommen jährlich nach Berlin, mit ihrer Clan Map wollen die Blogger „die Tourismusströme für immer beeinflussen“.

Statt Checkpoint Charly und Brandenburger Tor können Touristen dann die Villa von Clan-Boss Issa Remmo oder die Lieblingsshisha-Bar von Arafat Abou-Chaker bewundern. Auch die Grabstätte des erschossenen Intensivtäters Nidal R., die JVA Moabit, wo ein KaDeWe-Räuber einsitzt, oder das ehemalige Aquaristik-Fachgeschäft von Rapper Bushido dürfen bei den insgesamt zwölf „Sehenswürdigkeiten“ nicht fehlen. Die Karte kann für 9,99 Euro online erworben werden.

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Die beiden Geschäftsleute sind sich sicher. Nicht ohne einen Schuss Ironie schreiben sie: „Dank der Stadtkarte der Berliner Parallelwelt werden „die 'Hop On Hop Off Bus Touren' vor der Villa von Issa Remmo Halt machen. Chinesische Reisegruppen in Brando’s Hookah Café Shisha-Pfeife rauchen. Und die Segways rollen auf das Grab vom 'Löwen Palästinas in Berlin' zu.“

„Die Clan Map ist ein ironischer Kommentar auf die Art- und Weise wie aktuell mit dem Phänomen 'Clan-Kriminalität' umgegangen wird. Es ist das Ziel mal einen anderen, humorvollen Blick auf Thema zu werfen. Der erste wichtige Schritt die Tourismusströme umzuleiten“, berichtet Roth gegenüber DER WESTEN.

„Kommerzialisierung der Parallelwelt“

Makaberer Bullshit oder clevere Geschäftsidee - darüber lässt sich sicher streiten. Doch ihr Hintergedanke überzeugt: „Kriminalität, die von arabischen Clans ausgeht, ist kein grundsätzlich neues Phänomen. Neu hingegen, spannend und inspirierend, ist wie die Popkultur, die Medien mit dem Thema umgehen“, erklären die Modejournalisten ihre Beweggründe.

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„Täglich berichtet die Presse über die 'Bad Boys' der arabischen Clans – machen so aus ihnen stadtbekannte Anti-Helden. In Serien wie '4 Blocks' werden die arabischen Clan-Bosse gar glorifiziert – zu Ikonen der Parallelwelt gemacht. Wir gehen einen Schritt weiter: Mit der Dandy Diary Clan Map machen wir aus den Orten der Clan-Welt Hot Spots für Touristen. Die Kommerzialisierung der Parallelwelt.“

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Clan-Karte auf fürs Ruhrgebiet?

Neben Berlin sind die kriminellen arabischen Clans vor allem in Bremen und dem Ruhrgebiet aktiv. Eine Clan Map für das Ruhrgebiet? „Durchaus vorstellbar“, finden die beiden Macher. „Es wäre spannend zu sehen, wie die Al-Zeins auf eine Gruppe britischer Touristen reagieren würden, die auf einem Beer-Bike feuchtfröhlich grölend auf ihr Anwesen anrollt.“

Die Begeisterung dort dürfte sich wohl in Grenzen halten.

 
 

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