„Anne Will“ in der ARD: Folgt Andrea Nahles Horst Seehofer und tritt zurück? SPD-Chefin macht klare Ansage

SPD-Chefin Andrea Nahles war am Sonntagabend Gast bei Anne Will.
SPD-Chefin Andrea Nahles war am Sonntagabend Gast bei Anne Will.
Foto: dpa

Berlin. Es ist beinahe wie ein Countdown: Merkel, Seehofer, ... Nahles?

Nur Minuten vor dem Beginn der Talkrunde bei „Anne Will“ am Sonntagabend in der ARD hatte die Nachricht die Runde gemacht, dass Horst Seehofer als CSU-Vorsitzender und wohl auch als Bundesinnenminister zurücktreten will.

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„Anne Will“: Andrea Nahles denkt gar nicht ans Aufhören

Zu Gast im Studio bei „Anne Will“: Jürgen Trittin (Grüne), Witschaftsminister Peter Altmeier (CDU), Politikwissenschaftlerin Ursula Münch, Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke - und SPD-Vorsitzende Andrea Nahles.

Wird es auch bei der SPD einen Führungswechsel geben? Das fragte Moderatorin Anne Will die SPD-Politikerin gleich zu Beginn der Sendung. Mit selbstgewissem Lächeln antwortete diese: „Wir haben uns ja schon erneuert. Es gab ja einen Wechsel vor einem halben Jahr. Ich bin noch ziemlich neu.“ Sprich: Andrea Nahles denkt gar nicht dran, zurückzutreten. So, als wäre alles völlig in Ordnung bei der SPD. Einer Partei, die laut aktueller Umfragen auf gerade einmal 14 Prozent der Wählerstimmen kommt - absoluter Tiefpunkt.

„Haben Sie keine Sekunde darüber nachgedacht?“

Anne Will hakte noch einmal nach - und verwies auf die desaströsen Ergebnisse der SPD bei den letzten Landtagswahlen in Bayern und Hessen: „Haben Sie keine einzige Sekunde darüber nachgedacht, ob Sie mit einem Verzicht einen Neuanfang für die SPD möglich machen können?“

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Andrea Nahles: „Es ist nicht verwunderlich,dass es solche Debatten gibt. Die SPD hat sehr häufig diesen Weg gewählt, aber das Problem damit nicht lösen können. Mein Angebot ist, dass wir jetzt etwas versuchen, dass sich die SPD erneuert. Wir haben gezeigt, dass das geht“, sagte sie - und meinte das SPD-Debattencamp: Zwei Tage lang hatten mehr als 1000 Teilnehmer über die Neuaufstellung der SPD. „Das war toll, da hat man gesehen, die Leute haben ein Rieseninteresse an uns“, fand Nahles.

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Christoph Schwennicke, Chefredakteur des Polit-Magazins „Cicero“ sah das ganz anders: „Ich hab den Eindruck, da baut sich eine schon fast suizidal gesinnte Funktionärsschicht eine Fantasiewelt auf, die nichts mit der Realwelt zu tun hat.“ Da sei eine Clique in der SPD zu sehr auf „Gedöns“ aus, statt sich auf die realen Probleme der Wähler zu kümmern.

Zum Schluss der Sendung ging es dann doch noch mal um soziale Gerechtigkeit. Nahles verspricht, den Sozialstaat bis 2025 überholen zu wollen. Die Grundsicherung soll neu aufgestellt werden. Selbstständige und Beamte sollten nach dem Wunsche Nahles in die Rentenversicherung einzahlen. Zudem wolle die SPD Hartz IV hinter sich lassen.

Klar, dass Peter Altmaier da sofort einschreitet und versichert, dass dies nicht im Koalitionsvertrag stehe.

Aufritt von Nahles bei „Anne Will“: „Gebe mein Parteibuch zurück“

In den sozialen Medien kam der Auftritt von Andrea Nahles nicht gut an - ihre Antworten sorgten offenkundig für Stirnrunzeln. Es hagelte Kritik. „Wenn ich Andrea Nahles da so selbstgerecht und ignorant sitzen sehe, werde ich wohl morgen mein Parteibuch nach Berlin schicken“, schreibt Nutzer Follfosten bei Twitter.

Nutzer Lukas sagt: „Nahles kann so viel gutes erzählen wie sie will, aber ich habe kein Vertrauen in sie und wünsche mir jemand neues an der SPD-Spitze.“ (mit göt)

 
 

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