„Hardcore“: Deshalb ist dieser Tatort jetzt schon umstritten

Hirsche im Hintergrund und Bananen auf dem Teller: Der Tatort „Hardcore“ am Sonntag muss den Porno verstecken, um für den Vorabend geeignet zu sein.
Hirsche im Hintergrund und Bananen auf dem Teller: Der Tatort „Hardcore“ am Sonntag muss den Porno verstecken, um für den Vorabend geeignet zu sein.
Foto: Hagen Keller / dpa
  • Die ARD zeigt am Sonntag den Tatort „Hardcore“
  • Thema ist der Mord an einer Amateur-Pornodarstellerin
  • Damit Porno und Programmplatz zusammenpassen, nutzt der Krimi einige Tricks

Berlin.  Dieser Krimiabend kann hart und lang werden, zumindest für zartbesaitete Krimifans: Der Tatort „Hardcore“ am Sonntag befasst sich 90 Minuten mit Amateur-Pornos.

Wem das zu derb ist, der sollte am Sonntag lieber auf den WDR ausweichen, wo Marco Schreyl zeitgleich „Wunderschön! Durch das wilde Mecklenburg“ führt. Denn dieser Tatort wird nicht wild, er wird „Hardcore“!

Im Tatort soll der Porno mit Altersfreigabe gezeigt werden

Dafür sorgt der Regisseur und Drehbuchautor Philipp Koch: „Da er den Sex nicht zeigen darf, soll der Film die Sache knallhart aussprechen. Let’s talk Sex.“ Denn damit der Krimi um 20:15 Uhr gezeigt werden kann, muss er für Zuschauer ab 12 Jahren geeignet sein.

Das ist bei der Story nicht ganz einfach. Marie arbeitet als Altenpflegerin und dreht nebenher als Luna Pink Pornofilme. Sie wird in den ersten fünf Minuten des Tatorts tot aufgefunden. Luna Pink, die im pinken Plastik-Planschbecken liegt, in dem einige Körperflüssigkeiten gelandet sind. Der Zuschauer erfährt später, dass diese nicht nur auf dem Pornoprinzesschen gelandet sind.

Der Regisseur fasst gerne heiße Eisen an

Dieser Tatort verschont niemanden, er zeigt den Tod einer Pornodarstellerin im Zwielicht, nachdem die Scheinwerfer erloschen und die Hodensäcke ihrer Kollegen geleert sind. Und tut das ganz knapp an der Grenze des Geschmacks und der Altersfreigabe. Mit „Mut zum Ekel“, wie Philipp Koch es nennt.

Er führte bereits beim „Tatort: Der Tod ist unser ganzes Leben“ Regie, der im April ausgestrahlt wurde. Er scheut sich nicht vor schwierigen Stoffen. Sein Film „Picco“ behandelte den Foltermord im Siegburger Jugendgefängnis 2006.

Wie viel Porno verträgt der Sonntagabend?

Nackedeis gibt es in „Hardcore“ trotzdem zu sehen, wenn man dafür auch besser Formate wie die Datingshow „Naked Attraction“, „Undressed – Das Date im Bett“ oder die neue Staffel „Adam sucht Eva“ einschalten sollte.

Bei diesem Sonntagskrimi wird sich zeigen, ob der Sexfilm in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Das Land hat immerhin den zweitgrößten Pornomarkt der Welt. Und der Berliner Porno-Polizeischüler, der wegen seiner Rolle im Film „Pimmel Bingo“ um ein Haar die Polizeikappe an den Nagel hängen musste, ist ja auch rehabilitiert. (dahe)

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