Angst vor Touristen-Infarkt: Mit dieser Zonen-Regelung will Mallorca den Massentourismus bändigen

Viele Schnäppchen, kaum Schlangen: So bucht man Urlaub gut und günstig

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Überfüllte Strände, saufende Menschen – Mallorca hat mit den Auswüchsen des Massentourismus zu kämpfen. Ein Zonenplan soll helfen.

Berlin.  Wer im vergangenen Jahr Urlaub auf Mallorca gemacht hat, konnte es am eigenen Leib erfahren: An Stränden und in den Städten war es kuschelig. Zu kuschelig, fanden vor allem die Mallorquiner und protestierten den ganzen Sommer über.

Nicht nur die schiere Masse von fast 14 Millionen Urlaubern ärgerte die Einwohner, auch das Benehmen einiger weniger stieß ihnen übel auf. So skandierte etwa eine Gruppe deutscher Touristen Nazi-Parolen in einer Disko, britische Touristen betrogen Hotels mit erfundenen Lebensmittelvergiftungen.

Touristenabgabe, Obergrenze, Alkoholverbot

Die Regierung der Balearen diskutierte daher bereits vielfältige Maßnahmen, um den Auswüchsen Herr zu werden. Unter anderem: eine Obergrenze für Touristen, eine Begrenzung des Alkoholkonsums auf Flügen oder höhere Touristenabgaben.

Ernst macht Mallorca nun mit der Reduzierung der Gästebetten. Laut dem „Mallorca-Magazin“ hat der Inselrat einen Zonenplan erstellt, der festlegt, in welchen Regionen künftig noch private Ferienwohnungen genehmigt werden können. Die Idee dahinter ist, die Touristenströme besser zu verteilen. Kurz gesagt: weg von den überfüllten Küstenorten, hinein ins Inselinnere.

In diesen Orten soll es Beschränkungen geben

So sollen Wohnungen in „touristisch gesättigten Wohngebieten an der Küste“ (rote Zone) bald nur noch maximal 60 Tage im Jahr an Urlauber vergeben werden können. Zu den Gebieten gehören: Palmanova, Magaluf, Santa Ponça, Peguera sowie die Küstenorte von Llucmajor, also S’Arenal de Llucmajor, Bellavista, Cala Blava und Son Verí Nou.

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Gleiches gelte für „gesättigte Ortskerne im Inselinnern“, vor allem im Tramuntana-Gebirge sowie im Nordwesten und Südosten. Folgende Orte seien betroffen: Alcúdia, Randa (Algaida), Ariany, Banyalfubar, Port des Canonge (Banyalfubar), Orient (Bunyola), Ullaró (Campanet), Deià, Llucalcari (Deià), S’Empeltada und Ses Coves (Deià), S’Eglaieta (Esporles), Estellenç, Es Carritxó (Felanitx), Fornalutx, Marratxinet (Marratxí), Pollença, Es Vilà und La Font (Pollença), Santanyí, Llombards (Santanyí), Ruberts (Sencelles), Ses Salines, Sóller, Biniaratx und L’Horta (Sóller), Valldemossa samt Es Port, S’Arxiduc, Son Ferrandell (Valldemossa).

Für Palma de Mallorca ist ein eigener Zonenplan vorgesehen. Die Ausarbeitung könnte allerdings noch bis Sommer dauern.

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Schon genehmigte Ferienwohnungen nicht betroffen

Das Arbeitspapier soll in den kommenden Tagen verabschiedet und dem Bürgermeister für eventuelle Änderungen vorgelegt werden. In Kraft treten soll der Zonenplan bis spätestens 1. August 2018. Vermieter, die bereits eine Genehmigung für ihre Immobilie haben, seien aber nicht betroffen.

(cho)