Anschlag in Neuseeland: AfD-Politiker reagiert mit mieser Attacke auf Greta Thunberg

Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland gibt es mindestens 40 Todesopfer.
Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland gibt es mindestens 40 Todesopfer.
Foto: dpa

Was hat der fürchterliche Anschlag von Christchurch, bei dem 49 Menschen starben, mit der 16-jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg zu tun?

Genau: gar nichts. Ein AfD-Hinterbänkler im Berliner Abgeordnetenhaus, Harald Laatsch, hat es trotzdem geschafft, eine Verbindung zwischen dem Massenmord und den friedlichen Massenprotesten von Schülern und Studenten herzustellen. Seine These sondert er via Twitter ab.

Anschlag in Christchurch: AfD-Mann attackiert Greta Thunberg

Bei Twitter schreibt der Berliner AfD-Politiker: „Unfassbare Tat! Den Angehörigen und Verletzten gilt mein Beileid. Der Täter von #Christchurch #Neuseeland rechtfertigt seine Tat mit Überbevölkerung und Klimaschutz. Die Klimapanikverbreiter tragen Mitverantwortung für diese Entwicklung #GretaThunberg“

Greta Thunberg hat die Bewegung „Fridays for Future“ initiiert. Millionen Schüler und Studenten gehen freitags auf die Straße, um für eine nachhaltigere Klimapolitik zu demonstrieren. Allein an diesem Freitag waren Zehntausende Demonstranten in Deutschland bei Kundgebungen in Köln, Berlin und anderen Städten.

+++ Neuseeland: Anschlag auf Moscheen: 49 Tote +++ Davor warnt jetzt der Zentralrat der Muslime +++

Harald Laatsch bezieht sich mit seinem Vergleich auf ein „Manifest“, das unter dem Namen Brenton Tarrant in den sozialen Medien aufgetaucht war. Es wird dem Attentäter von Christchurch zugeschrieben. Ob das 74 Seiten starke Dokument authentisch ist, ist noch unklar.

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Das ist Greta Thunberg:

  • 2003 geboren
  • Tochter der Opernsängerin Malen Ernman und des Schauspielers Svante Thunberg
  • Hat die weltweite "Fridays for Future"-Bewegung ausgelöst
  • 2019 für den Friedensnobelpreis nominiert

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Attentäter gilt als rechtsextremistisch

Dieser Redaktion liegt das Manifest mit dem Titel "The Great Replacement" (Der große Austausch) vor. Es geht darin nicht um Greta Thunberg, und der Verfasser war auch kein Umweltaktivist. Es steckt vielmehr voller Angst vor Zuwanderern und rechtsextremem Gedankengut - vergleichbar mit Thesen, die die Identitäre Bewegung vertritt, oder der rechtsextreme Flügel der AfD. Schon der Titel deutet auf eine rechte Verschwörungstheorie hin, die in Frankreich ihren Ursprung hat.

Der Attentäter, Berichten zufolge ein 28 Jahre alter Australier, gilt als rechtsextremistischer Terrorist.

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Der Tweet von Harald Laatsch ist also schlichtweg nichts weiter als provokanter Unfug. Viele Nutzer kommentieren ihn entsprechend. „Mit einigem Abstand das Dümmste und Ekelhafteste was ich seit einiger Zeit gelesen habe. Selbst auf Twitter“, schreibt ein Nutzer.

Ein anderer kommentiert: „Kriegstreiber und Menschenhasser tragen Mitverantwortung für diese Entwicklung! #AfD“

Oberhausener Bundestagsabgeordneter hat auf Post reagiert

Auch der Oberhausener Bundestagsabgeordnete Niema Movassat (Die Linke) hat auf den Post reagiert.

Greta Thunberg und „Fridays for Future“-Demos: Vor allem Konservative mögen sie nicht

Greta Thunberg und die "Fridays for Future"-Demos sind vor allem vielen konservativen Kräften ein Dorn im Auge. Regelrechter Hass kommt aus der ganz rechten Ecke. Laatsch selbst hat sich bislang nicht mehr geäußert.

Ironie am Rande: Der Mann, der Klimaschutz offenbar wahnsinnig blöd findet, sitzt im Berliner Abgeordnetenhaus im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ...

 
 

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