Aldi gegen Lidl: Vergleich im ZDF überrascht: „Da kann man schon von einem Giftcocktail sprechen“

Nelson Müller hat den großen Einkaufstest gemacht. Welcher Discounter ist besser: Aldi oder Lidl?
Nelson Müller hat den großen Einkaufstest gemacht. Welcher Discounter ist besser: Aldi oder Lidl?
Foto: imago images / Schöning

Es ist eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Quasi die Frage aller Fragen. Wer ist der bessere Discounter: Aldi oder Lidl? Das ZDF hat gemeinsam mit Sternekoch Nelson Müller den großen Einkaufscheck gemacht.

Überprüft wurden die Punkte:

  • Markenangebot
  • Geschmack
  • Schadstoffe
  • Bio-Sortiment
  • Fairness

Ein Punkt ist dabei besonders bedenklich – und wie auch die Reportage gezeigt hat, vielen Menschen anscheinend gar nicht sonderlich bewusst.

Aldi oder Lidl? Der große ZDF-Einkaufscheck

Die ersten beiden Vergleiche waren schnell erledigt. Im Markensortiment hat Lidl mit gut 950 Produkten klar die Nase vorn. Bei Aldi sind es gerade einmal 160 Produkte.

Danach ging es zum Geschmackstest unter der Frage: Wer hat die besser schmeckenden Eigenmarken? 50 Teilnehmer probierten Erdbeermarmelade, Orangensaft, Kaffee, Toastbrot und Müsli – ein klassisches Frühstück.

Geschmacklich gewinnt Aldi – wie sieht es mit Schadstoffen aus?

Auch hier hatte Aldi die Nase vorn. Bis auf den Kaffee schmeckten allen Teilnehmern die Hausmarken von Aldi besser. Doch dann wurde die Schadstoffbelastung von Zitrusfrüchten getestet. Das Ergebnis lag zwar im Rahmen von gesetzlichen Grenzwerten, allerdings wurde ein anderes Problem dadurch deutlich.

+++ Kundin regt sich auf: Dieses Problem haben beide Discounter +++

Auf konventionell angebauten Zitronen, Orangen und Co können sich nach der Ernte Schimmelpilze bilden. Um das zu verhindern, werden Schalenbehandlungsmittel eingesetzt. Bei beiden Discountern war auf dem Etikett zu lesen, welche Chemikalie eingesetzt wurde: Imazalil – ein Stoff, der als gesundheitlich bedenklich eingestuft wird.

Das Ergebnis zeigte etwas Unerwartetes

Der Sender ließ die Früchte im Labor von innen und außen untersuchen. Das Ergebnis: Zwar wurde der Stoff auf allen Früchten nachgewiesen, jedoch lagen die Werte weit unter den vorgegebenen Grenzwerten.

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Das ist Lidl:

  • Die ersten Lidl-Filialen wurden in den 70ern in Ludwigshafen eröffnet
  • 1999 führt Lidl als erster Discounter Scannerkassen ein
  • Lidl hat in fast allen Ländern Europas Filialen

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Die Tests brachten jedoch auch andere Schadstoffe hervor. Schadstoffe, mit denen nicht gerechnet wurde, weil sie gar nicht auf den Etiketten angegeben waren.

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Chemikalien die vor der Ernte verwendet wurden, müssen nicht angegeben werden

Auf einigen Früchten wurden bis zu zehn unterschiedliche, nicht angegebene Chemikalien angegeben. Das lässt sich vermutlich dadurch begründen, dass die Discounter nur jene Stoffe angeben müssen, die in der Nachbehandlung nach der Ernte aufgetragen wurden.

+++ Jetzt liefert Aldi auch bis vor die Haustür +++

Rückstände von der Behandlung auf dem Feld müssen nicht angegeben werden. Verbraucherschützer finden jedoch genau das bedenklich, da die Kombination der verschiedenen Chemikalien als gefährlich eingestuft wird.

„Giftcocktail, den man eher vermeiden sollte“

Dr. Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin meint dazu: „Da wir heutzutage noch gar keine Studien dazu haben, wie sich das auswirkt, und wir davon ausgehen, dass es sich quasi eher addiert die Wirkung, kann man von einem Giftcocktail sprechen, den man eher vermeiden sollte.“

Im weiteren Experiment zeigte der Sternekoch dann wie und wo sich Schalenbehandlungsmittel im Alltag verteilen können. Die Teilnehmer sollten die Zitrusfrüchte verschieden verarbeiten. Niemand kam dabei auf die Idee, die Früchte vorher abzuwaschen. Oder sich nach der Zubereitung die Hände zu waschen.

Auch im Ökotest muss Lidl eine Niederlage verzeichnen

Nelson Müller hatte die Früchte vorher mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit präpariert. Unter dem Schwarzlicht wurde dann klar: Die Flüssigkeit, also die möglichen Schadstoffe, hatten sich großflächig verteilt.

Doch wer hat hier besser abgeschnitten?

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Das ist Aldi:

  • Aldi Nord und Aldi Süd sind zwei separate Unternehmensgruppen
  • Aldi steht für Albrecht Diskont: In 1913 machte sich Karl Albrecht in Essen als Brothändler selbstständig
  • In 1962 wurde der Familienbetrieb zu einem reinen Discounter umfunktioniert und hat den heutigen Namen „Aldi“ gekriegt
  • Die Trennung in Nord und Süd erfolgte in 1961
  • Mittlerweile zählt Aldi zu den zehn größten Einzelhandelsgruppen weltweit

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Im Test wurden Untersuchungen der Zeitschrift „Ökotest“ der letzten vier Jahre untersucht. Das Ergebnis: Lidl muss sich im Ökotestvergleich geschlagen geben. Aber der Sternekoch weist im Einkaufstest noch auf etwas Wichtiges hin.

Ergebnis wiegt sich in etwa auf

Denn die Werte waren zwar alle im Rahmen, jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden: Wer konventionell angebautes Obst und Gemüse zu geringen Preisen kauft, kauft auch Pestizide auf der Schale. Wer darauf verzichten sollte, sollte lieber Bio-Produkte kaufen, denn da ist der Einsatz von Pestiziden verboten.

Wer hat am Ende gewonnen?

In den Punkten Schadstoffen und Fairness unterscheiden sich beide Discounter kaum. Wer viele Markenprodukte kaufen will, sollte bei Lidl vorbeischauen. Geschmacklich konnten wiederum Aldis Eigenprodukte überzeugen.

Und das Bio-Angebot? Lidl hat mit „Bioland“ zwar einen Anbieter mit strengeren Regeln, jedoch nur ein kleines Sortiment. Bei Aldi gibt es einen ganzen Wocheneinkauf in Bioqualität. Am Ende bleibt es die Entscheidung des Kunden. (db)

 
 

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