Angela Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Für diese Rede wird die Kanzlerin gefeiert

Angela Merkel hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz Klartext gesprochen.
Angela Merkel hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz Klartext gesprochen.
Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf der 55. Münchner Sicherheitskonferenz mit ihrer Rede nahezu alle Anwesenden im Saal begeistert. Angela Merkel versteckte sich bei ihrer Rede nicht hinter Floskeln, sondern hat Klartext gesprochen. Und dabei vor allem den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in die Mangel genommen.

Dieser war zwar gar nicht anwesend, dafür aber seine Tochter Ivanka, die sich alles genau anhörte. Und die auch immer wieder ihre perfekt gezupften Augenbrauen hochzog, wenn Angela Merkel Amerika und die Politik ihres Vaters kritisierte. Eines wurde deutlich: Die USA sind derzeit nach Ansicht der Kanzlerin nicht der einfachste Partner, wenn es um gemeinsame Politik und Werte geht. Russland und China übrigens auch nicht.

Angela Merkel kritisiert US-Präsidenten Donald Trump heftig

Vor allem die im Raum stehenden Strafzölle auf deutsche Autos beschäftigen Angela Merkel. „Wir sind stolz auf unsere Autos und dürfen das auch sein. Und wenn das größte Werk von BMW in South Carolina steht und nicht in Bayern und unsere Autos plötzlich eine Bedrohung für die nationale Sicherheit Amerikas sind, dann erschreckt uns das.“ Die Augenbrauen von Ivanka Trump zucken wieder argwöhnisch.

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Für ihre Rede wird Angela Merkel nicht nur im Saal gefeiert, sondern auch in der Talk-Sendung „Anne Will“ in der ARD. Die Gäste: Heiko Maas (SPD), Jürgen Trittin (Die Grünen), Journalist Georg Mascolo, Politikwissenschaftlerin Constanze Stelzenmüller und Sevim Dagdelen (Die Linke).

Bis auf Dagdelen sind sich alle einig: Die Kanzlerin hat mit ihrer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz Mut bewiesen. „Sie hat endlich eine Konsequenz gezogen“, findet Jürgen Trittin (Die Grünen).

Da die USA an ihrer Linie festgehalten und Donald Trump nichts ändern will, zeige die Haltung von Merkel, dass Deutschland sich das nicht mehr gefallen lasse, so der Grünen-Poltiker.

Kombination der Rede begeistert Talk-Gäste bei „Anne Will“

Constanze Stelzenmüller ist begeistert von der Kombination, die Merkel in ihrer Rede vorbringt. „Die Art zu sprechen und die Worte sind sehr imposant gewesen. Es war eine unglaubliche Energie im Raum, das hat jeder gespürt.“

Sevim Dagdelen anscheinend nicht. Denn sie kritisiert, dass die Kanzlerin zwar tolle Worte gefunden hat, aber keine Taten folgen lässt. Am Beispiel Abrüstrung zeigt Dagdelen beispielsweise, dass Merkel bisher inkonsequent gehandelt habe. „Eine Abrüstung wäre richtig und nicht noch mehr Geld ins Militär zu pumpen, nur weil Donald Trump das fordert.“

Zwei-Prozent-Ziel wird bis 2024 nicht erreicht

Damit spielt Dagdelen darauf an, dass die Nato ein Zwei-Prozent-Ziel ausgegeben habe. Dieses sieht vor, dass bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts als Budget für Militär und Verteidigung ausgegeben werden sollen. Von diesem Ziel ist Deutschland noch weit entfernt. Bis 2024 werden es höchstens 1,5 Prozent sein, wie Merkel mitteilte.

Trotz der Kritik seitens der Linken-Abgeordneten blieb von Merkels Rede in der Talkrunde vor allem eines hängen: Dass sich die Bündnispartner auf die gemeinsamen Werte besinnen sollten. Was in den Augen der anderen Gäste bei Anne Will genau der richtige Appell war.

 
 

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